Conflict: Global Storm

12. November 2005

Conflict: Global Storm

Nach zwei Einsätzen in der Wüste und einem Kampf im Vietnam, schickt SCi euch nun zum vierten Mal in den Einsatz, um bösen Buben das Handwerk zu legen. Immerhin, dieses Mal geht die Schlacht rund um die Erde, man ist also nicht mehr an eine Klimazone gebunden. Doch reicht das, die Serie sinnvoll fortzusetzen? Ihr erfahrt es in diesem Review.

Story

Ihr seid auf der Suche nach einer Nazi-Gruppierung, die (was auch sonst?) der Welt böses will. Dummerweise schlägt eine geheime Fallschirmoperation ziemlich fehl und anstelle im Dunkeln des Dschungels zu landen, blickt ihr, kaum auf dem Boden, in grelle LKW-Scheinwerfer und etliche Gewehrmündungen. Sogleich wird euer Team inhaftiert und fortgebracht. Doch natürlich währt ihr keine Spezialeinheit, wenn es euch nicht gelingen würde, diese Lage locker zu meistern...

Gameplay

Was soll man sagen, wer die Vorgänger kennt, weiß auch ziemlich, was ihn in Global Storm erwartet. Ihr habt ein vierköpfiges Team unter eurem Kommano und könnt wie gehabt jederzeit in jeden Soldaten schlüpfen und diesen steuern. Euren Kameraden könnt ihr verschiedenste Aufgaben befehlen, die diese dann auch anstandslos erledigen. Allerdings gibt es sehr viele dieser Befehle und da keine schnelle Sprachsteuerung vorhanden ist, müßt ihr so manche Tastatur-Kombo einsetzen. Einerseits ist diese Komplexität zwar schön, andererseits werdet ihr im Gefecht dann meisten eher schnell den jeweiligen Charakter übernehmen und die Aufgabe selbst ausführen, als euch zu überlegen, was ihr jetzt wie drücken müßt, damit es funktioniert. Eine ambitionierte Sprachsteuerung a´als Sonys SOCOM wäre hier sicherlich wünschenswert gewesen. Ansonsten ist die Steuerung recht gut wie gehabt und dürfte keine Probleme bereiten, ein wenig Eingewöhnung vorausgesetzt. Euer Kamerad (und eure KI-Kollegen natürlich ebenfalls) kann nun auch klettern, aus Deckungen heraus schießen und springen, was die Sachen immerhin etwas dynamischer macht. Die KI eures Teams ist ziemlich gut und gibt selten Anlaß zum Haare raufen, auch die Gegner agieren recht schlau und sind nicht nur simples Kanonenfutter. Auch die Third-Person Kamera arbeitet meist sauber und einwandfrei, wem sie trotzdem nicht gefällt, kann auch in einer First-Person Ansicht spielen (hier sieht man jedoch nur das Fadenkreuz und keine Waffe). Das Leveldesign ist in Global Storm etwas offener und freier als in seinen Vorgängern, was für taktischere Gefechte und mehr Spannung sorgt, da eure Gegner euch nun effektiver einkreisen und in die Zange nehmen können. Leider sind die Level aber nach wie vor so interaktiv wie eine Kartoffel, sprich gar nicht. Gerade durch die Integration der Ragdoll-Physik-Engine (siehe auch Grafik) hätte man hier endlich etwas mehr Leben reinbringen können, schade. Wie bisher auch hat jedes Teammitglied seine eigenen Stärken und Schwächen, euren Scharfschützen solltest ihr zum Beispiel besser nicht als Vorauskommando einsetzen, da dies ziemlich schief gehen könnte. Auch das man immer wieder mal nicht nur zu Fuß, sondern auch in Fahrzeugen unterwegs ist, wurde beibehalten. Sorgt zwar manchmal für etwas Abwechslung, sonderlich viel Mühe hat man sich hier aber nicht gegeben, da die Kamera wesentlich öfter rumzickt und auch die Steuerung der Vehicel verbesserungswürdig ist. Zum Guten Ton scheint es im Genre langsam zu gehören, dass man im Laufe der Zeit an Erfahrung gewinnt, was eure Attribute verbessert In etlichen Missionen gibt es neben der Hauptaufgabe noch kleinere Nebenquests, der Erfüllung euch mehr Erfahrung gewinnen lassen. Positiv ist auch zu werten, dass es drei verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt und man jederzeit speichern kann, grade letztes leider immer noch keine Selbstverständlichkeit. Ansonsten muß man leider aber auch sagen, wirklich viel geändert hat sich eben im Vergleich zu den Vorgängern nicht.

