Schwerter des Königs – Dungeon Siege + Gewinnspiel

13. May 2008

Schwerter des Königs – Dungeon Siege + Gewinnspiel

Wenn Videospielfans den Namen Uwe Boll hören, schlagen sofort die Alarmglocken, den bisher hat uns der gute Doktor nicht gerade mit Filmperlen beehrt. Seid er 2003 mit „The house of the dead\" anfing, adaptierte er danach unter anderem auch Videospielhits wie „Alone in the dark\" und zuletzt „FarCry\" für die große Leinwand. Mit „Schwerter des Königs - Dungeon Siege\" hat er sich sogar an ein Fantasy Epos getraut, welches Splendid film nun auf Blu-ray veröffentlicht. Wie sich die erste Blu-ray von Splendid film im Test schlägt und ob der Film ein Lichtblick in der Filmographie von Dr. Uwe Boll darstellt, verraten euch die folgenden Zeilen.

Originaltitel: In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale
Regie: Uwe Boll
Darsteller: Jason Statham, John Rhys-Davies, Ray Liotta, Leelee Sobieski, Burt Reynolds, Ron Perlman, Claire Forlani, Kristanna Loken, Matthew Lillard
Laufzeit: 127
FSK: 12
Ton: dts HD 7.1 (Deutsch), dts HD 5.1 (Englisch) dts Headphone Surround (Deutsch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: A, B, C
Bildformat: 2,35:1 (in 16:9)
TV-Norm: 1080p VC1 (ca. 25Mbit/s)
Produktion: 2007
Erschienen: 22.04.2008
Vertrieb: Splendid film
Preis: 23€

Film:
Prinz Fallow (Matthew Lillard) will endlich König werden und hat einfach keinen Bock mehr länger zu warten. Daraufhin verbündet er sich kurzerhand mit dem fiesen Magier Gallian (Ray Liotta), um endlich den König (Burt Reynolds) zu stürzen. Damit die Sache nicht allzu schnell auffliegt, geht der Magier einen kleinen Umweg und pimpt die eigentlich recht harmlosen Kreaturen Namens Krugs zu willenstarken Kriegern. Als bei einem Angriff auf ein Dorf der Sohn eines Namenlosen Farmers (Jason Stantham) getötet und seine Frau (Claire Forlani) entführt wird, macht sich der Farmer zusammen mit zwei Kumpels (Ron Perlman und Will Sanderson) auf seinen Sohn zu rächen und seine Frau zu befreien.

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Natürlich geht der erste Befreiungsschlag nach hinten los, der einzigste Lichtblick bei den Darstellern, Ron Perlman, wird nach der ersten Hälfte der Handlung sinnfrei dahingerafft, der böse Magier wird größenwahnsinnig und Farmer endet als verlorengegangener Sohn. Ein dümmliches und naives Töchterlein darf da natürlich ebenfalls nicht fehlen. Nicht nur von der Story her erinnert „Schwerter des Königs\" an eine typische „Xena\" oder „Herkules\" Staffel. Auch die Dialoge sind, wie nicht anders von Boll zu erwarten war, alle samt recht löchrig, schwachsinnig und strotzen nur so vor unfreiwilliger Komik. Das Ganze wurde zudem in wirklich langatmige zwei Stunden gepackt, kommt unglaublich vorhersehbar daher und wird von recht durchwachsen inszenierten Schlachten ergänzt. Dazu Logikfehler wohin das Auge reicht und ein hektische Standortwechsel nach dem andern, damit man ja so schnell wie möglich den Überblick verliert. Aber Uwe Boll, wäre nicht Uwe Boll und schon gar kein Doktor, wenn er nicht noch ein Ass im Ärmel hätte! So hat er genialer Weise einfach ein paar Ninja ins Setting gepackt, um das Fantasy Epos etwas von vergleichbaren Filmen abzuheben. Ich glaube der gute Dr. Uwe Boll hat sich in letzter Zeit zu viele Michael Dudikoff Filme angeschaut, denn anders lässt sich diese hirnverbrannte Idee wohl nicht erklären.

Da fragt man sich zwangsläufig, wo die 60 Millionen Dollar an deutschen Steuergeldern hin sind. Das Dilemma mit den deutschen Medienfonds ist aber hinreichend bekannt und selbst ausländische Produktionen bedienen sich mit den ein oder anderen Stück Kuchen. Immerhin soll „Far Cry\" der letzte durch Medienfonds finanzierte Film von Boll sein. Hoffen wir es. Aber zurück zu den 60 Millionen, welche wohl größtenteils für den Cast draufgingen. Den dieser liest sich recht ansprechend, wobei bis auf Ron Perlman alle recht gelangweilt agieren. So gibt Burt Reynolds den wohl gelangweiltsten Filmkönig aller Zeiten ab, während „Herr der Ringe\" Zwerg John Rhys-Davies einen auf Gandalf macht und Ray Liotta bei seinem Part heftiges Overacting praktiziert. Dazu gesellt sich ein hyperaktiver Matthew Lillard in bester „Scream\" Manier und Leelee Sobieski welche eindrucksvoll beweist, dass ein Stein mehr Ausdrucksstärke haben kann als sie. Jason Statham agiert recht brauchbar, wenngleich man ihm auch die Unlust ansieht. Aber was tut man nicht alles für Geld. Sogar unsere „deutsche PR Allzweckwaffe\" (O-Ton Uwe Boll) Eva Padberg hat einen kleinen Auftritt.

