PS3

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots 11. September 2007

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

Wir schreiben das Jahr 2000 - Ort des Geschehens ist die E3 in Los Angeles. Ca. neun Minuten lang sieht man geballte Menschenmassen regungslos vor einer riesigen Videoleinwand stehen. Grund dafür ist der berühmte erste Trailer zu Metal Gear Solid 2 – Sons of Liberty, welcher seiner Zeit für weltweite Begeisterungsstürme sorgte. Immerhin konnte bis zu dem damaligen Zeitpunkt noch kein PS2 Titel eine derart beeindruckende Grafik vorweisen. Hinzu kam eine kinoreife Präsentation und ein – so schien es – spannendes Gameplay. Gute sieben Jahre später scheint sich die Geschichte nun zu wiederholen: Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots soll der große Antreiber für die PS3 werden. Warum das so ist und ob das Spiel tatsächlich dazu in der Lage sein wird, erfahrt ihr in unserem großen Preview.

Ein großes Familientreffen

Metal Gear Solid 4 (kurz MGS4) erzählt die letzte (?) Geschichte des berühmten Geheimagenten Solid Snake. Das Szenario spielt X Jahre (10?) nach den Geschehnissen von Shadow Moses Island, wo es Snake in letzter Sekunde gelang, seinen Bruder Liquid Snake davon abzuhalten, einen atomaren Raketenangriff zu starten. Obwohl Liquid nun nicht mehr unter den Lebenden weilen sollte, erlebte der Spieler in MGS2 seine spektakuläre Rückkehr in Form eines neu erschaffenen Unterbewusstsein in Ocelots Körper (dank des transplantierten Armes, den Ocelot in MGS 1 verlor und durch den von Liquid ersetzte). Genau an diesem Punkte setzt die Storyline des, laut Kojima, finalen Metal Gear Solid Titels an. Snake, der aufgrund seiner fehlerhaften Gene inzwischen stark gealtert ist, wird auf seine letzte Mission geschickt. Ziel ist es, Liquid Ocelot zu töten, um ein weiteres Outer Heaven (ein in der MGS Saga oft herbeigesehnter Militärstaat) zu verhindern. Das Problem besteht darin, dass Snake durch sein fehlerhaftes DNA-Material nur noch sechs Monate zu leben hat. Hinzu kommt die Tatsache, dass auch Fox-Die (ein situationsabhängiger Virus) wieder allgegenwärtig ist und der Mission jederzeit ein Ende bereiten kann. Damit Snake nicht komplett auf sich alleine gestellt ist, bekommt er Unterstützung von vielen alten Bekannten: Darunter Meryl Silverburgh, Colonell Campbell, Otacon und Raiden. Vor allem Letzterer scheint seit dem zweiten Metal Gear Solid viel erlebt zu haben. So überraschte Kojima anno 2005 mit einem komplett runderneuerten Raiden, der nur noch wenig mit dem leicht femininen Burschen aus dem zweiten Teil gemeinsam hat. Stattdessen erblickte man eine Cyborg ähnliche Gestalt, welche ähnlich wie der Cyber Ninja aus dem ersten Teil, vor allem durch seine extrem stylischen Moves zu gefallen wusste. Kojima-San hat also nicht zu viel versprochen, als er im Vorfeld der ersten MGS4 Ankündigungen bekannt machte, dass die Mehrheit der Fans Raiden in MGS4 lieben würde. Denn so ist es auch: Raiden kicks ass! Man darf vor allem auf seine Duelle mit Vamp gespannt sein, wovon im letzten E3 Trailer bereits etwas zu sehen war. Einen weiteren wichtigen Story-Bestandteil werden die so genannten Patriots darstellen, die ihren ersten Auftritt in Metal Gear Solid 2 hatten. Dabei handelt es sich um eine mysteriöse Untergrundorganisation, welche sämtliche Fäden der globalen Politik und Wirtschaft in den Händen hält. Während es nur wenige Informationen über die Patriots gibt, kann man aber davon ausgehen, dass sie im vierten Teil der Agentensaga endlich ihr wahres Gesicht zeigen werden. Nicht umsonst lautet der Untertitel „Guns of the Patriots“, was auf gut deutsch die „Waffen der Patrioten“ bedeutet.

Sneak it!

Lange hat es gedauert, bis man Ende Juli endlich das erste In-Game Material zu MGS4 präsentiert bekam. Im Rahmen der PlayStation Premiere in Tokio zeigte Kojima Productions einen fünfzehnminütigen Demo-Durchlauf durch das bekannte Nahost-Szenario. Der folgende Abschnitt behandelt einige der neuen Features, die näher vorgestellt und vor allem demonstriert wurden.

