Gefangenenlager im zweiten Weltkrieg sind eigentlich ein ernstes Thema. Umso verwunderlicher, dass es eine Serie in der Mitte der 60er Jahre schaffte, dieses Thema erfolgreich komödiantisch zu verarbeiten und an ein breites Zielpublikum zu verkaufen.
Originaltitel: Hogan’s Heroes
Regie: Bruce Bilson, Robert Butler, Marc Daniels
Darsteller: Bob Crane, Werner Klemperer, John Banner, Robert Clary
Laufzeit: 787min
FSK: 12
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Ton: DD 2.0 Mono (Deutsch; Englisch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 4:3
TV-Norm: PAL
Produktion: 1965
Erschienen:2008
Vertrieb: Paramount Home Ent.
Preis: 35€
Film:
Vielleicht lag es am Erfolg des zwei Jahre vorher erschienen Spielfilms „Gesprengte Ketten“ („The great Escape“), dass das Fernsehnetwork CBS sich 1965 entschloss, eine Comedyserie über eine deutsches Kriegsgefangenenlager im zweiten Weltkrieg zu drehen. Vielleicht war es aber auch nur Teil der Verarbeitung der Erlebnisse des Krieges, die ja irgendwann unweigerlich erfolgen musste. Tatsache ist, dass „Ein Käfig voller Helden“ zu seiner Zeit ein riesiger Erfolg war und es bis 1971 auf immerhin sechs Staffeln schaffte. Tatsache ist aber auch, dass der klamaukhafte Humor heute nur noch bedingt funktioniert.

Der fußt letztendlich auf einem einzigen Witz, nämlich dass eine Gruppe von Kriegsgefangenen unter der Leitung von Colonel Hogan (Bob Crane) den infantilen deutschen Bewachern auf der Nase rumtanzt und damit das deutsche Reich mehr schädigt, als sie es von außen je gekonnt hätten. Ob ein riesiges unterirdisches Tunnelsystem, eine Abhöreinrichtung im Büro des Lagerkommandanten, Funkgeräte für den Kontakt mit den Alliierten oder ständig ein- und ausgehende Mitglieder des Widerstandes – Alles, so absurd es auch sein mag, hat Hogans Truppe im Lager eingerichtet und kann so jede Folge der Serie eine neue Herausforderung lösen.
Nach Realismus braucht man da natürlich nicht fragen, nicht einmal die Ausstattung ist historisch in irgendeiner Art und Weise korrekt. Die Wachen laufen mit amerikanischen Tommy Guns herum, Rangabzeichen ändern sich ständig und dem Zuschauer wird zum Beispiel ein M7 Priest Panzer plötzlich als Tigerpanzer verkauft. Aber um solche Feinheiten geht es bei einer Comedyserie schließlich auch nicht.
Wichtiger sind da schon die Drehbücher, die zumindest in der ersten Staffel noch recht abwechslungsreich und mit vielen Running-Gags vollgestopft sind. Die Naivität des Humors kann man zwar heute nur noch müde belächeln, trotzdem entwickelt er schnell einen eigenen Charme. Auch die Schauspieler sind sehr gut ausgewählt, wobei die übertriebene deutsche Synchronisation nochmal einen draufsetzt und deutsche Dialekte aufs Korn nimmt und im Original nicht vorhandene Wortspiele einbaut. Oft erinnert sie so an die legendären Synchronisationen der Bud Spencer und Terence Hill Filme – kein Wunder, war der Dialogbuchautor auch hier der geniale Rainer Brandt.
Die Balance, Witze über so ein ernstes und eigentlich trauriges Thema zu machen bekommt die Serie auf alle Fälle mühelos hin und überschreitet nie die Grenze zur Geschmacklosigkeit. Trotzdem, „Ein Käfig voller Helden“ ist einfach sehr angestaubt, so dass man von einem Blindkauf nur abraten kann. Lieber erst mal eine der unzähligen Wiederholungen auf Kabel 1 anschauen und dann überlegen, ob man in die Serie Geld investiert.

Bild:
Wirklichen überzeugend ist das Bild nicht, aber das kann man bei so altem Ausgangsmaterial auch kaum erwarten. Es bewegt sich leicht über dem Niveau der TV Ausstrahlung und sieht etwas „ausgewaschen“ aus. Auch die Schärfe bewegt sich eher im durchschnittlichen Bereich, dafür gibt es kaum Bildfehler oder ähnliches. Für eine Serie dieses Alters also durchaus okay, unterstützt die Bildqualität den Charme der Serie doch so sogar noch ein bisschen.
Ton:
Der deutsche Mono Ton ist etwas dumpf, aber sehr gut verständlich und ohne irgendwelche Störgeräusche oder Fehler. Der englische Ton ist heller und etwas blecherner. Auch ist die Lachspur dort manchmal etwas unglücklicher eingesetzt, so dass man Dialoge durch das Hintergrundlachen kaum noch versteht.
Bonus:
Man kann kaum glauben, dass das Paramounts Ernst ist, aber der DVD-Vertrieb hat der Box wirklich Null Bonusmaterial spendiert. Dabei findet man sogar nach kurzer Recherche im Internet dutzende Informationen und Videos über die Serie, die Darsteller und natürlich das tragische Schicksal von Hauptdarsteller Bob Crane. Da hätte eindeutig mehr drin sein können! Zudem sind die Menüs der DVDs selten hässlich gelungen.

FAZIT:
Die Serie ist ein Zeugnis ihrer Zeit und heute sicher hauptsächlich nur noch für Fans interessant, aber die recht lieblose DVD Veröffentlichung fast schon eine Frechheit. Dafür stimmt der Preis, 35 Euro für ganze 32 Folgen ist vollkommen in Ordnung
Bild - 6/10
Ton - 6/10
Bonus – 0/10
Film - 7/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Home Ent. zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]
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Gewinnspiel
Dank Paramount, ist es uns wieder einmal möglich zwei DVD Boxen an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird eine der DVDs bei euch im Briefkasten landen.
1. Für welche Syncronisationen war Rainer Brandt noch verantwortlich?
a) Für diverse Terence Hill und Bud Spencer Filme?
b) Für Friends?
c) Für Alf?
Schick die, hoffentlich richtige, Antwort bitte an: shagyonpsx.de
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Die Gewinner werden schließlich auf der Seite OnPSX.net bekannt gegeben.
Einsendeschluss ist der 30.09.2009.