Zwei Oscars (Bestes Originaldrehbuch, bester Hauptdarsteller) können nicht irren: „Milk\" ist äußerst sehenswerter Film, der nicht nur die Schwulenbewegung, sondern auch die Atmosphäre von San Francisco in den 70er Jahren sehr greifbar macht.
Originaltitel: Milk
Regie: Gus van Sant
Darsteller: Sean Penn, Emile Hirsch, Josh Brolin, Victor Garber
Laufzeit: 128min
FSK: 12
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Ton: DTS HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Regionalcode: B
Bildformat: 1,85:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2008
Erschienen:2009
Vertrieb: Constantin Film
Preis: 19€
Film:
Amerika in den 70er Jahren: der schwule Harvey Milk (Sean Penn) und sein Freund Scott Smith (Emile Hirsch) verlassen New York und ziehen ins schwulenfreundlichere San Francisco. Dort engagiert sich Milk schon bald politisch für die Schwulenbewegung, um deren Anliegen noch erfolgreicher im Stadtrat verteidigen zu können. Aber im prüden und von Doppelmoral geprägten Amerika der 70er Jahre schafft er sich damit vor allem Feinde, was ihn letztendlich auch das Leben kostet.

„Milk\" ist eine wahre Geschichte, weswegen das Ende, die Ermordung Milks, auch gleich an den Anfang des Films gestellt wird. Auch die Inszenierung weist durch die Einbettung von Archivmaterial und akribisch genau recherchierten Details, Personen, Kulissen etc. immer wieder deutlich darauf hin, dass es hier nicht um romantische Verklärung eines Helden der schwulen Bewegung, sondern um eine realistische Darstellung der Ereignisse geht.
Das gelingt Gus Van Sant auch weitestgehend, konzentriert er sich doch auf die politischen Aktionen und Umtriebe Milks und stellt sein Privatleben hinten an. So gibt es zwar schon den ein oder anderen wichtigen Mann in Milks Leben und auch das Thema „Arbeit oder Privatleben\" spielt immer wieder eine große Rolle, weitaus wichtiger ist aber sein Aufstieg in den Stadtrat San Franciscos und die ständigen Kämpfe gegen Verordnungen, die Schwulen die Rechte nehmen sollen.
Gespielt wird Milk äußerst interessant und nuanciert von Sean Penn, den man in einer derartigen Rolle wohl noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Unglaublich, was er hier für eine Wandlung vollzieht und wie glaubwürdig und authentisch er den gutmütigen, stellenweise fast kindlich naiven aber doch schlitzohrigen Harvey Milk darstellt. Den Oscar hat er für diese Rolle mehr als verdient. Aber auch der restliche Cast überzeugt durch große Authentizität und eine glaubwürdige Darstellung der schwulen Szene. Denn mehr bekommt man in dem Film von Amerika auch nicht zu sehen, fast alle Szenen spielen im Schwule-Viertel von San Francisco. Frauen gibt es nur zwei im Film, die eine eine Lesbe, die andere der größte Feind der Schwulen Bewegung.
Trotz dieses engen Sichtfeldes ist Milk kein Nischenfilm, das Drehbuch, die Inszenierung heben ihn darüber weit hinaus und machen ihn für alle Zuschauer sehenswert, die die Geschichte der Schwulenbewegung und der persönlichen Freiheiten überhaupt in Amerika interessiert.

Bild:
Aufgrund der Einbindung vieler original Dokumentaraufnahmen aus den 70er Jahren ist die Bildqualität natürlich stark schwankend. Aber die Spielszenen sind von der Qualität her alle im oberen Level angesiedelt und schwächeln maximal etwas durch einige angewendete Stilmittel wie Farbfilter, leichte Weichzeichner, Filmkorn etc. Da das aber vom Regisseur bewusste gewählte Elemente sind und nichts mit dem Blu Ray Transfer des Film zu tun haben, kann man die Bildqualität trotzdem als hervorragend betrachten.
Ton:
In einem so Dialog-lastigen Film wie Milk kann man natürlich kein Effektfeuerwerk erwarten und so konzentriert sich der Soundmix auch die meiste Zeit auf die vorderen drei Boxen. Nur bei der Musik und den Demonstrationsszenen werden auch die Rear-Speaker mal aktiv ins Geschehen mit eingebunden
Bonus:
Das Bonusmaterial scheint auf den ersten Blick ganz umfangreich, verzichtet aber leider komplett auf Originalaufnahmen der damaligen Zeit und auch Sean Penn scheint sich der Making Of Kamera ferngehalten zu haben und ist in keinem einzigen Extra zu sehen. Dafür sind fast alle Videos in HD gehalten.
* Marsch für Gleichberechtigung (ca. 8min)
* Erinnerungen an Harvey Milk (ca. 13min)
* Hollywood kommt nach San Francisco (ca. 15min)
* Deleted Scenes (ca. 4min)
* Interviews (ca. 12 min)
* Blick hinter die Kulissen (ca. 3min)
* Darstellerinfos (Texttafeln)
* Trailer
Der „Marsch für Gleichberechtigung\" ist ein kleines Feature über eine der vielen Demonstrationsszenen im Film. Allerdings geht es weniger um den Dreh, sondern um die echte Demonstration 1978.
Auch „Erinnerungen an Harvey Milk\" besteht hauptsächlich aus Interviews, diesmal mit alten Freunden und Mitarbeitern von Milk, die von ihren Beziehungen zu ihm erzählen. Leider werden auch diese Erzählungen nicht mit Originalfotos, sondern nur mit Ausschnitten aus dem Film unterlegt.
Bei „Hollywood kommt nach San Francisco\" handelt es sich nicht um ein Making Of, sondern um äußerst interessante Interviews mit fast allen Beteiligten, die ihre Rolle beim Dreh als auch die wahren historischen Ereignisse näher beleuchten. Die wenigen deleted Scenes sind ganz nett, aber für den Film nicht wirklich wichtig. Die Interviews und der Blick hinter die Kulissen sind zu kurz und oberflächlich, um wirklich interessant zu sein.

FAZIT:
„Milk\" ist ein sehr interessanter und gleichwohl unterhaltsamer Film, über dessen Blu Ray Umsetzung man nicht meckern kann.
Bild - 9/10
Ton - 7/10
Bonus - 7/10
Film - 8/10
[Diese Blu-Ray wurde uns freundlicherweise von Constantin zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]
Gewinnspiel
Dank Constantin Film/Highlight, ist es uns wieder einmal möglich zwei Blu-ray an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird eine der Blu-ray bei euch im Briefkasten landen.
1. In welchem Film, ist die Homosexualität nicht das Hauptthema?
a) Happy Together
b) Philadelphia
c) 300
Schick die hoffentlich richtige Antwort bitte an: shagy onpsx.de
Es werden nur Einsendunger per Mail berücksichtigt! Wie immer wäre der Forennick nicht schlecht, da sonst immer das Gebrüll groß is, wenn nur \"Unbekannte\" gewinnen ;) Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Die Gewinner werden schließlich auf der Seite OnPSX.de bekannt gegeben.
Einsendeschluss ist der 12.11.09.