
Devolver Digital ist auf der Gamescom immer einen Besuch wert. Neben vielen netten Personen gibt es dort nämlich auch interessante Spiele und so haben wir uns Mother Russia Bleeds mit den beiden Entwicklern in Ruhe angeschaut und was sich hinter diesem verrückten Namen für ein Spiel versteckt, verraten wir euch in unserem Preview.
Hoch lebe die UdSSR
Die Geschichte von Mother Russia Bleeds spielt in einer fiktiven Version der UdSSR, in der an gewissen Gruppen Medikamententests vollführt wurden. Ihr seid nun ein Teil dieser Gruppe, könnt fliehen und wollt nur noch eines: Rache! Es gibt aber noch ein Problem, denn ihr seid nun abhängig von dem Mittel, was euren Rachefeldzug nur minimal beeinträchtigen soll.

Ein neues Streets of Rage
Spielerisch orientiert sich Mother Russia Bleeds an Spielen, wie Streets of Rage. Man betrachtet das Spielgeschehen also aus der Seitenperspektive und bewegt seinen 2D-Charakter über die Straßen und verprügelt dabei diverse Gegner. Dazu stehen euch Tritte, Schläge und Griffe zur Verfügung und wenn Gegner Waffen fallen lassen, könnt ihr diese aufnehmen und selber nutzen. Kleinere Combos gibt es auch, aber die Abhängigkeit bringt ein weiteres Spielelement mit herein. Denn ihr habt eine Spritze mit drei Ampullen und ihr könnt die Spritze nun dazu nutzen, um euch zu heilen oder stärker zu machen. Wenn euch die Ampullen aber ausgehen, könnt ihr sie zum Glück bei besiegten Gegnern wieder auffüllen, da sie natürlich voll mit den Medikamenten sind. Das Spiel ist übrigens für vier Spieler ausgelegt und wird dann wunderbar chaotisch. Dank Couch-Coop dürfte es zu spaßigen Streitereien führen, vor allem wenn das Friendly Fire angeschaltet ist. Die Mehrspielerkomponente soll aber nicht nur für Lacher und Streitigkeiten sorgen, sondern ist auch taktisch nutzbar. Zum Beispiel Bisskämpfe profitieren extrem von eingespielten Teams, da diese meist nicht durch simples Buttondrücken zu besiegen sind. Man muss ihre Angriffsmuster lernen und entsprechend umgehen. Beispielsweise kann ein Boss nicht von vorne angegriffen werden und die Entwickler wollen jeden Boss zu einer einzigartigen Herausforderung machen. Aktuell ist der Coop übrigens entweder lokal oder online spielbar, aber man möchte später auch gemischte Sessions mit z.B. zwei lokalen und zwei online Spielern ermöglichen.
Hotline Miami lässt grüßen
Grafisch gibt es in Mother Russia Bleeds einen tollen Pixellook zu sehen, der einerseits an Streets of Rage, aber auch Hotline Miami erinnert. Letzteres vor allem dank der unglaublichen Brutalität, die nichts für zartbesaitete ist. Aber auch so kann das Spiel mit vielen abwechslungsreichen Umgebungen aufwarten, die zum Teil sehr skurril sind. Zum Beispiel ist man in einem Level in einem sowjetischen SM-Club unterwegs. Das selbe gilt auch für die Gegner, die zwar in unterschiedlichen Größen daherkommen, aber viele unterschiedliche Skins bereithalten. Aber auch musikalisch orientiert man sich an Hotline Miami mit einem coolen elektronischen Soundtrack, der an die 80er Jahre erinnert und durchaus Ohrwurm-Potential hat.

FAZIT:
Spiele wie Streets of Rage gab es eigentlich seit Jahren nicht mehr, aber warum eigentlich? Mother Russia Bleeds zeigt eindrucksvoll, dass diese Art von Spiel noch eine Daseinsberechtigung hat und ist dabei keine simple Kopie, sondern hat mit den Medikamententhema sogar eine eigene Note hinzugefügt. Gameplaytechnisch funktioniert alles wie es soll und vor allem dank der grafischen Gewaltdarstellung und dem Soundtrack hat das Spiel einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In der angespielten Fassung gab es zwar noch ein paar Bugs, aber die dürften bis zum Release im Mai/Juni 2016 ausgemerzt werden, wenn das Spiel dann mit acht Leveln zu je ca. 20 Minuten Spielzeit erscheint. Wir können den Release jedenfalls kaum erwarten, da hier ein tolles Couch Coop Spiel auf uns wartet. Ob das Spiel mit dem Gewaltgrad aber in Deutschland erscheint, muss sich erst noch zeigen.
Prognose: Sehr gut!
[ Preview verfasst von crack-king ]
Kommentar von krazzo:
Auf dem Sofa vor der Glotze. So sah es bei den Herren aus, die hinter dem Sidescroll-Prügler „Mother Russia Bleeds“ stecken. Im Grunde wie zu Hause. Die Controller wurden in die wartenden Hände verteilt und nach einer kurzen Einführung ging es auch gleich los. Zu dritt stürmten wir nach rechts und verdroschen die antrabenden Gegnermassen wie uns beliebte. Mit Fäusten, ordentlichen Tritten oder galanten Würfen quer über den Bildschirm. Am Boden liegend "unterhielten" wir uns mit den Gegnern recht intensiv und es schleuderte in herrlicher Art und Weise der rote Lebenssaft in alle Himmelsrichtungen. Wie kann man so was also nicht mögen? Ist wohl eher die Frage, die man sich stellen sollte, wenn wir von Mother Russia Bleeds sprechen. Gerade in Zeiten wo der gute alte Couch-Koop uninteressanter für die großen Entwickler wird, springt der kommende Prügelhit mit geballten Fäusten dem Abwärtstrend entgegen.
Ein paar Bier. Aufgeladene Controller und ab geht’s. Ohne wenn und aber. Ohne Kompromisse. Für einen alten Streets of Rage Fan kann ein Traum in Erfüllung gehen.
Prognose: Pflichtkauf!