Kung Fu Panda

05. December 2008

Kung Fu Panda

Die Dreamworks Studios haben es nicht leicht. Seit jeher stehen sie im Schatten von Pixar und konnten nur mit den ersten beiden Shrek Abenteuern ein wenig in die Sonne treten. Dies lag bisher immer an den Geschichten, welche nie das Niveau und die Tiefgründigkeit eines Pixar Filmes erreichten. Dreamworks schienen dies bei „Kung Fu Panda" begriffen zu haben und beschränkten sich hier in bester „Looney Toons" Manier auf eine hohe Gagdichte und Schnelligkeit. Und so viel sei schon gesagt, es funktioniert recht gut.

Originaltitel: Kung Fu Panda
Regie: Mark Osborne, John Stevenson
Laufzeit: 92
FSK: 6
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch), Dolby True HD 5.1 (Englisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch, Audiokommentar, Sonstige
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1 in 16:9
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2008
Erschienen: 21.11.2008
Vertrieb: Paramount
Preis: 30€

Film:
Die Story ist nicht nur auf dem ersten Blick ausgelutscht, aber wie oben bereits erwähnt besinnt man sich auf andere Qualitäten. Erzählt wird die Geschichte eines Versagers (in diesem Fall Panda Po) der plötzlich als Auserwählter eher zufällig auserwählt wurde, um einem schier übermächtigen Gegner (Schneeleopard Tai Lung) Paroli zu bieten. Anfangs ist sein neuer Meister Shifu und seine Schützlinge die Furiosen Fünf (Tigress, Mantis, Monkey, Crane und Viper) natürlich nicht vom verfressenen Panda angetan, doch mit der Zeit fasst sich Shifu doch ein Herz und formt Po zum gewünschten „Drachenkrieger".

Sicher nicht sonderlich originell aber zweckmässig für das, was den Film ausmacht. „Kung Fu Panda" besitzt nämlich eine enorme Gagdichte und Situationskomik. Zudem ist der Film kunterbunt und flott erzählt. Zwar sitzt nicht jeder Gag und Martial Arts Fans hätten sich sicher noch mehr Insiderwitze gewünscht, doch der Großteil lässt einen immer wieder herzlich lachen. Verschnaufpausen gibt es nur selten und dann nur, wenn die Story mal wieder etwas in den Vordergrund gerückt wird.

Leider bringt die schnelle Erzählweise auch ein paar Nachteile mit sich. So wurden nur die Charakterzeichnungen von Po und Shifu ausgearbeitet, während alle anderen Protagonisten (trotz Großer Stimmen wie Jacki Chan, Luicy Lu, Angelina Jolie und Seth Rogen) recht blass bleiben und fast nichts zum Geschehen beitragen. Einzig Tigress sticht noch etwas von den ansonsten eindimensionalen Charakteren ab und an hervor. Die restlichen vier der Furiosen Fünf und Obermacker Tai Lung verkommen zum hübschen Beiwerk. Aber nicht nur an den Charakterzeichnungen merkt der Animationsfan, dass hier gespart wurde. Während Po und Shifu visuell perfekt ausgearbeitet wurden, wirken die anderen alle etwas lieblos Design. Bei den Bewohnern der Stadt, fällt dies noch krasser auf.

Das soll aber nicht heißen, dass der Film technisch nicht Up to Date ist! Ganz im Gegenteil. Besonders die Martial Arts Szenen sind butterweich und originell animiert. Besonders die Szene auf der Hängebrücke oder wo Tai Lung auf seinen alten Meister trifft, sind technisch soviel inszenatorisch auf ganz hohem Niveau. Aber auch die Kulissen wissen zu begeistern und kommen sehr liebevoll daher. Auf nicht ganz so hohem Niveau befindet sich allerdings die deutsche Syncronisation. Eigentlich gibt es hier nichts zu meckern, wäre da nicht die Stimme von Hape Kerkeling. Ich habe nichts gegen ihn und er macht seine Sache auch ganz OK, doch leider merkt man schon an den Animationen und der Gestik, dass die Rolle des Po voll und ganz auf Jack Black zugeschnitten wurde. Somit wäre die deutsche Stimme von Jack Black Pflicht gewesen. Als Beispiel wäre hier nur die Szene erwähnt, wo Po seine Arschbacken in bester „Nacho Libre" Manier zusammen kneift.

Bild:
Bei einem digitalen Film erwartet man natürlich ein perfektes Bild ohne Schwächen. Und Paramount wird dieser Erwartung locker gerecht. Die Schärfe ist unglaublich und man sieht jedes noch so kleine Detail. Nichts verschwindet im Dunkeln oder im Rauschen. Dazu wirkt das Bild enorm plastisch und bezaubert durch wunderschöne Farben, welche herrlich leuchten. Abgerundet wird alles durch einen tollen Schwarzwert und super Kontrastverhältnis.

