Shooter

05. November 2008

Shooter

Antoine Fugua dreht zwar konstant gute Actionthriller, doch leider fehlte ihm bislang bei Filmen, wie zum Beispiel „Training Day\" und „Tränen der Sonne\", das Glück an den Kinokassen. Auch mit „Shooter\" blieb ihm der ganz Große Wurf leider verwehrt, obwohl es sich hier um recht gute Old School Actionkost gehandelt hat. Nachdem der Film letztes Jahr als Blu-ray gecancelt wurde, erschien er nun endlich doch auf dem zukunftsträchtigen Medium.

Originaltitel: Shooter
Regie: Antoine Fugua
Darsteller: Mark Wahlberg, Michael Peña, Danny Glover, Dean McKenzie, Jonathan Walker
Laufzeit: 126
FSK: Keine Jugendfreigabe
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Englisch, Türkisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Regionalcode: B
Bildformat: 2,40:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: 1080p MPEG-2
Produktion: 2007
Erschienen: 06.10.2008
Vertrieb: Paramount Pictures
Preis: 20€

Film:
Nachdem der Sniper Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) von der US Army bei einem geheimen Einsatz in Afrika fallengelassen wurde und dabei auch seinen Späher und Kumpel verloren hat, lebt er nun zurückgezogen in den Bergen. Ganz wie man es von den Actionhelden der Achtziger und Neunziger Jahre kennt. Drei Jahre später wird er vom Regierungsbeamten Johnson (Danny Glover) aufgesucht, welcher den Tipp bekommen hat, dass der Präsident durch einen Scharfschützen sterben soll. Nun steht nicht etwa Swagger unter Verdacht. Vielmehr soll er helfen, das Attentat auf den Präsidenten zu verhindern, indem er wertvolle Tipps zur Ausführung gibt. Nach ein wenig Überredungskunst, willig Swagger ein, nur um später festzustellen, dass er wieder von der Regierung fallengelassen wird. Es kommt nämlich zum Anschlag und Swagger gelangt in eine große Verschwörung. Johnson\'s Plan war nämlich von Anfang an Swagger als Täter hinzustellen! Schwer verletzt kann Swagger jedoch fliehen und macht sich daran zurückzuschlagen.

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Der Film gibt sich optisch zwar hochmodern, doch in Sachen Storytelling und Aufbau bewegt sich der Film auf dem Niveau zahlloser Achtziger und Neunziger Jahre Actionstreifen. Die Story kommt also nicht sonderlich ausgeschmückt daher und wird sehr gradlinig erzählt. Damit „Shooter\" jedoch nicht allzu langatmig wird, hat man noch einen interessanten Subplot eingearbeitet. Hier geht es um den gerade von der Acadamy entlassenen Nick Memphis (Michael Peña), einem FBI Agenten der an die Unschuld Swaggers glaub und dadurch selbst ins Fadenkreuz gerät. Nebenbei erfährt man dabei noch viel über die Hintergründe und Arbeitsweise der Intriganten (zum Beispiel Manipulation der Medien).

Aber auch die Inszenierung erinnert an die guten alten Actionfilme und kommt ohne große CGI Effekte, Epilepsie verursachende Stakkatoschnitte und wilde Kamerafahrten aus. Dafür gibt es toll inszenierte Sniperangriffe, dicke Explosionen, tolle Nahkampfaction, viele Zeitlupen und ausschweifende Kamerafahrten. Hervorzuheben wäre hier der Sturm auf ein Waldhaus inklusive Sniperattacken, Sprengsätzen, Automatikgewehren und packendem Nahkampf. Dies wurde um einiges realistischer in Szene gesetzt als zum Beispiel in Michael Bay\'s Actionmist. Auch der Härtegrad kann hier überzeugen und ist für solchen einen Film fast unverzichtbar. Swagger setzt sich hier auch nicht einfach auf ein Dach und snipert los. Zuvor muss erst alles geplant werden, dann folgt die ruhige Hand und Kalkül. Natürlich gibt es auch solch typische Szenen des Genre, wo Swagger sich mit allerlei Zeug aus dem Supermarkt die Wunden reinigt und flickt. Alles wirkt wie aus alten Zeiten, was durch etliche coole Onliner aus Swagger\'s Mund noch verstärkt wird.

