Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders

03. December 2007

Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
„Das Parfum“ ist mit einem Budget von über 50 Millionen Euro einer der teuersten deutschen Filme überhaupt. Doch wird er damit automatisch auch der bekannten Buchvorlage von Patrick Süskind gerecht?

Originaltitel: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman, Rachel Hurd-Wood
Laufzeit: ca. 147
FSK: 12
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch, Englisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: 1080p
Codec: VC-1
Produktion: 2006
Erschienen: 2007
Vertrieb: Constantin Film
Preis: 29€

Film:
Viel Schelte musste „Das Parfum“ von Kritikern, Freunden der Romanvorlage und auch von den Nicht-Kennern des Buches einstecken. Den einen war es zu weit weg von der Vorlage, den anderen zu nahe dran, manche störten die fantastischen Elemente, manchen war zu nah am Mainstream. Dabei hat Tom Tykwer den Film auf die einzige Weise verfilmt, wie man einen so schwierig zu visualisierenden Roman mit einem so hohen Budget verfilmen kann, ohne einen finanziellen Schiffbruch zu erleiden. Die Geschichte des Frauen Mörders Jean-Baptiste Grenoullie (Ben Whishaw), der mit einem unglaublichen Geruchssinn ausgestattet durch das Frankreich des 18.Jahrhunderts reist, wurde in phänomenalen Bildern eingefangen. Kameramann Frank Griebe schuf zusammen mit Tykwer eine Visualisierung, die dem Stoff mehr als angemessen ist und die Gerüche des Films fast schon „riechbar“ macht. Dabei wurde nicht mit aufwendigen Kulissen und Spezialeffekten gespart, die allerdings nie zum Selbstzweck verkommen.

 

Die Geschichte selbst wird trotz der stattlichen Lauflänge zügig erzählt (um ein paar Kürzungen des Romans kam man trotzdem nicht herum) und bleibt immer nachvollziehbar. Ausnahme ist, wie schon im Roman, das gewöhnungsbedürftige Ende. Aber für das kann Tykwer ja nichts. Außerdem finde ich, dass er es durch seine Inszenierung mit Bravour gelöst hat. Im Gegensatz zum Buch ist die Massenorgie kein tierischer Ausbruch der Lust, sondern vielmehr ein „Reigen der Liebe“. Das verändert die Gesamtaussage der Geschichte allerdings nicht sehr, stattdessen macht es sie noch deutlicher. Den Zuschauer erwartet mit „Das Parfum“ ein sehr gut gemachter, wunderbar gespielter Film, dessen Anspruch nie auf Kosten der Unterhaltung geht. Unglaublich, was für gute und aufwendige Filme inzwischen wieder in Deutschland produziert werden. Bitte mehr davon!

[Review verfasst von anno nym]

 

Bild:
Nachdem die bisherigen Blu-ray aus dem Hause Highlight steht’s auf den veralteten MPEG-2 Codec setzten, nahm man sich nun eine 50GB Disc zur Hand und verwendete einen VC-1 Codec. Dies macht sich sofort bemerkbar, denn das Bild ist wirklich sehr gut geworden. Der Film besteht ja aus sehr vielen Close Ups, welche fast durchgehend mit einer tollen Schärfe überzeugen können. Das letzte Quäntchen fehlt zwar noch, aber vielmals lag auch der Focus der Kamera etwas falsch. Leider kann die Schärfe bei Weitwinkel und weitere entfernten Aufnahmen nicht so überzeugen wie die Close Ups und schwanken zwischen dürftig und sehr gut. Schön zu sehen, dass das Rauschen der DVD bei der Blu-ray nicht mehr so aufdringlich ist. Auch der Kontrast und die tollen Farben können überzeugen.

Ton:
Wie schon bei die DVD, kann die Blu-ray auch nicht vollends überzeugen. Vor allem die direktionalen Effekte lassen wieder zu wünschen übrig. Dafür kann die Abmischung des Soundtracks überzeugen und tönt atmosphärisch aus alles Lautsprechern.

Extras:
Während es die DVD in einem wunderschönen Digipack genauso gab, wie in einer großen Holzkiste inklusive Duftproben, erscheint die Blu-ray in einer normalen Hülle. Wenigstens hat man das Booklet von der DVD auch in die Blu-ray gerettet. In diesem Booklet finden sich Infos über die technischen Details der Blu-ray, sowie Infos über die wichtigsten Darsteller und den Film selbst. Auf der Blu-ray an sich findet man folgende Extras:

- Audiokommentar von Regisseur Tom Tykwer
- Audikommentar von Produktionsdesigner Uli Hanisch und Assisten Kai Karla Koch
- Audiokommentar von Kameramann Frank Griebe und Cutter Alexander Berner
- Filmografien der Darsteller
- Making of „Das Parfum“ (ca. 54min)
- Interviews mit Cast und Crew (ca. 42min)
- Trailer (Resident Evil, Resident Evil: Apocalyspe, Resident Evil: Extinction, Hero DC, Fantastic Four, Fantastic Four: Rise of the silver surfer)

Leider hat man einige Extras der DVD (z. B. die Hörfilmfassung) unter den Tisch fallen lassen und das vorhandene Material nur in SD Auflösung auf die Disc gepackt. Immerhin sind alle Trailer in HD Auflösung. Die drei vorhandenen Audiokommentare besitzen eine riesige Fülle an Informationen über den Film und sind alle samt hörenswert. Auch das Making of und die Interviews sind sehr gut geworden und fast frei von Marketing Gequatsche. Schön zu sehen ist auch, dass es Highlight endlich schaffte ein Pop Up Menu im Film einzubauen.


FAZIT:
Ich kenne die Romanvorlage nicht, weshalb ich nicht viel darüber sagen kann, inwiefern sich der Film daran hält, bzw. entfernt. Sagen kann ich aber, das die Inszenierung wunderbar gelungen ist und auch die Ausstattung vollends überzeugen kann. Einzig kommt es mir so vor, dass die Rolle des Jean-Baptiste Grenoullie etwas zu brav geraten ist. Man hat steht’s das Gefühl, das er eigentlich heimtückischer sein müsste. Nichtsdestotrotz ist „Das Parfum“ ein dreckiger und Bildgewaltiger Film auf einer technisch guten Blu-ray mit ein paar Schwächen bei der Schärfe der Weitwinkelaufnahmen.

Bild – 7,5/10
Ton – 7/10
Bonus – 7,5/10
Film - 9/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Constantin Film zur Verfügung gestellt]

[Technische Details verfasst von Shagy]