Asterix bei den Olympischen Spielen

24. January 2009

Asterix bei den Olympischen Spielen

Die zwei Vorgänger erreichten nie den Charme der Zeichentrick- oder der Comicvorlagen, doch da alle guten Dinge drei sind, holt man nun erneut zum Schlag aus. Dieses Mal müssen, wie passend in diesem Jahr, die Olympischen Spiele herhalten. Ob die Gallier nun endlich an ihre gezeichneten Abenteuer anknüpfen können, erzählen wir euch hier. Genug Starpower haben sie zumindest schon mal in der Hinterhand.

Originaltitel: Astérix aux Jeux Olympiques
Regie: Frédéric Forestier, Thomas Langmann
Darsteller: Clovis Cornillac, Gérard Depardieu, Alain Delon, Franck Dubosc, Benoît Poelvoorde, José Garcia, Jérôme Le Banner, Claudia Cardinale, Michael Schumacher
Laufzeit: 118
FSK: 6
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch, Französisch)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1 in 16/9
TV-Norm: 1080p AVC
Produktion: 2008
Erschienen: 21.08.2008
Vertrieb: Constantin Film / Highlight
Preis: 20€

Film:
Der Film kam passend zu den olympischen Spielen in die Lichtspielhäuser und was liegt da näher, als auf den Olympiazug auf zuspringen! Gesagt getan. Um noch etwas „Pepp\" in die Sache zu bringen, bastelte man gleich noch eine „aufregende\" Liebesgeschichte mit dazu. Gallier Romantix hat sich in die hübsche Prinzessin Irina verschossen, hat aber mit Cesars Sohn Brutus ordentlich Konkurrenz, welche eigentlich auch das Erstrecht auf die Prinzessin hat. Irina kann aber noch abblocken und macht den beiden einen Vorschlag. Wer bei den olympischen Spielen glorreich siegt, darf um Irinas Hand anhalten. Romantix bittet Asterix und Obelix um Hilfe und dank des Zaubertranks, dürfte dem Sieg eigentlich nix im Wege stehen. Leider wird der Zaubertrank als Doppingmittel klassifiziert und Brutus hat auch viele fiese Fallen vorbereitet ...

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Die Inszenierung kommt mit aufwendigen Kamerafahrten und recht hübschen Spezialeffekten ganz annehmbar daher und es gibt einen Gag nach dem Anderen. Leider sind die wenigstens Gags gut und das wird schließlich zum großen Problem des Films. Die Gags, welche das Zeitgeschehen aufs Korn nehmen, sind ja noch recht witzig und die vielen Gaststars wie Zinedine Zidane (samt Kopfstoß) oder Michael Schumacher samt knallrotem Streitwagen entlocken mehr als ein Lächeln. Der Rest stinkt aber ziemlich ab und lässt nie mehr als ein müdes Mundwinkelzucken zu. Die Versuche Brutus, seinen Vater vom Thron zu stürzen nerven mit der Zeit ebenfalls. An Action wird wie auch an guten Gags leider ziemlich gespart. Das Turnier hätte so viel mehr hergeben könnne. Anscheinend setzte man alles auf die letzte große Szene, welche Ben Hur nachempfunden wurde. Diese ist aber eindeutig zu lang.

Bei solch sinnfreien Dialogen und miesen Gags, können selbst die Darsteller nichts mehr retten. Einzig Gérard Depardieu und Alain Delon wissen zu gefallen. Depardieu passt einfach perfekt zu Obelix und Delon überzeugt mit genug Selbstironie. Bully verblasst dagegen völlig und warum er in solch einem Film mitwirkt, bleibt ein Rätsel.

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Bild:
Der erste Film von Constantin, dem eine BD-50 spendiert wurde und siehe da, man sieht es auch. Die Schärfe kann durchweg überzeugen und herrlich leuchtenden Farben. Diese kommen zwar etwas übersättigt und ein wenig Gelb stichig daher, wissen aber dennoch zu überzeugen. Am Kontrast und Schwarzwert kann man auch nicht meckern. Das ab und an leicht überstrahlte Bild, hätte aber nicht sein müssen, da hier sehr viele Details verschwinden. Dennoch, Asterix bietet ein wirklich tolles Bild, was einen auch staunen lässt.

Ton:
Zwar ist Asterix mehr eine Komödie, was aber lange kein Grund ist, in ruhigeren Szenen alles auf den Center zu legen. Etwas Atmosphäre und direktionale Effekte gibt es nur in Massen- und Actionszenen auf die Ohren. Dann kann die Abmischung schon eher überzeugen, wenngleich es auch hier ein paar Abzüge gibt. Denn die Musik ist teils etwas zu laut abgemischt und übertönt andere Effekte.

Bonus:
Es gibt zwar keinen Audiokommentar, aber ein eineinhalbstündiges Making Of mit allerlei Infos über die Idee, das Set, die Technik, den Cast und die Produktion. Das Ganze ist auch gar nich so schlecht. Wer einen schnelleren Überblick möchte, der schaut dich das zweite Making Of mit einer Länge von zwanzig Minuten an. Dieses überzeugt dann aber auch weniger. Zudem gibt es noch ein Speical über die Kostüme und die beiden Gaststars Zinedine Zidane und Michael Schumacher. Interviews gibt es natürlich auch und selbst Asterix Erfinder Albert Uderzo kommt zu Wort. Abschließend gibt es noch Videomaterial vom roten Teppich bei der Aufführung in München, Bilder von der Presse Konferenz und vier Texttafeln mit Darstellerinfos.

Leider sind alle Extras nur in SD Auflösung auf der Disc und nur die Trailer für die Eigenwerbung kommt in 1080p daher. Wie bei Highlight üblich, gibt es auch wieder ein kleines Booklet mit Infos über Cast und Specs der Blu-ray.

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FAZIT:
Was nützen ein dickes Budget, bekannte Topstars und nette Effekte, wenn der Rest nicht stimmt. Die Charakter sind flach, ein Spannungsbogen so gut wie nicht vorhanden und die Witze kommen recht Niveaulos daher. Von Charme also keine Spur. Dazu kommt, dass die dritte Realverfilmung weniger unterhaltend ist, als die beiden Vorgänger. Für die Kleinen vielleicht eine Sichtung wert, die Älteren werden sich aber gelangweilt abwenden.

Bild - 8,5/10
Ton - 7,5/10
Bonus - 7/10
Film - 4/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Constantin Film / Highlight zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]