A tale of two sister

13. July 2004

A tale of two sister

Nachdem mit Ringu, Dark Water und Ju-On in Japan eine neue Richtung des Horrors eingeläutet wurde, versucht sich nun auch Korea an einen Psycho-/Horrorfilm. Schafft es „A tale of two sisters“ neue Akzente zu setzen, oder schwimmt er nur auf der Welle der obengenannten Filme?

Orginaltitel: Janghwa, Hongryeon
Regie: Kim Ji-Woon
Darsteller: Yeom Jeong-A, Im Soo-Jung, Moon Geun-Young, Kim Kab-Su
Laufzeit: 115
FSK:
Sprache: Koreanisch
Untertitel: Englisch, Koreanisch
Ton: 5.1 DD, 5.1 dts
Regionalcode: 3
Bildformat: 16:9
TV-Norm: NTSC
Vertrieb: Panorama Entertainment
Preis: 12€ oder für die SE 22€

Story:
„Die zwei Schwestern, Su-mi (Im Soo-jung) und Su-yeon (Moon Geun-Young), kommen nach langer Krankheit wieder nach Hause. Dort heißt ihre neue Stiefmutter Eun-joo (Jung-Ah Yum) die beiden willkommen. Das Verhältnis zwischen den Schwestern und der Stiefmutter ist jedoch nicht sonderlich gut, denn beide Parteien können sich nicht ausstehen. Dies äußert sich nicht nur in Beleidigungen, sondern auch in Quällerein gegenüber der ruhigen und schwächeren Su-yeon. Als wenn die Gehässigkeiten nicht schon genug wären, passieren noch allerlei Merkwürdigkeiten im Haus. So hört man Nachts knarrende Türen, Fußgeräusche oder ähnliches. Was steckt hinter der Sache? Ist es irdischer oder spiritueller Herkunft?“


Mehr will und darf man zur Story nicht verraten. Aber ich kann sagen das „A tale of two sisters“ mehr als nur ein Horrorfilm im Stile eines Ringu ist. Während sich die erste Stunde vornehmlich an bekannten Horrorelementen orientiert, entwickelt sich der Film später immer mehr zu einem Psychodrama. Dies macht den Film um einiges tiefgründiger und man wird auch mehr gefordert. Irgendetwas scheint nicht zu stimmen in der zerrüttenden Familie. In der Vergangenheit muss etwas passiert sein, aber man erfährt lange Zeit nicht was genau. Es werden immer wieder Andeutungen aber keine Aussagen gemacht. So halten sich die Kinder an den alten Fotos und Andenken ihrer lieben Mutter fest und vernichten die Bilder der bösen Stiefmutter. Die Vergangenheit soll wiederkommen oder verdrängt werden...aber wie?

*knarz* *unterdeckevergriech*

Zwar spielt der ganze Film weitestgehend nur in dem Haus, jedoch ist dieses toll in Szene gesetzt worden. Die Farben sind wundervoll kontrastreich in kräftigem rot und die Hintergründe in einem geheimnisvollen, düsteren grün/blau. Die Raumausstattung ist mit grotesken Tapeten verziert und das Mobiliar wirkt uralt. Der Stimmungsvolle Soundtrack tut sein übriges und die dadurch entstehende Atmosphäre ist sehr, sehr beängstigend und geheimnisvoll. So ein Gefühl hatte ich bei einem solchen Film noch nie! Die Kameraführung und die wirklich perfekten Schnitte sind ebenfalls toll und das Haus und die Akteure sind super in Szene gesetzt. Die Darsteller sind ebenfalls allesamt genial besetzt worden und wenn man sich das Ende ansieht ist der Respekt gegenüber den Schauspielern noch größer. Die zwei Schwestern halten zusammen wie Pech und Schwefel und unternehmen alles gemeinsam. Dabei richtet sich die jüngere schüchterne Su-yeon immer an die ältere Schwester Su-mi, die einen großen Mund gegenüber der Stiefmutter hat. Die Stiefmutter spielt Jung-Ah Yum auch sehr überzeugend und ich habe sie durch ihre Intrigen und ihre eisige Art richtig hassen gelernt. Der Vater hält sich den ganze Film dagegen sehr zurück und schlägt sich weder auf die Seite seiner Kinder noch auf die Seite seiner neuen Frau. Ja...er ist ratlos.


Ratlos wie der Zuschauer der viele Fragen hat, jedoch nur wenige Antworten im Film erhält. Erst am Ende fügt sich das Puzzle zusammen und der Zuschauer sitzt baff im Sessel. So kommt es zu Wendungen, neuen Erkenntnissen wodurch der Film extrem abwechslungsreich wird und dem Zuschauer keine Ruhe lässt. Selbst nach der Auflösung kann man sich „A tale of two sisters“ noch mehrmals anschauen, da es gibt immer neue Details gibt die den Film noch besser machen und zum Verständnis beitragen.

Bild:
Das Bild ist hier absolut erstklassig! Die Farben haben einen tollen Kontrast und sind wundervoll kräftig. Dazu gibt es keinerlei Verunreinigungen oder rauschen. Das geschehen spielt teilweise auch im düsteren, jedoch bleibt alles immer erkennbar.

Ton:
Der Sound steht dem Bild in nichts nach. Der Soundtrack ist stimmungsvoll und geht einem nicht aus dem Kopf und auch die Geräusche, wie knarrende Türen, lassen einem einen kalten Schauer den Rücken hinunter laufen. Die Syncro ist ebenfalls sehr gut und die Emotionen kommen beängstigend real rüber.

Bonus:
Neben einer Version die in einem schönen Pappschuber aber ohne Extras daherkommt, gibt es noch eine Special Edition mit zwei DVD’s in einem wunderschönen Digipack mit Filmschnipsel. Leider sind mal wieder alle Extras ohne englische Untertitel. Auch der Audiokommentar ist ohne englische Untertitel.
- Audiokommentar
- Deleted Scenes
- Production Design
- Music Score
- CG / Poster
- See the movie with Psychiatrist
- Galerie
- Easter Eggs


Fazit:
Wow! Der Film ist einfach nur genial. Hier bekommt man neben einem tollen Horrorfilm noch ein einfühlsames Drama mit einem Ende was einem die Sprache verschlägt. „A tale of two sisters“ ist Filmkunst vom feinsten, die sich kein Horrorfan entgehen lassen darf. Der Film lässt das japanische Horrorgenre hinter sich, was wohl auch schon bis nach Hollywood durchgedrungen ist. Dort ist nämlich ein Remake (welches eigentlich nur schlechter sein kann) in Planung. Bleibt zu hoffen, dass das Original es vorher nach Deutschland schafft. Zu Kinoehren kam er jedenfalls schon auf einigen Festivals und e-m-s hat sich die Rechte hierzulande gesichert.

Bild – 10/10
Ton - 10/10
Bonus – 7,5/10
Film - 10/10

[Review verfasst von Shagy]