Wer hätte so etwas je für möglich gehalten, dass es eine Videospielverfilmung einmal zu einer Trilogie schaffen würde? Dabei konnte man den ersten Teil fast komplett in die Tonne treten. Immerhin steigerte sich Teil 2 zu einem recht tollen Popcornfilmchen, welches Spaß machte. Ob es bei „Extinction" noch eine Steigerung gab, lest ihr in den folgenden Zeilen. Die Aussichten stehen zumindest recht gut, da man sich „Mad Max: Der Vollstrecker" zum Vorbild nahm und zudem mit Russell Mulcahy („Highlander", „Shadow und der Fluch den Kahn") einen erfahrenen Regisseur fand.
Originaltitel: Resident Evil: Extinction
Regie: Russell Mulcahy
Darsteller: Milla Jovovich, Oded Fehr, Ali Larter, Iain Glen, Mike Epps, Spencer Locke, Ashanti, Gary Hudson, Matthew Marsden
Laufzeit: 94
FSK: keine Jugendfreigabe
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch, Englisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 2,40:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2007
Erschienen: 14.02.208
Vertrieb: Highight/Constantin Film
Preis: 28€
Film:
Der Film steig fünf Jahre nach dem zweiten Teil ein und der T-Virus hat mittlerweile fast die komplette Menschheit in Zombies verwandelt. Zu allem Übel hat sich unser einst so schöner Planet in eine einzigste Wüste gewandelt, was natürlich völliger unlogischer Schwachsinn ist, aber egal. Die wenigen Überlebenden fahren in der postapokalyptischen Zukunft in kleineren Konvois durch die Wüste, während unsere Alice (Milla Jovovich) einen auf einsam macht und alleine auf ihrer dicken BMW durch die Gegend cruist. Immer auf der Suche nach Sprit und Fressalien. Auf der anderen Seite gibt es natürlich wieder die Umbrella Organisation, welche sich in ihren Bunkern verschanzt haben. Hier gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Dr. Issac, welcher neben dem Klonen von Alice auch noch damit beschäftig ist, aus den Zombies hilflose und billige Massenarbeitskräfte zu formen.

Und wieder einmal beweist Paul W. S. Andersons, dass er einfach keine eigenen Ideen zustande bringt und selbst noch seine geklauten Ideen aus den Vorgängern im dritten Teil recycelt. So versuchte er ein Drehbuch zusammenzupuzzeln, was ihm aber nicht wirklich gelang. Schon eine der ersten Actionszenen mit den Hunden bringt von der Inszenierung her ein recht großes Déjà-vu mit sich und ist einfach nur langweilig und vorhersehbar. Auch die Idee, Untote zu zähmen ist nicht wirklich neu. Das man sich zudem an Hitchcock versuchte und sich im Making Of auf die gleiche Stufe stellt, setzt dem Ganzem noch die Krone auf! Neben dem aus Teil zwei bekannten Dr. Issac trifft Alice auch auf zwei weitere alte Gesichter in der Wüste. Die Charakterentwicklung ist in diesem Teil aber auch wieder gleich Null, wobei sich dies noch verschmerzen lässt, wenn den wenigstens der Rest stimmen würde.
Anderson hat versucht aus vielen Bruchstücken einen Film zusammenzubasteln, doch „Resident Evil: Extinction" kommt eher wie eine auf 90 Minuten aufgeblasene TV Serie daher. Zum Glück hat man sich mit Russell Mulcahy einen recht erfahrenen Regisseur auf den Stuhl geholt, welcher zwar in den letzten Jahren ebenfalls nicht mehr viel zustande brachte, aber dennoch den Film etwas retten kann. So sind die Bilder in der Wüste wirklich stimmig und geben die postapokalyptische Zukunft recht gut wieder, wenn der Konvoi vorbei an vereinzelten Zombies entlang eines Highway fährt. Auch das Las Vegas Setting kann überzeugen, wird im Film jedoch zu schnell anhand einer Actionszene verbraten. Aber das hilft halt alles nicht, wenn die Darsteller dilettantisch durch die Wüste stampfen, die Dialoge an Peinlichkeiten nicht mehr zu übertreffen sind und so etwas wie ein Spannungsbogen nicht existent ist. Milla läuft wie schon seit Teil 1 emotionslos und dick geschminkt (was in der Wüste noch sinnfreier ist) durchs Setting, Iain Glen als Dr. Issac ist seiner Rolle als kranker Wissenschaftler ebenfalls nicht gewachsen und auch die anderen sind nicht mehr als gelangweilte Statisten. Einzig Oded Fehr kann ein wenig überzeugen und man sieht ihm an, dass er unterfordert ist.

