Neben Jason Vorhees, Freddy Kruger und Michael Myers ist Chucky wohl der Slasher-Charakter schlechthin. Mit immer neuen, bizarren Tötungsmethoden verwöhnte er den Horrofreak in jedem Teil aufs neue. Immer dabei: Drehbuchautor Don Mancini, der es sich in „Chucky’s Baby“ nicht nehmen lies, als Regisseur erstmals selbst Hand anzulegen.
Originaltitel: Seed of Chucky
Regie: Don Mancini
Darsteller: Jennifer Tilly, John Waters, Redman,, Brad Dourif (Stimme von Chucky), Billy Boyd (Stimme von Glen/Glenda)
Laufzeit: 83min
FSK: 16
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch (für Hörgeschädigte)
Ton: DD 5.1, dts 5.1 (nur Deutsch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2005
Erschienen: 2005
Vertrieb: Highlight/Constantin Film
Preis: 19€
Film:
Das Ergebnis von Don Mancinis Drehbuch und Regie ist – sagen wir mal durchwachsen. Was in „Chucky und seine Braut“ schon ungeahnte Ausmaße annahm, nämlich die Parodie der eigenen Geschichte, wird hier auf die Spitze getrieben. Und das kann man gar nicht oft genug betonen, denn „Chucky’s Baby“ ist nur noch ein Witz über sich selbst. Spätestens wenn Chucky mit seinem Sperma die Schauspielerin Jennifer Tilly befruchten will, um den Geist seines Zwitter Puppen-Kindes per Zauberspruch in das dabei entstehende Baby zu verfrachten, verabschiedet sich jede Logik, jede Spannung und jeder gute Geschmack. Auch der Rest der, nennen wir sie hier mal der Einfachheit halber „Story“, ist eigentlich nicht der Rede wert: Das in „Chuckys Braut“ entstandene, äußerst gutmütige Kind von Chucky und Tiffany macht sich von England, wo es bei einem Puppenkünstler wohnt, nach Amerika auf, um seine Eltern zu finden. Die trifft es auch prompt auf einem Filmset in Hollywood, wo gerade der neue Chucky Teil gedreht wird. Da die vereinte Familie möglichst bald in menschliche Körper schlüpfen will, entführen sie die Hauptdarstellerin Jennifer Tilly, um...ja, wie oben schon beschrieben verabschiedet sich ab hier das Gehirn des Zuschauers. Von nun an verkommt der Film zu einer abstruse Abfolge von Szenen, die für sich gesehen recht lustig sind, doch mit dem Erzählen einer Geschichte nichts mehr zu tun haben. Trotzdem, trotz (oder eher wegen) des kranken Humors, des vielen Splatters und der dümmlichen Story hat mir der Film einen Heidenspaß bereitet. Wann sieht man schon mal, wie eine Puppe Britney Spears tot fährt oder hört Jennifer Tilly über ihre eigenen Speckringe lästern? Für absolute Fans also empfehlenswert, alle anderen sollten tunlichst die Finger von diesem Film lassen!

Bild:
Das Bild ist hervorragend gelungen und lässt bis auf eine bisweilen leicht schwankende Schärfe keinerlei Wünsche offen. Das ist wohl das Ergebnis des „HD2 - high del direct Encoding“, was Highlight seit neustem öfters einsetzt. Da rauscht nichts und jede Farbe sieht aus, wie sie aussehen soll. Auch das Schwarz der Nachtszenen ist optimal und driftet nicht wie bei vielen anderen Titeln ins Graue ab. Ärgerlich für manch Zuschauer wird nur sein, dass das deutsche Bildmaster verwendet wurde und somit auch alle Einblendungen (auch der Titel) in jeder Fassung in deutsch sind.
Ton:
Auch am Ton gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Unterschiede zwischen dem deutschen DD 5.1 Ton und dem etwas lauterem dts Ton sind nicht zu erkennen. Nur der englische Ton ist etwas klarer. Räumliche Effekte sind bis auf die Musik etwas spärlich, aber wenn dann sehr gut eingesetzt (zum Beispiel im phänomenalen Vorspann). Insgesamt ein sehr guter Ton, bei dem aber die englische Synchronisation absolut zu bevorzugen ist (da bei einem Film die Stimmen selten so wichtig und charakteristisch sind wie bei diesem). Und an Brad Dourif als Chucky ist sowieso kein Rankommen möglich...

Bonus:
Beim Bonus der DVD sieht es eher mäßig aus, besonders wenn man mit der US-DVD vergleicht. Neben einen Audiokommentar sind da noch die Deleted Scenes der Unrated Version, einige Interviews und ein Storyboard-Film-Vergleich weggefallen. Warum, weiß wohl nur Highlight selbst. Einiges ist natürlich trotzdem noch übriggeblieben:
- Making of „Chuckys Baby“ (ca. 19 min)
- „Hell-IDay“ (Das Familienalbum) (ca. 3min)
- Besetzung (Textseiten)
- Audiokommentar von Regisseur Don Mancini und Jeniffer Tilly (ohne dt. UT’s)
- Interview mit den Chucky-Stars (ca. 4min)
- 14 Trailer (Chucky’s Baby, Das Ende, Die fantastischen Vier, Blast, The Eye 2, Die Bluthochzeit, Mein letzter Film, The Jacket, Stripes – Ein Zebra im Rennstall, Schatten der Zeit, The Grudge – Der Fluch, Kammernflimmern, The Singing Detective, Rossini)
- Hidden Feature: Deleted Scene (ca. 3min) und ein kurzes, lustiges Filmchen über Jennifer Tilly am Drehort in Rumänien
Naja, man kann mit den Extras leben. Das Making of ist recht amüsant und spiegelt sehr deutlich die Machart des Films und die Intention des Regisseurs wieder („...to make a fun movie“). Gut zu wissen, dass das Team den Quatsch, den sie da drehten, nicht selber ernstgenommen hat. Das Familienalbum ist ein kleiner Film, in dem Chucky mit Tiffany und Glen/da ein paar Urlaubsfotos vorstellen und als solcher recht lustig. Die Textseiten zur Besetzung sind so auch im (kleinen) Booklet zu finden und die Interviews mit den Stars sind so kurz wie aussagelos. Schön, dass alle Extras in deutsch sind oder zumindestens deutsch untertitelt wurden. Leider gilt das allerdings nicht für den recht interessanten Audiokommentar, der aber zum Glück gut verständlich ist. Bloß Jennifer Tillys Kreissägen-Stimme geht einem ziemlich schnell auf den Geist...

FAZIT:
Zumindestens an der DVD wird es nicht liegen, wenn einem „Chucky’s Baby“ nicht gefällt. Bei den Extras wäre zwar mehr drin gewesen, aber ansonsten gibt es nichts zu meckern.
Bild - 9/10
Ton - 8/10
Bonus - 6/10
Film - 6/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Highlight zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]