Nach dem grandiosen Neo Western/Thriller/Drama „No country for old men\" melden sich die Coen Brüder erneut zurück. Dieses Mal jedoch wieder mit einer Komödie, welche aber gewohnt skurril und absurd daherkommt. Zudem wurde „Burn After Reading\" mit enormen Staraufgebot bedacht. Ob sie an den Coen Klassiker „The Big Lebowski\" herankommen, klären wir im folgenden Review.
Originaltitel: Burn After Reading
Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Darsteller: John Malkovich, Brad Pitt, Frances McDormand, George Clooney, Tilda Swinton
Laufzeit: 95
FSK: 12
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 1,85:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2008
Erschienen: 27.03.1009
Vertrieb: Universum Film
Preis: 28€
Film:
Nachdem CIA-Agent Osbourne Cox (John Malkovich) zwecks Alkoholproblemen suspendiert wird, macht er sich dran seine Memoiren zu schreiben, welche durch unglückliche Umstände jedoch den beiden beschränkten Fitnessclub-Angestellten Chad (Brad Pitt) und Linda (Frances McDormand) in die Hände fallen. Diese wittern nun das große Geld und wollen Cox erpressen. Dieser an sich simple Plot wird jedoch durch allerhand verzwickte Subplots ziemlich aufgeblasen und Coen typisch miteinander verstrickt. So gibt es noch die Ehefrau Katie (Tilda Swinton) von Osbourne, welche eine Affäre mit dem notorischen Fremdgänger und unter Verfolgungswahn leidenden Harry Pfarrer (George Clooney) hat.

Was folgt sind mehr oder weniger geplante Intrigen, welche an Absurdität nicht zu überbieten sind. Dies ist vor allem auch den Darstellern zu verdanken, welche ihre Sache alle fast perfekt machen. Brad Pitt spielt den Fitnessbesessenen Dummbeutel zum Brüllen und schon nahe an der Grenze zum Nervigen und George Clooney nimmt sich mit als selbstverliebten und schleimigen Aufreißer mit viel Augenzwinkern selbst aufs Korn. Auf weiblicher Seite gibt sich Tilda Swinton als kühle und abgebrühte Nochgattin, während Frances McDormand vom Schönheitswahn gepackt vor keine noch so absurden Idee zurückschreckt. Überhaupt wirkt alles mehr überzeichnet als noch in vergangenen Werken. Als Sahnehäubchen werden die beiden CIA Vorgesetzten von David „Sledge Hammer\" Rasche und J.K. Simmons gespielt.
Coen typisch ist aber nicht alles nur lustig, denn ab und an explodiert wieder die Gewalt, welche makaber und blutig ihren Weg in den Film geschafft hat. Nach all den Lobesworten aber doch keine Höchstwertung? „Burn After Reading\" ist ein wirklich toller Film, welcher aber für einen Coen etwas zu zahm daherkommt. Auch wurde der Film zu sehr nach dem gewohnten Coen Schema abgedreht und bietet in der Erzählweise zu wenig neues. Man kann schon fast von einer gewissen Routine sprechen. Das es auch anders geht, haben sie ja mit „No country for old men\" bewiesen.
Bild:
Viel gibt es hier nicht am Bild auszusetzen. Die Schärfe ist fast immer sehr gut und fällt nur in ziemlich hellen oder dunklen Bildbereichen etwas ab. Das Filmkorn ist ebenfalls zu vernachlässigen und fällt kaum auf. Ab und an bekommt man bei genauem Hinsehen ein paar Doppelkonturen zu Gesicht, aber nichts dramatischen. Dafür kann der Kontrast wiederum vollends überzeugen und auch die Farben und die Plastizität können überzeugen.
Ton:
Genretypisch kann man hier natürlich nicht viel erwarten. Das meiste konzentriert sich auf den Center und die Front. Nur die Filmmusik schaft es immer wieder in die hinteren Boxen durchzudringen. Ab und an kommt es auch mal bei Umgebungsgeräuschen zu ein wenig Raumklang. Dialoge sind immer sehr gut verständlich, was das wichtigste ist.
Bonus:
Hier schaut es recht mau aus. So gibt es hier drei kleine Features, wo es ein bisschen Hintergrundwissen zum Casting, Darsteller und Story gibt. Ganz nett anzuschauen, aber nichts besonders oder übermäßig informatives. Dazu gesellt sich ein speziell fürs deutsche TV produziertes Making Of, welches neben vielen Filmszenen wenig gehaltvolles bietet. Wer mehr von den Sets sehen möchte, kann sich zudem noch ca. 11 Minuten unkommentierte Backstage Aufnahmen anschauen.
Des Weiteren gibt es noch acht Interviews wo alle wichtigen Leute zu Wort kommen. Abgerundet wird alles durch eine Diashow, zwei „Burn After Reading\" Trailer und ein bisschen Eigenwerbung. Hochauflösend sind übrigens nur die drei Features, die Diashow und die Trailer. Wer seinen Blu-ray Player am Breitband hat, darf sich zudem vie BD-Live einwählen und Infos über den Cast, einige Wallpaper und Trailer einholen. Zudem gibt es Zugang zu einer Community. Schön zu sehen ist übrigens das Wendecover, was das FSK Logo auf die Innenseite verbannt.

FAZIT:
„Burn After Reading\" ist amüsant, sehr skurril, genial absurd und mit einem fabelhaften Cast bedacht. Zu sehen, wie sich alles zusammenfügt macht unglaublichen Spaß. Spaß hatten auch sichtlich die Darsteller, welche allesamt eine tolle Leistung abliefern. Auf der anderen Seite erwartet Coen Fans aber wenig neues. Die Blu-ray kommt technisch recht gut, wenn auch nicht überragend daher, was teilweise auch Genrebedingt ist (siehe Ton).
Bild - 8/10
Ton - 7/10
Bonus - 4/10
Film - 8,5/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Universum Film zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
Gewinnspiel
Dank Universum Film, ist es uns wieder einmal möglich eine Blu-ray sowie ein Poster an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird die Blu-ray bei euch im Briefkasten landen.
1. In welchem Film der Coen Brüder gab sich ein gewisser \"Dude\" die Ehre?
a) No country for old men
b) Ladykillers
c) The big Lebowski
Schick die hoffentlich richtige Antworte bitte an: shagyonpsx.de
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Die Gewinner werden schließlich auf der Seite OnPSX.net bekannt gegeben.
Einsendeschluss ist der 07.05.09.