Das traurige bei bisherigen Filmen über die ehemalige DDR war meist, dass immer sehr humorig wie bei „Good Bye, Lenin!\", „Sonnenallee\" oder der neuere „NVA\" an das Thema herangegangen wurde. Dabei war in der DDR nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen, was uns nun Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck mit dem Stasi Drama „Das Leben der Anderen\" versucht näher zu bringen.
Originaltitel: Das Leben der Anderen
Regie: Florian Henckel von Donnersmarck
Darsteller: Martina Gedeck, Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Hans-Uwe Bauer, Volkmar Kleinert, Matthias Brenner, Charly Hübner, Herbert Knaup
Laufzeit: 137
FSK: 12
Ton: DD 5.1 (Deutsch), PCM 5,1 (Deutsch), Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte, DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1 (16/9)
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2006
Erschienen: 14.02.2008
Vertrieb: Buena Vista Home Entertainment
Preis: 29€
Film:
Die Geschichte beginnt Mitte der Achtziger in Ost Berlin und erzählt die Geschichte von Georg Dreymann (Sebastian Koch), welcher ein eigentlich politisch loyaler Dramatiker ist. Doch für Minister Bruno Hempf (Thomas Thieme) ist Dreymann ein Dorn im Auge, da dieser mit Dreymanns Freundin Christe Maria Sieland (Martina Gedeck) eine Affäre hat und diese auch unterdrückt. So wendet sich Hempf an Oberstleutnant Anton Grubitz (Ulrich Tukur), welcher sich sogleich davon einen Karrieresprung erhofft. Um die illustre Runde komplett zu machen, setzt Grubitz auf Dreymann mit Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) auch gleich seinen besten Mann an. So wird im Dachboden des Hauses, wo Dreymann seine Wohnung hat, eine kleine Einsatzzentrale eingerichtet und die Wohnung komplett verwanzt. Natürlich wird dabei alles genausten protokolliert, was auch einen kleinen Nebeneffekt nach sich zieht. Wiesler bekommt so langsam mit, dass es nicht wirklich um Dreymanns politische Einstellung geht, sondern um seine schöne Lebensgefährtin, auf die ja bekanntlich Minister Hempf scharf ist. Auch macht Wiesler mit der Zeit einen inneren Wandel durch und hinterfragt das System, wodurch die Karten im Kammerspiel neu gemischt werden.

Es gehört schon eine Menge Mut dazu, einen Debütfilm über eine solch brisante Thematik zu drehen. Immerhin stellt „Das Leben der Anderen\" die erste ernsthafte Auseinandersetzung des Themas dar, den bisherige Verfilmungen waren ja eher humorig inszeniert. Die Geschichte um Liebe und Verrat wird sehr ergreifend erzählt und zudem von großartigen Darstellern getragen. Allen voran natürlich Ulrich Mühe als Stasi Hauptmann Wiesler. Schon die Anfangssequenz, wo er einen Fluchthelfer verhört, ist schauspielerisch brillant gespielt. Leider wird sein Wandel später etwas zu schnell abgehandelt und er bleibt nicht ganz nachvollziehbar, warum und weshalb er sich dem System abwendet. Dies hätte man etwas mehr ausbauen sollen und ist einer der wenigen Schnitzer von Florian Henckel von Donnersmarck. Ein anderer Schnitzer wäre die etwas langatmige Erzählweise. Der Film wirkt dadurch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Hier hätte man den Film sicher etwas mehr straffen können.
Wie erwähnt kommt der Film recht ernsthaft daher und bietet dem Zuschauer einige recht bedrückende Szenen. Wenn Wiesler zum Beispiel die Wohnung von Dreymann verwanzt und dies die Nachbarin bemerkt, wird sofort recht scharf darauf hingewiesen, dass es für ihre Tochter und Familie allgemein ein übles Nachspiel hat, falls sich die Nachbarin an Dreymann wendet. Auch das Ganze Drumherum der Verhörungen und der Spionage an sich ist recht schockierend, aber auch sehr interessant. Trotz all des Ernstes, kommt es auch immer wieder zu kleineren Witzen und ironischen Bemerkungen zum System der DDR. Dies nimmt zum Glück aber nie Überhand. Ebenfalls hervorragend ist, dass alles wirklich authentisch wirkt und nie mit Klischees oder Effekthascherei vermischt wurde. Ab und an stimmen zwar kleinere Details nicht (wie zum Beispiel Fahrzeuge, welche es damals noch nicht gab), aber diese fallen nur Kennern der DDR wirklich auf.

Bild:
Das Bild wurde recht gut auf die Blu-ray gepresst und überzeugt mit einer sehr guten Schärfe, wobei diese am Rand des Bildes teilweise etwas abfällt (wobei es sich hier um Stilmittel handelt). Ab und an stört auch etwas das Rauschverhalten, welches mal stärker und mal schwächer daherkommt. Die Farben wirken schön natürlich und auch der Kontrast gibt keinen Anlass zur Kritik.
Ton:
Genrebedingt kann man natürlich nicht viel erwarten. Letztendlich sind alle Dialoge und die Geräuschkulisse recht gut abgemischt, wobei alles ruhig etwas räumlicher hätte sein können. Störeffekte sucht man hier vergebens und sorgen für eine hohe Wertung.
Bonus:
Leider packte man nur das Bonusmaterial der ersten DVD Veröffentlichung auf die Blu-ray und nicht zusätzlich das Material der neuesten DVD Veröffentlichung. Dies ist natürlich unverständlich und sorgt für Punktabzug. Herzstück der Extras ist zweifelsohne der Audiokommentar von Florian Henckel von Donnersmarck. Des Weiteren findet der Bonusfreund noch zusätzliche Szenen, ein Making Of, sowie den Kinotrailer und ein Interview mit Florian Henckel von Donnersmarck.

FAZIT:
Ich war anfangs recht skeptisch darüber, ob der Film nicht doch ins kitschige und klischeehafte abdriftet. Die Geschichte könnte zwar etwas straffer erzählt sein, da sich doch ab und an Längen bemerkbar machen, doch die Umsetzung ist wirklich sehr gut. Der Film ist weder kitschig, noch wird einem der erhobene Zeigefinger entgegengestreckt. Auch der Spannungsbogen bliebt immer bestehen und auch die Inszenierung ist sehr gut gelungen.
Bild - 8,5/10
Ton - 9/10
Bonus - 6/10
Film - 9/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Buena Vista Home Entertainment zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
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Gewinnspiel
Dank Walt Disney Home Entertainment, ist es uns wieder einmal möglich eine Blu-ray an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird die Blu-ray bei euch im Briefkasten landen.
1. Wann fiel die Mauer, welche jahrelang die BRD und die DDR trennte?
Schick die, hoffentlich richtige, Antworte bitte an: shagy@onpsx.de
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Der Gewinner werde schließlich auf der Seite OnPSX.de bekannt gegeben.
Einsendeschluss ist der 20.03.2008.