Fans der Videospielserie raufen sich zusätzlich die Haare, da sich der dritte Aufguss nun bis zur Unkenntlichkeit entfernt hat. Da hilft es auch nicht, einfach bekannte Namen im Film irgendwelchen Leuten (Claire Redfield und Albert Wesker) zu geben, welche im Spiel jedoch eine ganz andere Rolle hatten. Auch die CGI Effekte sind mal wieder alles andere als gut gelungen, was man vor allem beim Tyrant und dem Krähenangriff sieht.
Bild:
Der Film spielt sehr viel im hellen und da kann die Blu-ray vollends Punkten. Vor allem wirkt das Bild hier ungemein plastisch, auch wenn es etwas zu hell ist. Auch der Kontrast kann da nicht völlig überzeugen. Die Farben wurden zwar etwas abgeändert, sind jedoch schön kräftig. In den dunklen Szenen fällt das Bild allerdings etwas ab und auch bei schnellen Kameraschwenks wirkt das Bild etwas unruhig. Die Schärfe geht in Ordnung, bietet aber keinen Wow! Effekt und wurde teilweise weich gezeichnet.
Ton:
Die Dynamik ist recht gut, doch leider auch teilweise etwas zu sprunghaft, so dass man plötzlich schnell mal zur Fernbedienung greifen und leiser, bzw. lauter drehen muss. Die deutsche Syncro ist wie bei den zwei Vorgängern recht schlecht, doch die englische ist da auch nicht wirklich besser, passen aber auch irgendwie zum trashigen Gesamtbild des Filmes. Vom Druck (könnte etwas kräftiger sein) und dem Raumklang nehmen sich alle Tonspuren nichts. Alles in allem recht gut, wenn leider nicht überwältigend
Bonus:
Neben einem Audiokommentar, gibt es auf der Disc noch zwei Making Of, wobei eines davon in HD und das andere in SD ist. Wie bei Resident Evil gewöhnt, sind die Making Of nicht gerade informativ und dienen eher zu Werbezwecken. Schön zu sehen ist allerdings, dass das SD Making Of eine deutsche Syncro besitzt. Des Weiteren findet der Bonusfreund noch ein paar geschnittene und gelöschte Szenen, sowie elf (recht kurze) Interviews mit dem Cast und der Crew und sieben HD Trailer zu Filmen aus dem Constantin/Highlight Programm. Schön zu sehen ist auch wieder, dass ein kleines Booklet in der Hülle liegt.

FAZIT:
Während Teil 2 ordentlich ab ging und immer wieder Spaß macht, dümpelt der Abschluss (?) der Serie wieder in unteren Wertungsregionen herum. Das Setting an sich ist wirklich cool und auch die postapokalyptische Stimmung kommt weitestgehend zu Stande, doch die grausigen Dialoge, hölzernen Darsteller und die von Logikfehlern nur so durchsiebte Story vermiesen einen jeglichen Genuss. Alles in allem ein müder „Mad Max: Der Vollstrecker" Abklatsch, bei dem wie immer viel Potential der Videospielserie verschenkt wurde und man sich nun endgültig von der Videospielvorlage entfernt hat. Technisch gibt sich wenigstens die Blu-ray keine Blöße und kann beim Bild und Ton gut punkten.
Bild - 8/10
Ton - 8/10
Bonus - 3,5/10
Film - 5,5/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Highight/Constantin Film zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]