Der Rest ging wohl für die doch recht ansehnlich geworden Kulissen, schwankende Computereffekte und armsselige Wireaction drauf. Man kann sich das Schmunzeln einfach nicht verkneifen, wenn Kristanna Loken an steifen Kabeln hängt, welche nur dürftig mit Blattwerk bedeckt wurden. Bei den Krugs Kostümen muss dann auch endgültig das Geld ausgegangen sein, denn diese wirken wie aus billigen 70er Jahre Zombie Filmchen oder einer Power Rangers Episode. Musikalisch scheint sich dann Boll selber hinter die Elektroorgel gesetzt haben, denn wirklich Episch klingt der Score nicht. Ach ja, natürlich hat der Film rein gar nichts mit dem Spiel zu tun, aber dass nur nebenbei, da man dies eigentlich nicht anders erwartet hat.

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Bild:
Die Schärfe ist über die Laufzeit hinweg recht schwankend und reicht von sehr gut bis hin zu befriedigend. Teilweise wirkt das Bild nämlich etwas zu weich. Die Landschaftsaufnahmen sind dafür durchweg recht scharf, wenngleich die Kamerafahrten nicht an ein „Herr der Ringe\" heranreichen. Ebenfalls etwas negativ ist, dass das Bild immer mal wieder etwas zu überstrahlt ist und den ganzen Film ein recht auffälliges Filmkorn zu sehen ist, genauso wie ein paar weiße Punkte. Dadurch verschwinden in dunklen Szenen auch öfters mal ein paar Details. Dafür kann wiederum die Plastizität überzeugen.

Ton:
Zwar wurde der Ton in dts HD 7.1 auf die Disc gebrannt, doch leider kann dieser nicht auf ganzer Linie überzeugen. Ein Surroundeffekt kommt zwar zustande, doch tolle direktionale Effekte hört man leider vergebens. Auch der Soundtrack kann nicht wirklich punkten, wirkt nicht sonderlich räumlich und das wirklich positive wäre nur der Bass, welcher ganz gut drückt. Bei dem Budget hätten man deutlich mehr bringen müssen!

Bonus:
Bei einem Uwe Boll Film ist natürlich der Audiokommentar wieder das Non Plus Ultra und auf jedenfalls sehr hörenswert. Ich habe jedenfalls pausenlos abgefeiert wie sich Uwe Boll in den Himmel lobt, über andere lästert und dabei Kuchen futtert und Kaffee schlürft. Herrlich, wie auch ein paar allgemeine Infos über Hollywood. Der Kommentar ist in deutsch und englisch verfügbar. Daneben gibt es noch ein Making Of mit Bildern von Set und einigen Kommentaren des Cast, Interviews mit Cast und Crew sowie ein kommentarloses „Behind the scenes\". Leider sind die Extras nur in SD Auflösung auf der Blu-ray. Abgerundet wird alles mit dem Kinotrailer sowie einigen Trailern aus dem Splendid film Programm (einige in HD und andere in SD). Schön zu sehen ist zudem, dass es ein Booklet in die Blu-ray Hülle geschafft hat. Eine nette Idee ist auch, dass bei der PS3 ein Film Icon im Menu erscheint.

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FAZIT:
Was bleibt einem als Fazit noch zu sagen? Das Review liest sich sicher recht niederschmetternd, doch man muss zugeben, dass „Schwerter des Königs - Dungeon Siege\" der wohl beste Uwe Boll ist. Nichtsdestotrotz ist es schon traurig, was der Herr aus den 60 Millionen für einen Schund fabriziert hat. Gelangweilte Darsteller, fiese Logiklöcher, sprunghafte und nicht nachvollziehbare Schauplatzwechsel, langatmige Inszenierung ... und so weiter. Immerhin hat Splendid film eine wirklich ordentliche Blu-ray zu einem guten Preis abgeliefert, doch warum man solch einen Schund als erste Veröffentlichung aussuchte, bleibt mir schleierhaft. Man hätte durchaus auch die demnächst erscheinenden Filme „Traffic\" oder „Gangs of New York\" wählen können.

Bild - 8/10
Ton - 7/10
Bonus - 7/10
Film - 3/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Splendid film zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

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Gewinnspiel

Dank Splenidid film, ist es uns wieder einmal möglich eine Blu-ray an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird die Blu-ray bei euch im Briefkasten landen.

1. In was hat Uwe Boll seinen Doktortitel gemacht?
a) Filmwissenschaft
b) Literaturwissenschaft
c) Physiologie

Schick die hoffentlich richtige Antwort samt Adresse und Forennick (falls vorhanden) bitte an: shagy@onpsx.de

Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Der Gewinner wird schließlich auf der Seite OnPSX.de bekannt gegeben.

Einsendeschluss ist der 20.05.08.