Shadow und der Fluch des Khan

23. May 2011

Shadow und der Fluch des Khan

Die Serie „The Shadow“ ist hierzulande so gut wie unbekannt und selbst in den USA hat sie keine große Fanbase. Dies liegt vor allem daran, dass „The Shadow“ nur von 1930 bis 1960 einen gewissen Bekanntheitsgrad durch eine Radioshow, einer TV-Serial, einigen Groschenromanen und Comics inne hatte. Danach verschwand die Serie leider. Somit stand die Verfilmung mangels Bekanntheitsgrad schon unter einem schlechten Stern und es kam, wie es kommen sollte. Der Film floppte gewaltig. Dabei ist „Shadow und der Fluch des Khan“ gar nicht mal so schlecht!

Originaltitel: The Shadow
Regie: Russel Mulcahy
Darsteller: Alec Baldwin, John Lone, Penelope Ann Miller, Peter Boyle, Ian McKellen, Tim Curry
Laufzeit: 107
FSK: 12
Ton: dts 5.1 (Deutsch, Englisch), DD 2.0 (Deutsch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 1,85:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 1994
Erschienen: 06.05.2011
Vertrieb: Kochmedia
Preis: 17€


Film:
Das Drehbuch kommt recht oberflächlich daher und handelt die Einführung der Charaktere schnell ab. Die Geschichte spielt in den 1930er Jahren, wo der Drogenbaron Lamont Cranston für Angst und Schrecken sorgt. Zumindest so lange, bis er von einem Mönch zum Guten umgepolt wird und von da an als Shadow in New York auf Verbrecherjagd geht. Da die Welt ohne Böses nicht existieren kann, wird daraufhin mit Shiwan Kahn (letzter Nachfolger von Dschingis Khan) ein neuer Bösewicht eingeführt. Dieser will natürlich nichts geringeres als die Weltherrschaft! Mit dem passenden Love Interest inkl. einiger Konflikte ist schließlich der Plot komplett.

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Shadow war einer der ersten Superhelden und verfügt über Kräfte, mit denen er, ähnlich der Jedi bei Star Wars, Menschen durch Gedanken beeinflussen kann. Zudem kann er sich, bis auf seinen Schatten, unsichtbar machen. Und da die Gangsterjagd alleine recht stressig werden kann, rekrutiert er noch ein paar Gehilfen (Menschen denen er das Leben gerettet hat) wie einen Taxifahrer. Der Bösewicht verfügt über ähnliche Kräfte, doch für die Weltherrschaft ist letztendlich doch etwas mehr als bloßer Hokuspokus notwendig, weshalb er sich kurzerhand eine Atombombe zusammenbasteln lässt.

Das alles ist nicht überragend und dem eher dürftigen Drehbuch von David Koepp geschuldet. Das was den Film letztendlich ausmacht ist die Inszenierung von Regisseur Russel Mulcahy (Highlander). Dieser schuf ein tolles 1930, welches sehr atmosphärisch daherkommt und auf viele Inszenatorische Kniffe aus der Zeit des Filmes zurückgreift (z.B. in Liebesszenen der Einsatz extremer Weichzeichner). Zugute kam ihm dabei auch das Budget von gut $45 Millionen, was für eine Totgeburt schon erstaunlich war. Die Effekte sind dabei immer im Hintergrund und fügen sich somit ohne zu stören ins Bild mit ein und fallen meist auch nicht auf. Auch die Kulissen, die Ausstattung und der mehr als gelungen Score von Jerry Goldsmith (Chinatown, Alien, div. Star Trek) wissen zu Überzeugen. Dazu gibt es noch eine priese Humor und Ironie. Der Rest vom Budget ging dann noch in den Cast, welcher sich mit Namen wie Alec Baldwin, Tim Curry (aufgedreht wie immer), Peter Boyle (routiniert) und Ian McKellen (welcher allerdings ziemlich sinnlos verheizt wird) sehen lassen kann.

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Bild:
Das ganze Bild wirkt wie ein typisches 1930er/1940er Jahre Farbfoto. Die Schärfe kann nicht sonderlich überzeugen und das Filmkorn ist sehr Dominat. Dies stört in großen Außenaufnahmen zwar nicht, da es atmosphärisch wirkt, aber in anderen Szenen schon.

Ton:
Irgend etwas scheint hier schiefgegangen zu sein. Die deutsche 5.1 Ton ist absolut unbrauchbar, da hier fast alles aus den Frontspeakern und Center kommt. Nur ganz selten verirrt sich mal etwas auf die hinteren Speaker. Und wenn, dann nimmt man es kaum war. Der englische Ton nutzt die hinteren Speaker zwar stetig für den Score, Effekte und Dialoge, bekleckert sich allerdings auch nicht mit Ruhm. Alles in allem sehr enttäuschend.

Bonus:
Na ja, vorhanden ist ein Making Of mit einer Laufzeit von 9 Minuten, wobei das Gesehene eher wie ein Trailer ausschaut und nicht sonderlich informativ ist. Aufgelockert werden die Filmszenen nur durch ein paar Einblicke ins Set und ein paar „es ist das Beste was ich je getan habe“ Interviews. Dazu gibt es noch sieben einzelne Interviews (ebenfalls mit viel Marketinggebrabbel), unkommentierte Einblicke ins Set, vier TV-Sport, zwei Trailer (einer in englisch, der andere in deutsch), eine Bildergalerie (mit Presse-, Storyboard- Werbefotos) und ein Musikvideo. Alle Extras kommen leider nur in SD-Auflösung daher!

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FAZIT:
„Shadow und der Fluch des Khan“ ist ein locker flockiger Fantasyfilm mit ein bisschen Crime und einem sehr atmosphärisches New York der 1930er Jahre. Dies kann zwar nur bedingt über das trostlose Drehbuch hinwegtäuschen, ist aber für einen unterhaltsamen Abend mehr als geeignet. Leider ist die Blu-ray technisch eine Enttäuschung.

Bild – 6/10
Ton – 4/10
Bonus - 4/10
Film – 7/10


[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Kochmedia zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]