Von Film zu Film merkt man richtig, dass Mark Wahlberg immer besser schauspielert. Er mimt den wortkargen und coolen Swagger recht ansprechend und beweist auch, dass er das Format zu einem richtigen Actionhelden hat. Besonders seine Onetimer kommen extrem cool rüber. Aber auch der restliche Cast mit Darstellern wie Michael Pena als schnüffelnder FBI Agent, Danny Clover als überheblicher und fieser Bösewicht oder Kate Mara und Rhona Mitra bei der weiblichen Fraktion (leider mit etwas wenig Screentime) können auf ganzer Linie überzeugen.

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Bild:
Die Blu-ray bietet vor allem bei Close Ups eine sehr gute Schärfe und man erkennt jeden Schweißtropfen auf der Stirn. Aber auch bei Totalen gibt sich das Bild recht knackig, wenngleich es nicht ganz die Schärfe der Close Ups erreicht. Die Kompression hält sich, wie auch das Filmkorn und Rauschen, sehr gut im Hintergrund. Dies gilt für helle, sowie dunkle Szenen. Die Farben und der Kontrast wurden zwar etwas verfremdet, liegen aber auch auf sehr gutem Niveau. Für einen MPEG2 Codec wirklich gut. Am Codec merkt man übrigens auch, dass die Blu-ray wohl die letzten 13 Monate brav in Kisten im Paramount Lager lag.

Ton:
Zwar handelt es sich auf der Blu-ray nur um eine normale DD 5.1 Abmischung, doch irgendwie hat der Ton mehr Druck als noch auf DVD. Vor allem der Subwoofer kommt nur selten zur Ruhe. Die räumliche Abmischung kann ebenfalls überzeugen und sorgt für eine tolle Atmosphäre. Die Dialoge sind ebenfalls immer klar verständlich. Schade nur, dass man nicht die DD 5.1 Plus Abmischung der HD-DVD auf die Blu-ray packte, denn der letzte Kick fehlt noch.

Bonus:
Der Bonusfreund kann sich neben einem Audiokommentar von Antoine Fugua über ein recht annehmbares Making Of freuen. Das Making Of (in HD wie auch alle anderen Extras) ist fast 22 Minuten lang und recht informativ. Des Weiteren gibt es noch ein siebenminütiges Feature über die Independence Hall in Pennsylvania. Hier wurde unter anderem der Grundstein für die Verfassung der USA gelegt. Abgerundet wird alles durch ein paar schöne Deleted Scenes, welche die Qualität des Bildes vom Hauptfilm haben. Der Trailer kommt zwar auch in HD, aber nur in englisch daher. Leider sucht man kleinere Special über Scharfschützen und deren Waffen vergebens. Gerade dies wäre aber mal interessant gewesen.

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FAZIT:
„Shooter\" ist ein toller Actionthriller der alten Schule und genau das Richtige für mich. Die Action wurde hart (die FSK 18 Freigabe ist völlig berechtigt) und sehr cool inszeniert und kommt zudem ohne aufwendige CGI Effekte daher. Dies macht den Film nicht nur realistischer, sondern auch sympathisch. Leider ist der Film mit zwei Stunden doch etwas zu lang geraten und die gradlinige Story hat bei genauerem Hinsehen auch ein paar Logikfehler. Letztendlich können Fans geradlinig inszenierter Actionstreifen dennoch bedenkenlos zugreifen. Die Blu-ray kann ebenfalls überzeugen und gibt keinen Anlass zur Kritik. Der Preis von unter 20€ ist zudem mehr als fair.

Bild - 9/10
Ton - 8/10
Bonus - 4/10
Film - 8,5/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Paramount Pictures zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]