Kamera

In Sachen Kameraperspektive ist sich Konami größtenteils treu geblieben. Allerdings wird man nach „Subsistence“ zum zweiten Mal die Möglichkeit haben, die Kamera frei zu bewegen. Zu den größten Überraschungen zählt jedoch die Einführung einer permanenten Ego-Perspektive, mit der man im Vorfeld nun wirklich nicht rechnen durfte (schließlich hieß es noch im ersten Teaser Trailer „This is no FPS. This is MGS!“). Denn obwohl das Schießen aus der Ich-Perspektive bereits seit dem zweiten Teil vorhanden war, konnte man sich nie gleichzeitig durch die Gegend bewegen und feuern. Da Konami jedoch festgestellt hat, dass vor allem der westliche Markt ein Faible für solche Perspektiven besitzt, hat man sich überwunden und die Ego-Sicht als zusätzliches Extra hinzugefügt. Gesteuert wird das Ganze im Übrigen mit der Tilt-Funktion des SIXAXIS Controllers. Ob das Kontrollschema aber mit Spielen wie Unreal Tournament III oder Haze mithalten kann, wird man erst zum Release sehen. Eine weitere Neuerung lässt sich beim Benutzen der Waffen feststellen, wo die Kamera in die typische Resident Evil 4 (über der Schulter) Perspektive zoomt. Das war jedoch auch bitter nötig…

CQC

MGS4 bietet eine überarbeitete Version des Close Quarters Combat Systems, welches man bereits aus Teil 3 kennt. Snake wird jedoch eine ganze Reihe neuer Moves spendiert bekommen und da Munition und Waffen nicht mehr irgendwo in der Umgebung herumliegen, liegt es nun am Spieler sich selbige von den gegnerischen oder freundlichen Soldaten zu klauen.

Octocam

Während das Camouflage-System in MGS3 noch relativ unausgereift wirkte, präsentiert uns MGS4 eine völlig neue Art der Tarnung. Der neue Octocam-Anzug, welcher die Möglichkeit besitzt, den Look der näheren Umgebung anzunehmen, steht dabei im Mittelpunkt. Um das Ganze aber noch zu vervollständigen, ist Solid Snake im Besitz einer speziellen Gesichtsmaske, die genau so funktioniert wie der restliche Anzug. Perfekte Tarnung ist also nun wirklich möglich.

Vertrauter Feind

Obwohl es bisher noch relativ wenig Infos zu dem folgenden Punkt gibt, möchte ich trotzdem noch einmal auf die Kriegsthematik des Spiels eingehen. MGS4 spielt in einer Welt in der der Krieg allgegenwärtig ist. Und wie Kojima bereits verlauten ließ, ist man quasi mittendrin. Wie der Gameplay-Trailer schon andeutete, wird man die Chance haben, diversen Truppen Hilfe zu leisten. Was das Ganze jedoch so interessant macht, ist die Tatsache, dass dein Freund von heute der Feind von morgen sein kann. Leider wurde bisher noch nicht bekannt gegeben, inwieweit das System mit dem generellen Spielablauf zusammenhängt. Aber es klingt schon einmal viel versprechend.

MK II

Snake bekommt neue Unterstützung im Gefecht: Und zwar in Form eines kleinen Roboters, den er mit Hilfe eines SIXAXIS (!) Controllers durch die Gegend manövrieren kann. Der MKII besitzt unter anderem die Fähigkeit, gegnerische Soldaten mit Hilfe eines Elektroschockers zu betäuben. Gleichzeitig dient der kleine Metal Gear als Verbindung zwischen Snake und Otacon.

Online

Metal Gear Solid 4 wird über keinen eigenständigen Onlinepart verfügen. Stattdessen veröffentlicht Konami mit Metal Gear Online ein komplett neues Spiel, dass sich nur damit befasst. Als Basis dient dabei der aus dem dritten Teil bekannte Onlinemodus. Allerdings in aufgemotzer Form.

In Kojima Productions we trust

Grafisch gehört MGS4 ohne Frage zu den Toptiteln der noch jungen Generation. Die Umgebungen überzeugen nicht nur durch einen hohen Detailgrad, sondern auch durch jede Menge zerstörbare Objekte. Außerdem fiel beim Gameplay-Trailer auf, dass Konami aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben scheint und die Animationen seit dem Tokyo Game Show Video komplett überarbeitet hat. Snakes Bewegungen wirken nun deutlich flüssiger und schöner. Aber auch die Charaktermodelle sehen wieder einmal absolut genial aus, was vor allem den cineastischen Zwischensequenzen zu Gute kommt. Zudem wies das bislang gezeigte Material keine großartigen Slowdowns auf, was auf eine stabile Framerate ohne lästiges Ruckeln hoffen lässt.

Vorläufiger Eindruck:

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots hat nicht zur das Zeug dazu, Sony bei den PS3 Konsolenverkäufe zu helfen, sondern auch die Fans zufrieden zu stellen. Eigentlich kann das Spiel nur episch werden: Denn was es bisher zu sehen gab, war nur der Anfang einer riesigen Weltreise, die Snake in seiner letzten Mission antreten wird. Bleibt nur zu hoffen, dass wirklich alle Fragen und Mysterien beantwortet werden, sodass wir Snake in den wohl verdienten Ruhestand entlassen können. Anfang 2008 soll es (sofern der Verschiebungsgott gnädig ist) zum weltweiten Release des Spiels kommen und das wäre gegenüber den vergangenen Metal Gear Solid Veröffentlichungen eine echte Premiere!

[ Preview verfasst von Dimi ]

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
Name Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
Release 12.06.2008
Plattform PS3
Publisher Konami
Preis 61.99 €
USK keine Jugendfreigabe
Spieleranzahl 16
Sprache Englisch
Texte Deutsch, Englisch
Zum Spiel