Nachdem die Trilogie abgeschlossen war, merkten die Macher bei den Einspielergebnissen wohl, dass man vielleicht doch noch was nachschieben könnte. Also konzipierte man schnell noch eine neue Trilogie, dessen Anfang „Fremde Gezeiten“ nun auf Blu-ray erschien. Ob es noch höher, weiter, schneller geht, klären wir im Review.
Originaltitel: Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides
Regie: Rob Marshell
Darsteller: Johnny Depp, Penelope Cruz, Geoffrey Rush, Ian McShane, Kevin McNally
Laufzeit: 136
FSK: 12
Ton: dts-HD Master 7.1 (Englisch), dts-HD 7.1 (Deutsch), DD 5.1 (Türkisch, Indisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Kroatisch, Serbisch, Slowenisch, Türkisch
Regionalcode: A, B, C
Bildformat: 2,40:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2011
Erschienen: 22.09.2011
Vertrieb: Walt Disney Home Entertainment
Preis: 15€
Film:
„Fremde Gezeiten“ startet wie die anderen Filme der Serie ebenfalls. Jack Sparrow ist völlig abgebrannt und ohne Schiff. Letzteres versucht sich Sparrow von einem Schwindler zu beschaffen, um seinem Ziel den Jungbrunnen zu erreichen näherzukommen. Auf der anderen Seite gibt es aber noch die Briten, Barbossa, Blackbeard und die Spanier, welche ebenfalls auf der Suche nach dem Jungbrunnen sind.

Während Teil 2 und 3 dem Prinzip „höher, weiter, schneller“ folgten, schaltet der neue Regisseur Rob Marshall mehrere Gänge runter und konzentriert sich auf die Ursprünge der Serie. Nämlich dem Abenteuerfilm mit leichten Fantasyeinschlag. Übermäßiger CGI Overkill bleibt einem also zum Glück erspart. Leider schien man auch zu denken, dass ohne CGI keine Action möglich wäre und verzichtete fast komplett darauf. Große Seeschlachten sucht man also vergebens. Nicht einmal die Fechtduelle können überzeugen und kommen ohne pfiffige Ideen daher und wirken einfallslos. Dies sorgt dafür, dass der ganze Film etwas ohne Höhepunkt dahinplätschert und einem nach dem Sehen nichts in Erinnerung bleibt.
Auch die Story (nach dem Roman „On Stragers Tides“ von Tim Powers) kommt nicht mehr ganz so verwirrend daher. Zwar gibt es noch immer mehrere Parteien, doch das Ziel ist das Gleiche, wobei am Ende dennoch zu viele Wendungen das eigentliche Ende zu sehr herauszögern. Bei den Darstellern wurde auch ordentlich ausgemistet. Übrig geblieben sind neben Johnny Depp nur noch Geoffrey Rush als Barbossa und Kevin McNally als Gibbs. Dazugekommen sind Penelope Cruz als Angelica und Ian McShane als Blackbeard. Leider bekommen die beiden keine Möglichkeit aufzuspielen. Ian McShane hat in seinen wenigen Auftritten einfach keine Zeit sich zu etablieren, wie seinerzeits ein Bill Nighy als Davy Jones. Aber auch die Cruz hat keine Zeit, mit ihrem Charakter und Sparrow warm zu werden. Einzige Konstante ist und bleibt Johnny Depp, welcher wie gewohnt durch die Szenen tänzelt.

Bild:
Technisch gibt es wie bei Disney üblich keinerlei Schwächen! Die Schärfe ist hervorragend und auch bei dunklen Bereichen ohne Detailverlust. Die Farben sind derweil knackig, die Plastizität hervorragend und der Kontrast so ziemlich perfekt. Filmrauschen oder sonstige Bildfehler wie Doppelkonturen oder Artefakte findet man ebenfalls keine.
Ton:
Auch hier erlaubt sich die Scheibe keinerlei Schnitzer. Der Surroundsound ist den kompletten Film über dynamisch und verfügt über allerlei direktionale Effekte, welche auch in der größte Action nicht untergehen und für eine tolle Räumlichkeit sorgen. Aber auch bei ruhigen Szenen kommt es durchweg zu einer schönen Soundkulisse. Der Bass bekommt auch immer was zu tun, wirkt aber nie aufgesetzt oder zu übertrieben.
Bonus:
Ein Wort. Enttäuschend! Wissensdurst wird nur durch einen Audiokommentar etwas gestillt und ansonsten gibt es neben ein paar Pannen nur Werbung für das Lego Spiel und ein Feature zu 3D mit Timon und Pumbaa. Disney typisch gibt es nicht einmal ein Wendecover.

FAZIT:
„Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“ ist ein ganz netter Neuanfang des Franchise, aber auch nicht mehr. Zwar wurde der ganze unnötige Bombast wie auch die verworrene Story zurückgeschraubt, um sich auf das Essentielle eines Abenteuerfilmes zu konzentrieren, doch leider fehlen dem Film einfach die Höhepunkte, was bei der Laufzeit von knapp 130min auch für einige Längen sorgt. Technisch gibt es an der Blu-ray dagegen nichts auszusetzen, wenngleich der Bonuspart für die Katz ist!
Bild – 10/10
Ton – 10/10
Bonus - 1/10
Film – 5,5/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Walt Disney Home Entertainment zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]