Saw - Directors Cut

25. February 2008

Saw - Directors Cut

Wie so oft stagniert der Markt an durchschnittlichen Filmen die immer nach Schema F abgedreht werden und nur ab und an kommen aus dem Independentbereich neue Impulse. So sind es oft die Debütwerke einiger begabter junger Leute die einem Genre neue Impulse geben. Jahre nach „Sieben\" ist eigentlich nichts nennenswertes im Genre der Psychothriller passiert, aber mit „Saw\" schickte sich James Wan 2004 an, in seinem Debüt etwas neues zu schaffen. „How fucked up is that?\" So fragt man sich, denn Saw ist fast perfektes, sickes und extrem krankes Low Budget Kino, welches mittlerweile (leider nur durchschnittliche) drei Nachfolger nach sich zog. Teil eins erscheint nun auf Blu-ray .

Originaltitel: Saw
Regie: James Wan
Darsteller: Tobin Bell, Cary Elwes, Danny Glover, Ken Leung, Dina Meyer, Leigh Whannell
Laufzeit: 103
FSK: Keine Jugendfreigabe
Ton: dts-HD 7.1 (Deutsch, Englisch), dts 6.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 1,85:1 (anamorph)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2004
Erschienen: 08.02.2008
Vertrieb: Kinowelt

Film:
Die zwei Männer Adam (Leigh Whannell) und Dr. Lawrence Gordon (Cary Elwes) erwachen in einer heruntergekommenen Toilette und sind zudem mit schweren Ketten an eine Rohrleitung gekettet. Einer links, der andere rechts im Raum ... in der Mitte eine Leiche, welche in der einen Hand eine Pistole und in der anderen ein Abspielgerät hält. Als beide in ihren Hosentaschen eine Kassette finden, erweist sich natürlich das Abspielgerät als sehr hilfreich.

Was sich auf den Kassetten befindet und wie sich die ganze Geschichte entwickelt, verrat ich an dieser Stelle natürlich nicht. Aber noch als Anmerkung. Beide wurden von einem perversen Serienkiller gefangengenommen und wissen anfangs nicht wirklich warum und weshalb. In der Kloake befinden sich zudem kleinere Hinweise und Gegenstände, wie auch die Namensgebende Säge.

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„Nach Sieben kommt nicht Acht, sondern Saw!\"

Der Film hat einen tollen Anfang und der Zuschauer weis auch nur das, was die Protagonisten wissen. Wenn man darüber nachdenkt wie es ist, eingesperrt in dieser Kloake zu sein und keinen Ausweg vor Augen zu haben, kommt eine perverse Stimmung auf. Das besondere an dem Todesspiel des Killers ist auch, dass er nie selber tötet sondern seine Opfer Quasi in einen Selbstmord treibt. Wobei die Opfer immer einen Ausweg aus der Situation finden können...jedoch haben bisher alle Opfer, bis auf eine Frau, bei den sadistischen Spielen ins Gras gebissen. Um die Geschichte zudem etwas voranzutreiben, werden einige Rückblenden gezeigt. So werden natürlich auch die bisherigen Spielchen gezeigt, welche sehr geil in Szene gesetzt wurden. So sitzt das erste Opfer in einem Raum, welcher nur einen Ausgang hat. Dieser Ausgang schließt sich jedoch durch einen Timer an der Tür und somit würde das Opfer zugrunde gehen. Leider befindet sich zwischen ihm und der Tür ziemlich viel Stacheldraht und so rennt er unter Panik einfach durch den Stacheldraht. Krass! Das ganze wird - wie die anderen Todesspiele auch - als eine Art Zeitraffer gezeigt und kommt mit passender Mucke genial rüber. Splatter Fans werden aber hier nicht auf ihre Kosten kommen, da sich der Splatter ziemlich in Grenzen hält. Das die Polizei bei solchen Morden natürlich nicht tatenlos zuschaut, wurden zudem noch zwei Cops (Danny Glover und Ken Leung) auf den Psychopaten angesetzt.

Mhh ... Fuß oder Kette?

Zum einen bringen die Rückblenden den Zuschauer weiter, doch auf der anderen Seite bremsen einige Rückblenden eher die Spannung. So interessierte mich das Familienleben des Arztes nicht wirklich, und da die Charaktere eh nicht sonderlich komplex sind, empfand ich es als noch nerviger. Auch ein Nachteil ist, das der Zuschauer keine Chance hat den Täter zu entlarven. So gibt es zwar eine Minute vor Ende einen tollen Überraschungseffekt und die Kinnlade fällt runter, doch im Nachhinein empfinde ich es als etwas unbefriedigend. Die Darsteller können hier jedoch alle überzeugen und bringen die düstere Stimmung gekonnt rüber.

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Bild:
Das Bild ist recht ordentlich, wenn auch nicht überragend in der Schärfe. Diese müsste etwas besser sein und schwankt auch schon mal. Dafür, dass der Film viel im Dunkeln spielt, hält sich das Rauschen positiv zurück.

Ton:
Wenn das Soundgewitter in den Todesszenen losbricht, fühlt man sich wie Jigsaw und ist mittendrin und es kommt ein sehr guter Raumklang mit einer schönen Dynamik zustande. Ansonsten ist der Film ja eher ruhiger gehalten und alle Dialoge sind klar und verständlich.

Bonus:
Die Bonussektion ist recht umfangreich und was ebenfalls schön ist, sehr informativ und kurzweilig. Neben zwei Audiokommentaren (einmal mit James Wan, Leigh Whannell und Cary Elwes und einmal mit den drei Produzenten) findet man noch das obligatorische und gute „Behind the scenes\" sowie einen Blick hinter die Dreharbeiten und ein kleines Feature über die Idee hinter Saw. Des Weiteren gibt es noch einen tollen Jigsaw Report, wo die Spur zum Mörder anhand einer fiktiven TV Show verfolgt wird. Abgerundet wird alles durch witzige und nicht ganz ernstgemeinte Kommentare über Billie (die Jigsaw Puppe), sowie Interviews mit dem Cast und einigen Darstellern, einer alternativen Szene und dem ursprünglichen Kurzfilm „Saw\". Trailer zum Film und einige TV Spots dürfen natürlich auch nicht fehlen und, wie auch der Videoclip von Fear Factory „Bite the hand that bleeds\". Bis auf den deutschen „Saw\" Trailer und fast allen Filmtrailern zum Kinowelt Programm, ist das Bonusmaterial leider nur in SD Auflösung. Witzig ist der minutenlange HD-DVD Werbetrailer zu „Terminator 2\", welcher ja bisher noch nicht für Blu-ray angekündigt wurde.

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FAZIT:
„Saw\" ist, um es in wenigen Worten zu sagen, ein extrem krankes und perverses Todesspiel! Zwar wird die Spannung aufgrund einiger bremsenden Rückblenden nicht den kompletten Film aufrechterhalten und die - für meinen Geschmack - zu sehr konstruierte Story hat einige Logikfehler, dennoch wird die aussichtslose Situation super präsentiert. Der Film kommt zwar nicht an „Sieben\" ran, aber für Fans sadistischen Kinos dennoch sehr sehenswert, aufgrund der tollen Inszenierung und des gekonnten Spiels der Akteure.

Bild - 7,5/10
Ton - 8,5/10
Bonus - 7,5/10
Film - 8/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Kinowelt zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]