Jumper

22. November 2008

Jumper

Der „Die Bourne Identität\" Regisseur Doug Liman und Samuel L. Jackson. So eine Konstellation hat Potential, dieses jedoch durch Möchtegern Darth Vader Hayden Christensen eigentlich wieder relativiert wird. Wie sich der Blockbuster um jugendliche Teleporter und mysteriöse Organisationen letztendlich schlägt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Originaltitel: Jumper
Regie: Doug Liman
Darsteller: Hayden Christensen, Samuel L. Jackson
Laufzeit:88
FSK: 12
Ton: dts-HD 7.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 2,40:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2008
Erschienen: 22.08.2008
Vertrieb: Kinowelt
Preis: 25€

Film:
„Jumper\" ist der Inbegriff des modernen Popcorn Kinos. Jungstars, brachiale Action, flache Story welche auf einem A4 Blatt Platz findet, keine Charakterentwicklung und auf bloßen Profit aus. Durch Zufall entdeckt der 15-jährige David Rice ( Hayden Christensen) eine Gabe, die es ihm ermöglicht an jeden Ort der Welt zu „jumpen\", sprich Teleportieren. Nachdem er acht Jahre lang von Banksafe zu Banksafe und von der einen Seite der Erde auf die Andere sprang und ein Leben in Saus und Braus führte, kommt ihm jedoch eine geheime Organisationen auf die Spur. Agent Roland (Samuel L. Jackson) hat nämlich für Jumper nichts übrig und verfolgt sie um die ganze Welt. David kann gerade so fliehen und springt in seine alte Heimat, wo er sich auch gleich mal mit seiner Jugendliebe Millie (Rachel Bilson) trifft. Verschnaufen kann er aber nicht lange, da ihm die Paladine rund um Roland schnell wieder auf die Schliche kommen. Nur mit Hilfe eines anderen Jumper, kann er wieder die Flucht ergreifen. Aber für wie lange?

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Eigentlich klingt das alles gar nicht so schlecht. Vor allem für die Actionsequenzen ist das Teleportieren eine nette Sache. Man weiß nie, wo die gerade gestartete Action enden wird, oder was sich die Darsteller als nächstes für eine Waffe schnappen, um den Gegner eins auszuwischen. Denn alles, was sich bewegt, kann ein Jumper „mitnehmen\". Dies reicht bis hin zu dicken Doppelstockbusen, welche sich dann auf einmal in der Wüste wiederfinden. Leider schafft es der Regisseur und die Drehbuchautoren nicht, etwas innovatives mit dem Feature anzustellen, denn das „Was nehme ich jetzt mit, was ich als Waffe einsetzten kann\"-Thema nutzt sich recht schnell ab.

Das schlimmste ist jedoch das müde Drehbuch an sich. So erfährt man fast nichts über die geheime Institution der Paladine oder die einzelnen Charaktere. Einen Spannungsbogen gibt es somit nicht, denn ohne Infos kann sich einfach nichts aufbauen. Zudem läuft alles viel zu brav ab und niemand kommt wirklich zu schaden. Es wurde halt alles auf die passende Zielgruppe zurecht geschnitten. Dazu gesellt sich ein noch immer schlecht schauspielender Hayden Christensen und sexy „O.C. California\" Star Rachel Bilson. Mehr als hübsch aussehen, kann sie in „Jumper\" aber auch nicht. Als letztes wäre noch Samuel L. Jackson, welcher seine Rolle aber auch nur routiniert runter spult.

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Bild:
Viel kann man hier nicht am Bild aussetzen. Die Schärfe kann fast durchweg überzeugen und fällt nur sehr selten mal etwas zu weich und unscharf aus. Die Plastizität kann ebenfalls wie auch der Schwarzwert und der Kontrast überzeugen. An den etwas verfremdeten Farben (wirken oft recht kühl), gibt es ebenfalls nicht viel auszusetzen. Für einen aktuellen Film, sollte man solche Werte aber auch erwarten.

Ton:
Die Actionsequenzen fordern das Soundsystem recht ordentlich, was vor allem dem Basseinsatz zu verdanken ist. Die Dynamik lässt fast keine Wünsche offen. Besonders bei Sprüngen, geht es ordentlich ab und überhaupt bekommt man sehr viele direktionale Effekte um die Ohren. Nur in etwas ruhigeren Szenen wünscht man sich eine bessere atmosphärischere Abmischung. Wäre dieses kleine Manko nicht, wäre der Ton klare Referenz! Der Soundtrack kann hier von John Powell ebenfalls überzeugen und fügt sich hervorragend in das Gesamtbild ein. Alle Dialoge sind zudem klar verständlich und gehen im Soundgewitter nicht unter.

Bonus:
Hier muss der deutsche Bonusfan leider in die Röhre schauen. Während die US Disc mit massig Bonusmaterial protzt, findet man hier leider nur einen - durchaus gelungenen - Audiokommentar und zwei Trailer zum Film. Zudem macht Kinowelt noch etwas Eigenwerbung.

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FAZIT:
Die Idee ist wirklich gut und auch die Action weiß mit ihren spektakulären audiovisuellen Effekten anfangs zu begeistern. Doch leider ist die Story absoluter Mist, Niveaulos und völlig flach! Man erfährt rein gar nichts über die Hintergründe der Personen und der Mythologie. Dazu kommt, dass der Film zwar massig Action bietet, doch es in der kurzen Laufzeit dennoch zu Längen kommt. Hier hab ich eindeutig mehr vom „Die Bourne Identität\" Regisseur Doug Liman erwartet. Sorry, aber so weit konnte ich mein Hirn nicht runter fahren, um wirklich Spaß an „Jumper\" zu haben. Immerhin kann die Blu-ray technisch überzeugen und somit vielleicht ein paar Willige in die Videothek locken. Man kann nur hoffen, dass die geplante Trilogie nicht weiter geführt wird.

Bild - 9/10
Ton - 9,5/10
Bonus - 2/10
Film - 4/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Kinowelt zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]