Sabu...wenn Kenner diesen Namen hören, brechen so ziemlich alle in Begeisterung aus. Sabu wird oft als der japanische Tarantino bezeichnet, da er es versteht ähnlich wie Tarantino bizarren, schwarzen Humor mitErzählkino und Blutbädern zu vermischen. Unlucky Monkey ist nach seinen Kultfilmen D.A.N.G.A.N. Runner und Postman Blues der dritte Film von Sabu, der zwar etwas langsamer als gewohnt ist, jedoch auch nur so von absurden Ein- und Zufällen und strotzt:
Regie: SABU
Darsteller: Shinichi Tsutsumi, Hiroshi Shimizu, Akira Yamamoto, Ikko Suzuki
Laufzeit: 106min
Sprachen: japanisch
Untertitel: deutsch, englisch
Ton: 2.0 DD
Regionalcode: 2
TV-Norm: 16:9
Produktion: Japan 1997
Vertrieb: Asian Film Networks
Preis: 20
Es gibt noch eine Veröffentlichung von VCL die für locker unter 10 zu haben ist. Jedoch hat diese ein sehr schlechtes Bild, ein mieses Cover und hat auch keinen schönen Pappschuber. Dafür ist eine deutsche Syncro enthalten. Die Qualität der Syncro kann ich leider nicht beurteilen, da ich sie nicht kenne.
Kleingangster Yamazaki (Shinichi Tsutsumi) will gerade mit seinem Komplizen eine Bank ausrauben. Zur gleichen Zeit flieht jedoch gerade ein anderer Bankräuber aus der gleichen Bank und wird vor der Bank überfahren. Die Tasche mit dem erbeuteten Geld fliegt nun in die Arme von Yamazakis Komplizen, der jedoch sein Glück nicht sehr lang genießen kann. Auch er macht mit einem Auto kurz darauf Bekanntschaft und die Tasche fliegt nun in hohem Bogen zu Yamazaki. Nun heißt es für ihn Beine-in-die-Hand. Auf der Flucht vor der Polizei ersticht er durch einen dummen Zufall eine junge Frau und leidet von nun an unter einem schlechten Gewissen...

Die innere Zerrissenheit von Yamazaki hat Sabu ungewohnt ernst inszeniert und kommt ziemlich heftig rüber. Yamazaki läuft ziellos durch die Stadt, wird von dunklen Visionen geplagt und ist am Schluss nur noch ein Schatten seiner selbst. Für Auflockerung sorgt jedoch ein zweiter Handlungsstrang um drei trottelige Yakuzas:
Der Boss der drei Yakuzas wurde verhaftet und nun wollen sie sich umorientieren. Sie treffen sich mit einem anderen Boss und verhandeln. Aber auch hier klappt die Sache nicht so wie man sich das vorstellt. Durch einen dummen Zufall stirbt der Gangsterboss und die Yakuzas stecken in der Scheiße. Nun versuchen sie die Sache zu vertuschen...
Die drei agieren dabei ziemlich dusselig und geraten immer tiefer in die Sache rein. Dabei überschneiden sich die Wege der drei immer wieder mit denen Yamazakis. So verbuddelt beispielsweise Yamazaki das erbeutete Geld außerhalb der Stadt. Auf dem Rückweg kommen ihm die drei Yakuzas mit dem Auto entgegen und verbuddeln rein zufällig den Gangsterboss an der gleichen Stelle (finden die Tasche jedoch nicht). Egal ob ziemlich brutale Action, Thriller oder schrille Situationskomik...der Film ist rasant inszeniert und lässt dem Zuschauer keine Zeit zum durchatmen. Die Kamera und Schnitte sind hervorragend und vor allem der paranoide Trip von Yamazaki ist klasse gemacht, hat einen mehr als schwarzen Unterton und kommt ziemlich beängstigend daher!
Bild 7/10
Die DVD besitzt ein leichtes rauschen und ist teilweise ziemlich unscharf. Auch ist mir das Bild etwas ZU dunkel und die Farben verwischen (besonders rot) ziemlich. Mag sein das Sabu dies als Stilmittel eingesetzt hat, mich störte es eher.

Sound 7/10
Das 2.0 DD ist in Ordnung. Musik gibt es eh nur spärlich am Anfang und am Ende, dafür ist diese jedoch sehr passend. Die Syncro und Nebengeräusche sind auch gut abgemischt.
Bonus 2/10
Tja, hier gibt es bis auf den Trailer zu Unlucky Monkey und 4 anderen Filmen aus dem Asian Film Networks Program nichts weiter. Den zweiten Punkt gibt es für den schönen Pappschuber mit tollem Artwork.
Fazit:
Ein Film der das Verspricht, was auf dem Cover steht: Regisseur Sabu fackelt ein Feuerwerk an tiefschwarzen und schrägen Gags, schrillen Einfällen und heftigen Gewaltausbrüchen ab, dass es nur so kracht. Dabei regiert das Prinzip Zufall so präzise, dass sich Unlucky Monky auch in punkto Logik keine Blöße gibt. Ein hervorragender Genremix, den man wie jeden anderen Sabu Film gesehen haben muss. Zwar ähneln sich die Geschichten um unbedeutende Menschen die durch diverse Zufälle skurrile Abendteuer erleben sehr (was wohl auch an Shinichi Tsutsumi liegt der in 5 seiner 7 Filme mitspielt) , dennoch schafft es Sabu, dass jeder dieser Filme einzigartig wirkt.
9/10
[Review verfasst von Shagy]