Tropic Thunder - Directors Cut

29. January 2009

Tropic Thunder - Directors Cut

Nachdem Ben Stiller vor sieben Jahren mit „Zoolander\" eine Attacke auf die Modewelt in die Kinos brachte, nimmt er sich nun Hollywood persönlich zur Brust und zieht alle Hollywood Mechanismen wie egozentrische Stars, geldgierige Studiobosse, talentfreie Regisseure, steigende Budgets und den Kampf zwischen Blu-ray und HD-DVD durch den Kakao.

Originaltitel: Tropic Thunder
Regie: Ben Stiller
Darsteller: Ben Stiller, Jack Black, Tom Cruise, Robert Downey Jr., Steve Coogan, Nick Nolte, Danny McBride
Laufzeit: 121
FSK: 16
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch), TrueHD 5.1 (Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und weitere
Regionalcode: B
Bildformat: 2.35:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2008
Erschienen: 05.02.2009
Vertrieb: Paramount Pictures
Preis: 28€

Film:
„Tropic Thunder\" soll der größte Antikriegsfilm aller Zeiten werden und zudem noch die Karrieren von Actionheld Tugg Speedman (Ben Stiller) und Klamaukstar Jeff Portnoey (Jack Black) retten. Weniger auf einen Karriereschub angewiesen ist der Method-Actor Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) und Rap Superstar Alpha Chino (Brandon T. Jackson ). Leider sind alle ziemliche Diven und Regiedebütant Damien Cockburn (Steve Coogan) ist schnell überfordert und ihm droht nach nur fünf Drehtagen bereits das Aus, da Studio Mogul Les Grossman (Tom Cruise) den Geldhahn zudrehen will. Da kommt eine Idee von Vietnam Veteran Four Leaf Tayback (Nick Nolte) ganz gelegen. Dieser will die fünf Hauptdarsteller in den Dschungel verfrachten, wo sie auf sich allein gestellt über die Runden kommen sollen, wobei alles mit versteckten Kameras gefilmt werden soll. Leider machte man die Rechnung ohne ein paar Drogengangster, welche den Trupp für ein echtes Spezialkommando halten.

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Der Film beginnt Grindhouse mässig mit ein paar Klasse Faketrailern, welche die Stars vorstellen. Während Ben Stiller fabelhaft fehlbesetz den Actionstar Tugg Speedman in einer Endlosserie mimt und mit seiner tragischen Rolle in bester Forrest Gump Manier als „Simple Jack\" noch weiter die Karriereleiter absteigt, gibt Jack Black als Drogensüchtiger Jeff Portnoey in gekonnter Eddie Murphey Manier bei seinen Furzfilmen gleich die ganze fette Familie. Abseits des Niveaulosen Entertainment vertieft sich Charaktermime Kirk Lazarus so in seine Rollen, dass er sich für „Tropic Thunder\" sogar die Haut pigmentieren ließ, um der Rolle eines Schwarzen so gut wie möglich gerecht zu werden.

Der eigentliche Film beginnt dann recht bombastisch. Kugeln zischen durch das Szenario, Blut spritzt aus Körpern und Eingeweide suchen sich ihren Weg nach draußen. Dabei kreisen Hubschrauber umher, es explodiert überall und Ben Stiller wird in bester „Platoon\" Manier durchsiebt. Danach der Schnitt zum Setting, wo einem alle Hollywood Mechanismen vorgeführt werden. Leider lässt der Film nach dem furiosen Start stark nach und die Darsteller kämpfen nicht nur mit dem Dschungel, sondern der Zuschauer auch mit einigen Längen. So zünden in der Mitte des Film nicht mehr alle Gags und vor allem die „Simple Jack\" Szenen nerven einfach. Auch verliert der Film dann die zu parodierende Filme zusehends aus dem Blick und verkommt selber zu einem Krawallfilm. Immerhin wurde auf CGI Effekte verzichtet und alles kommt Handgemacht mit echten und dicken Explosionen daher. Neben den Hollywood Mechanismen, werden natürlich auch allerlei Antikriegsfilme zitiert und parodiert. Die siebzehn zusätzlichen Minuten bei Directors Cut sind auch eher zwiespältig. Auf der einen Seite wirkt einiges schlüssiger, doch auf der anderen Seite gibt es auch viele neue unnötige Szenen. Schade, dass man nicht zwischen beiden Versionen wählen kann.

