Lissi und der wilde Kaiser

20. March 2008

Lissi und der wilde Kaiser

Nachdem „Der Schuh des Manitu\" eingeschlagen hat wie eine Bombe und mit „(T)raumschiff Surprise\" ein weitere Bully Paraden Sketch auf die Leinwand portiert wurde, schickt sich nun der Abschluss der Bully Trilogie an. Wer eine gute Sissi Parodie erwartet, sollte den Film allerdings mit Vorsicht genießen, da es sich bei „Lissi und der wilde Kaiser\" eher um „Shrek\" Konkurrenz handelt.

Originaltitel: Lissi und der wilde Kaiser
Regie: Michael „Bully\" Herbig
Stimmen: Michael „Bully\" Herbig, Christian Tramitz, Rick Kavanain, Lotte Ledl, Gerd Knebel, Waldemar Kobus
Laufzeit: 85
FSK: 6
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1 in 16:9
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2007
Erschienen: 14.03.2008
Vertrieb: Constantin Film / Highlight
Preis: 23€

Film:
Lissi und Franz. Ein wunderbares Paar in einer wunderbaren Welt! Alles ist in bester Ordnung. Genug Geldscheine zum Verheizen und reichlich Schokoladenkugeln zum Golfen. Selbstverständlich wird ab und zu auch ein bisserl regiert und ordentlich herumflaniert. Doch von einer Sekunde zur nächsten verdüstern Wolken den immerblauen Himmel über Schloss Schöngrün: Kaiserin Lissi wird Opfer einer Entführung! Umgehend nimmt der tapfere Franzl in Begleitung des Feldmarschalls und der kaiserlichen Frau Mama die Verfolgung des Kidnappers und seines Opfers auf. Anfänglich tappen sie im Dunkel, doch schon bald stoßen sie auf Fragmente eine Botschaft, die Lissi unbemerkt auf dem Weg zurücklassen konnte. Ihr Inhalt, soweit er sich rekonstruieren lässt, bedeutet einen Schock für Franz. Doch statt zu resignieren, reagiert der Kaiser seinem Naturell entsprechend: wild!!! Eine Jagd beginnt, die nicht einmal an der Landesgrenze halt macht, sondern bis tief nach Bayern führt.

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Diese recht einfallslose Story mag einem hier bekannt vorkommen und Rückschlüsse auf einen gewissen Oger kommen da nicht von ungefähr. Leider ist die Gagdichte nicht annähernd so groß wie bei der grünen Konkurrenz aus Amerika. Die Parodie auf Sissi funktioniert im Gegensatz zu den Winnetou und Star Trek Persiflagen vorne und hinten nicht, da der Bezug auf Sissi bis auf die Figuren und das Setting fast nicht existent ist. Anspielungen auf die Filme sucht man nämlich fast vergebens, denn Bully bediente sich eher im Märchengenre und anderen Filmen. Nebenbei können auch nicht wirklich die Animationen überzeugen. Die Mimik ist nicht gerade Ausdrucksstark und auch die sonstigen Details wie Kleidung und Hintergründe sind einfach zu starr und leblos geworden. Dadurch, dass die Mimik so schwach ist, zünden auch die meisten Situationsbedingten Gags nicht wirklich.

Ob die Entscheidung richtig war, Lissi als Animationsfilm zu machen, lässt sich nicht so leicht beantworten. Klar wäre es witzig gewesen, Bully im Kleid und Perücke zu sehen und der Kuss mit Christian Tramitz wäre sicher auch ein ordentlicher Lacher geworden, aber ob dies auch auf neunzig Minuten lustig gewesen wäre, steht auf einem anderen Blatt. Allerdings hätten viele Gags sicher auch von einer Realverfilmung profitiert, den das Trio Bully/Tramitz/Kavanain ist schließlich bekannt für ihren oftmals improvisierte Situationskomik, welche so animiert natürlich nie zustande kommt. Nebenbei schaut Lissi von der Figur echt heiß aus, aber Bullys Gesicht scheut doch schon ab.

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Bild:
Die Farben kommen herrlich zur Geltung und sind wunderbar bunt und märchenhaft geraten. Aber auch die Schärfe kann voll und ganz überzeugen wie auch der Kontrast. Leider kommt es immer wieder zu kleinem Rauschen im Bild, was dem Film letztendlich die Höchstpunktzahl kostet.

Ton:
Beim Ton gibt es ebenfalls nicht viel zu meckern. Die Stimmen sind immer gut verständlich und sind dynamisch und direktional gut eingebunden, wie auch die Effekte. Einziger Kritikpunkt ist, dass es keine PCM Spur gibt.

Bonus:
Hier gibt es leider neben der gewohnten Trailershow nur ein Making Of, welches aber recht witzig und sehenswert geworden ist, nur noch einige Interviews mit dem Cast und den Machern. Im inneren liegt, wie von Highlight gewohnt, noch ein kleines Booklet.

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FAZIT:
„Lissi und der wilde Kaiser\" kam mir nicht gerade als Parodie auf die „Sissi\"-Filme vor, sondern eher wie ein müder Abklatsch von „Shrek\", da hier auch viel Hokuspokus am Start ist. Leider funktioniert nur ein kleiner Teil der Gags und diese dann nicht einmal richtig gut. Auch die Anspielungen auf diverse Filme sind nicht wirklich witzig und mit der „Fluch der Karibik\" Parodie gab es hier nur einen wirklichen Reißer. Immerhin ist die Blu-ray technisch fast perfekt und sammelt nur in der Bonussektion Minuspunkte. Warum man nicht das Material der Premium DVD auf die Blu-ray packte, ist mir unverständlich!

Bild - 9/10
Ton - 9/10
Bonus - 4/10
Film - 4/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Constantin Film / Highlight zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]