Multiplayer

Zum ersten Mal dürft ihr nun auch online eure Gefechte bestreiten, wenngleich es auch hier nur den Coop-Modus gibt, gegeneinander spielen ist nach wie vor tabu. Dazu müßt ihr euch lediglich (kostenlos) bei Gamespy anmelden und schon kann es losgehen. Das ganze läuft ziemlich lagfrei und stürzt auch nur sehr selten ab, wurde also sauber integriert. Das Ei des Kolumbus ist aber auch das nicht, was jedoch weniger am Modus an sich liegt, als eben am Spiel, welches nun doch so langsam sehr in die Jahre kommt.

Grafik

Every year the same? Nun, nicht ganz, teilweise wurden Animationen und Effekte etwas aufgemöbelt, aber alles in allem bietet Global Storm noch die selbe Grafik wie sein Vorgänger. Das muß jetzt nicht unbedingt was schlechtes heißen, die Grafik ist zweckmäßig (wenn auch etwas dunkel) und läuft auch meistens flüssig, Probleme mit Flimmern oder groben Grafikfehlern werdet ihr auch nicht haben. Neu dazugekommen ist die Ragdoll-Physik-Engine, welche eure Gegner nun beim Sterben realistischer (oder auch nicht) umfallen läßt, sorgt manchmal aber auch für komische Posen, wie sie dann da liegen. Einen 60Hz-Modus gibt es ebenfalls, doch trotz allem sieht man dem Spiel respektive seiner Grafikengine sein Alter langsam deutlich an und sollte technisch daher nicht allzuviel erwarten.

Sound

Hier gibt es nix zu mäkeln, krachende Explosionen, guter Waffensound und durch die Luft sirrende Kugeln zaubern eine ziemlich starke Soundkulisse, auf Wunsch sogar in Dolby Pro Logic II. Die (deutsche) Sprachausgabe ist ebenfalls ziemlich gelungen und läßt keinen Wunsch offen.

FAZIT:

Was soll man sagen? Wenn ich ehrlich bin, so langsam beginnt SCi die Conflict-Serie zu verheizen. Man bringt hier bald schneller Nachfolger raus als ein Sturmgewehr seine Kugeln los wird. Nun gut, den einen mag es gefallen, sind ja keine schlechten Games, mir persönlich wird es langsam zu viel bzw. die Teile unterscheiden sich einfach zu wenig. Auch Global Storm ist ein gutes Action- bzw. Taktik-Spiel und Fans der Vorgänger werden auf jeden Fall ihre Freude daran haben, ich hoffe aber schwer, dass dies der letzte Teil der Serie auf der aktuellen Konsolengeneration ist und sich SCi für PlayStation 3 und Co. endlich mal Zeit für einen „wirklichen“ Nachfolger lassen.

[ Review verfasst von Pry ]

Pluspunkte:

  • Gute KI
  • Klasse Soundkulisse
  • Man kann jederzeit speichern

Minuspunkte:

  • Fahrzeugmissionen fallen ab
  • Fummelige Befehlssteuerung
  • Zu wenig Neuerungen

WERTUNG

Atmosphäre
7.0
Gameplay
8.5
Grafik
7.5
Sound
7.0