An guten Weltraumabenteuern sah man in letzter Zeit eher weniger auf den Leinwänden. Aufgefallen sind da höchsten der grandiose „Sunshine“, das Schweizer Sci-Fi Abenteuer „Cargo“ und der Big Budget Knaller „Star Trek“. Zudem gab es noch einen kleinen Film Namens „Moon“, welcher allerdings nach mehrmaligen Verschiebungen nur in kleineren Kinos lief und jetzt endlich auf Blu-ray erscheint.
Originaltitel: Moon
Regie: Duncan Jones
Darsteller: Sam Rockwell, Deminique McElligott, Keviy Spacey, Rosie Shaw
Laufzeit: 96
FSK: 12
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch, Englisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2009
Erschienen: 28.01.2011
Vertrieb: Koch Media
Preis: 20€
Film:
Sam Bell (Sam Rockwell) ist neben dem Hilfsroboter Gerty (toll monoton von Kevin Spacey gesprochen) das einzige Besatzungsmitglied einer Mondstation in einer nicht allzufernen Zukunft. Er ist für diverse Erntemaschinen zuständig, die das wertvolle Helium 3 fördern, welches den Großteil des Energiebedarfs der Erde deckt. Ansonsten beschäftigt sich Sam eher mit dem schnitzen kleiner Figuren, etwas Sport oder unterhält sich mit seinen Pflanzen. Zum Glück schaut er in eine rosige Zukunft, da sein Drei-Jahresvertrag demnächst ausläuft und er bald wieder seine Frau und sein Kind in den Arm nehmen kann.

So weit so gut. Nur leider plagen ihn seid neusten Halluzinationen und Albträume, welche ihn sichtlich mitnehmen. Das Ende vom Lied ist schließlich ein Crash mit seinem Mondfahrzeug gegen eine Erntemaschine und das Aufwachen in der Krankenstation. Die Isolation und Einsamkeit scheint ihn merklich zuzusetzen, doch ist dies noch das geringste Übel.
Mehr sollte man jetzt nicht verraten, wobei die Trailer eigentlich schon so ziemlich viel vorwegnehmen. Verraten kann man aber etwas zur Inszenierung von Duncon Jones (Sohn von David Bowie), welche trotz des geringen Budgets von gerade mal $5 Millionen wirklich sehr gelungen ist. Zwar bediente er sich sichtlich an bekannten Klassikern wie „Blade Runner“, „Alien“ und Kubricks „2001: Odysse im Weltraum“, doch kopierte er die Vorlagen nicht bloß. Dazu gibt es einen atmosphärischen Score aus der Feder von Clint Mansell, welcher vor allem als Haus und Hof Komponist von Darren Aronofsky bekannt ist. Schön auch zu sehen, dass die Außenszenen keine schnöden CGIs, sondern aus liebevoll ausgearbeitet Modellen bestehen. Die Inszenierung an sich ist hier eher ruhig, gediegen und die Farben untersaturiert, doch keineswegs kommt der Look langatmig oder öde daher.
Ein Film wie „Moon“ steht und fällt natürlich mit dem Hauptdarsteller, welcher den Film tragen muss. Und was soll man sagen. Sam Rockwell macht seine Sache hervorragend. Die Isolation unter der er anfangs leitet, bringt er glaubhaft rüber und nach dem Storytwist läuft er zur Höchstform auf, da er hier äußerst facettenreich agieren muss. Doch auch Kevin Spacey als Gerty trägt mit seiner fast schon aufdringlich freundlichen Stimme sehr gekonnt zur Atmosphäre bei und lässt den Roboter zudem unberechenbar erscheinen.

Bild:
Technisch kann das Bild leider nicht mit der Qualität des Filmes mithalten und gibt sich eher durchschnittlich. Die Schärfe ist in den Außenaufnahmen immer etwas zu weich, aber auch den Innenaufnahmen könnten teils schärfer daherkommen. Ebenfalls verbesserungswürdig wäre der Schwarzwert und das Kontrastverhältnis. Die Farben wurden ziemlich untersaturiert und monoton gehalten. Den ganzen Film über, gibt es auch ein leichtes, aber nicht störendes, Filmkorn zu sehen. Das alles klingt aber schlimmer, als es letztendlich ist!
Ton:
Da „Moon“ ein recht ruhiger Film ist, kann man natürlich kein Soundgewitter erwarten. Das gebotene ist aber enorm stimmig abgemischt und kommt eher subtil aus den Boxen. Überzeugend ist hier auch der erstklassige Soundtrack und außerhalb der Raumstation die etwas druckvoller wirkende Geräuschkulisse.
Bonus:
Getestet wurde hier die Single Blu-ray, welche nicht wirklich viele und aufregende Extras beinhaltet. So gibt es neben dem Trailer nur noch zwei Audiokommentar (einmal mit Regisseur Duncan Jones mit Kameramann Gary Shaw und den Designern Gavin Rothery und Tony Noble und einmal mit dem Produzenten Stuart Fenegan). Immerhin gibt es noch ein Wendecover. Ausserdem erhältlich ist noch eine Special Edition mit zwei Blu-ray.

FAZIT:
„Moon“ macht fast alles richtig und somit fast nichts falsch. Anzukreiden wäre höchstens, dass der relativ zeitige Twist etwas die Spannung nimmt und es am Ende auch keinen richtigen Höhepunkt mehr gibt. Dennoch ist „Moon“ schönes, erwachsenes und anspruchsvollen Science Fiction Kino, welches man sich als Genre Fan nicht entgehen lassen sollte!
Bild – 7/10
Ton – 8/10
Bonus - 3/10
Film – 8/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]