Ton:
Beim Ton reiht sich die Blu-ray gleich neben das Bild ein. Die Abmischung ist herrlich und bietet Unmengen an direktionalen Effekten. Besonders bei den Actionszenen geht es ordentlich ab und alle Boxen und der Subwoofer bekommen gut zu tun. Aber selbst in ruhigeren Szenen, stimmt die Atmosphäre und gibt keinen Anlass zur Kritik. Einzig Kritik würdig ist, dass wie immer nur die englische Tonspur in True HD vorliegt. Alle anderen Tonspuren müssen sich mit DD 5.1 zufrieden geben.

Bonus:
Hier hat sich Dreamworks ebenfalls nicht Lumpen lassen und schnürte ein großes Bonuspacket. Leider patzten die Macher hier etwas, da einige der Extras keine deutschen Untertitel aufweisen. Da wäre zum Ersten der Audiokommentar, welcher informativ daherkommt und deutsche Untertitel aufweist. Noch interessanter ist jedoch die „Aminationsecke", wo durch Bild-in-Bild Kommentare viel wissenswertes durch die Macher und dem Cast dem Zuschauer vermittelt wird. Leider ist dieses Extra nur in englisch verfügbar. Der „Wissenstrack", wo während des Filmes immer wieder Infos eingeblendet werden, kommt leider ebenfalls nur in Englisch daher. Abgerundet wird die Making Of Ecke mit Infos über die (Original-)Sprecher und die Technik hinter dem Film. Diese Features sind ebenfalls mit deutsche Untertiteln versehen, wie auch der Aufruf von Jack Black die Pandas zu retten.

Damit sind wir aber noch lange nicht am Ende der Bonussektion. Weiter geht es mit Features, welche eher das jüngere Publikum ansprechen und auch aus kleineren Spielen bestehen. Bei der „Drachenkrieger Trainingsakademie" wählt man aus fünf Protagonisten einen aus und muss in der Trainingshalle diverse Aufgaben erfüllen. Leider ist die Reaktionszeit recht schwerfällig, was das Spielchen fast unbrauchbar macht. Beim „Kloss Schieben" handelt es sich um ein simples Hütchenspiel, während man beim „Lerne zu zeichnen" Feature das nachzeichnen der Charaktere lernt, während der Sprecher viele Infos bereit hält.

Weiter geht es mit musikalisch angehauchten Features. Hier gibt es Infos zum Sounddesign, sowie das Musikvideo „Kung Fu Fighting". Zudem könnt ihr noch den Panda Tanz erlernen und euch Infos über verschiedene Kung Fu Grundstile einholen. Immer noch nicht am Ende der Bonussektion, findet man noch Infos zum Herstellen von Nudeln, wie man Essstäbchen nutzt und welches Tierkreiszeichen man ist. Als letztes Feature gibt es noch Infos über die Tiere, welche im Film mitspielen und ein kleines Quiz, mit dem ihr herausfinden könnt, welcher Kampfstil am Besten zu euch passt. Leider gibt es kein einzig deutschsprachiges Extra, was vor allem für die jüngeren ein Problem darstellen könnte. Dieser Umstand verhindert auch eine absolute Topwertung. Schade auch, dass es der Kurzfilm „Secrets of the Furious Five" nicht mit auf die Disc geschafft hat!

Abgerundet wird alles durch etwas Eigenwerbung. Hier gibt es aber keine normalen Trailer, sondern einige Gesangsnummern diverser Dreamworks Animationsfilme. Alle Extras liegen übrigens in HD auf der Disc. Vor allem bei den Trailer interessant, da man sich so ein Bild machen kann, was demnächst auf Blu-ray erscheinen wird.

FAZIT:
„Kung Fu Panda" wartet zwar mit ausgelutschter Story auf und die Charakterzeichnungen lassen ebenfalls zu wünschen übrig, Spaß hatte ich aber auch nach dem zweiten Sichten an diesem Animationsfilmchen aus dem Hause Dreamworks. Das Setting ist halbwegs frisch, die Inszenierung kunterbunt und verdammt kurzweilig. Kein wunder, warum Teil 2 bereits angekündigt wurde. Dazu liefert Dreamworks eine technisch grandiose Blu-ray ab.

Bild - 10/10
Ton - 9,5/10
Bonus - 8,5/10
Film - 7,5/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Paramount / Dreamworks zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]