Leider wissen auch nicht alle Darsteller zu begeistern. Ben Stiller hat sich selber mit die schlechtesten Szenen geschrieben und auch Jack Black nervt mit seiner Schauspielerei als Drogensüchtiger mehr, als er unterhält. Auf der anderen Seite überzeugt Robert Downey Jr. als Charakterdarsteller, welcher auf der Suche nach seiner wahren Identität ist, auf ganzer Linie und bekommt die besten Pointen. Vor allem im O-Ton mit coolen Schwarzen Slang. Vor allem sein Faketrailer ist mit der Anspielung auf „Brokeback Mountain\" einfach zum schreien. Des Weiteren gibt es da noch Tom Cruise in Bodysuit mit starker Körperbehaarung und Halbglatze als geldgeiler Studioboss. Er schmeißt nur so mit Kraftausdrücken um sich und seine Monologe lassen den Zuschauer nach Luft schnappen. Wenn er dann noch zu dicken Hip Hop Beats abgeht, liegt man endgültig am Boden! Er ist damit das Highlight des Filmes.

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Bild:
Die Schärfe ist auf einem sehr hohem Niveau und offenbart viele Details. Der letzte Tick fehlt aber noch zum Referenzbild. Am Kontrastverhältnis kann man ebenfalls nicht viel aussetzen und auch die Farben wirken sehr realistisch.

Ton:
Da es hier ordentlich Krawall gibt, bekommen auch alle Boxen gut zu tun. Besonders bei den Actionszenen geht es ordentlich ab und dennoch sind alle Dialoge immer gut zu verstehen. Direktionale Effekte gibt es ebenfalls auf die Ohren und der Soundtrack bietet fast durchgängig tolle Songs, welche fabelhaft passen und im Stile natürlich zu den Anitkriegsklassikern nachempfunden sind.

Bonus:
Auf der Disc befinden sich zwei Audiokommentare. Einmal kommen die Macher und einmal der Cast zu Wort. Natürlich gibt es auch etliche Features über den Cast, über die Spezialeffekte, das Design des Filmes und ein Making Of. Alles recht Standard, aber auch trotz Marketinggeplänkel recht informativ. Das wahre Highlight ist aber die Fake Doku „Regen des Wahnsinns\". Hier wird das weitergeführt, was im Film bereits angeschnitten wird. Dabei wird genauso darüber abgelästert, dass man Wälder abholzt, nur um genug Platz für das Setting zu haben (\"Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2\" lässt grüßen), wie auch über das Verhalten der Stars und ihrer Aussetzer in der Öffentlichkeit. Ebenfalls recht lustig ist das Rühren der Werbetrommel bei den MTV Musik Awards. Abgerundet wird alles durch einen Make Up Test mit Tom Cruise, einigen entfernten und erweiterten Szenen, sowie einem alternativen Ende. Diese Szenen kann man sich auch mit einführenden Kommentar anschauen.

-Vor dem Donner - 4:54 Min.
-Das heiße LZ - 6:25 Min.
-Jagt die Scheiße in die Luft - 6:18 Min.
-Das Geheimnis des Donners - 7:31 Min.
-Die Besetzung von Tropic Thunder
-Regen des Wahnsinns - 30:00 Min.
-Make-Up Test mit Tom Cruise - 1:34 Min.
-Entfernte/Erweiterte Sequenzen / Alternatives Ende
-Volle Magazine
-MTV Movie Awards \"Tropic Thunder\"
-BD-Live

Alles Extras kommen in HD Qualität daher. Unter BD-Live gibt es noch allerlei Hintergrundmaterial zu einzelnen Szenen. Einiges kann man sich anschauen, doch vieles sind nur unkommentierte Clips. Zudem sind diese nur in englischer Sprache und ohne deutsche Untertitel abrufbar.

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FAZIT:
„Tropic Thunder\" verschenkt enorm viel Potential, ist aber auch bei weitem kein Totalflop. Während einige Gags (typisch Stiller) schon arg abgenutzt erscheinen, überzeugen auf der anderen Seite die vielen Zitate auf diverse Kriegsfilme und die Spitzen auf die Filmindustrie. Leider geht der Film den satirischen Weg nicht bis zum Ende, was ihn letztendlich zu einer normalen Komödie macht. Technisch kommt die Blu-ray sehr gut daher und überzeugt mit scharfem Bild und knackigem Sound. Fans von Stiller werden ihre Freude haben, wie Fans von Anti-Kriegsfilmen ebenfalls.

Bild - 10/10
Ton - 9/10
Bonus - 7,5/10
Film - 6,5/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Paramount Pictures zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]