Originaltitel: Burakku jakku
Regie: Osamu Dezakis
Laufzeit: 90
FSK: 16
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Japanisch), dts 5.1 (Deutsch, Japanisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 16:9 anamorph
TV-Norm: Pal
Produktion: 1996
Erschienen: 2007
Vertrieb: OVA Films
Preis: 20€
Film:
Kuró Hazama, alias Black Jack, gilt als der beste Arzt der Welt, nur leider arbeitet er ohne Lizenz. Doch sobald die Situation ausweglos erscheint, bleibt den Angehörigen meist keine Alternative. Dabei verlangt er allerdings auch ein gehöriges Sümmchen Geld, wobei er auch bereit dazu ist, dass Geld zurückzuzahlen, sofern die Behandlung fehl schlägt. Seinem neusten Auftrag steht er allerdings skeptisch gegenüber und will sich der Sache trotz Blankoschecks nicht annehmen. Überhaupt ist er sehr wählerisch und wenn ihn ein Job nicht reizt, nimmt er ihn auch nicht an. Als allerdings seine Begleiterin Pinoko (sie wurde von Black Jack „geschaffen“) entführt wird, bleibt ihm nichts anders übrig als den Job anzunehmen. Er soll die Ursache finden, warum die sogenannten Supermenschen allesamt unter mysteriösen Krankheiten leiden und der Reihe nach sterben. Supermenschen sind solche Menschen, welche aus unerklärlichen Gründen zu Höchstleistungen fähig sind. Egal ob im Leistungsport, in der Kunst oder in Geisteswissenschaften. Anfangs kann sich keiner die Leistungsschübe erklären, doch die wirkliche Ursache lässt nicht lange auf sich warten. Hinter den Supermenschen steht nämlich ein dubioser Pharmakonzern, welcher einen tödlichen Virus unter seine Konztrolle bringen will. Natürlich geht das gehörig in die Hose und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Und dieser Wettlauf wurde sehr spannend inszeniert. Es kommen immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht, welche Black Jack immer tiefer in die Sache reinziehen. Nachdem der Virus außer Kontrolle geraten ist, liegt es nun an Black Jack ein Gegenmittel zu finden und die im sterben liegenden Patienten zu retten. Langeweile kommt hier nicht auf und die 90 Minuten vergehen recht schnell. Die Action kommt dabei nie zu kurz und wurde auch recht blutig in Szene gesetzt. Vorkenntnisse der OVA oder des Manga benötigt man hier übrigens nicht. Falls man sich doch noch in die Materie vertiefen möchte, findet in der Bonussektion noch einige Hintergrundinfos über Black Jack und auch seine Begleiterin Pinoko.
Technisch gesehen macht der Film auch heute noch eine recht gute Figur. Das Charakterdesign orientiert sich an die Manga Vorlage und wurde recht einfach gehalten. Ansonsten gibt es aber viele sehr hübsche Details im Hintergrund und auch bei den Operationen gibt es deutliche Details zu erkennen (immerhin war Osamu Tezuka selber Arzt). Bei der Animationsqualität muss sich der Film ebenfalls nicht verstecken, wenngleich er nicht so überragend ist wie beispielsweiße ein „Ninja Scroll“ aus der etwa gleichen Zeit. Besonders schön fand ich bei der Inszenierung auch die vielen Standbilder mit einem speziellen Look (siehe hier auch das letzte Bild). Übrigens sei noch erwähnt, dass der leichte erotische Einschlag der OVA hier fast nicht existent ist. Dies aber nur am Rande, den wirklich vermissen tut man dies nicht.
Abschließend noch ein paar Worte zur deutschen Synchronisation. Dies kann ja bei vielen Anime auch heute noch ein Todesurteil sein, doch hier hat OVA Films fast alles richtig gemacht. Die Syncro kann fast auf ganzer Linie überzeugen und besitzt keinen wirklichen Ausrutscher. In Sachen Emotionen nehmen sich die deutsche und die japanische Syncro nicht viel und sind fast ebenbürtig.

Bild:
Der Film hat ja nun schon über 10 Jahre auf dem Buckel und die sind leider nicht ganz spurlos am Material vorbeigegangen. Zwar finden sich keine Dropouts oder Verschmutzungen im Bild, doch leider wirken die Farben etwas zu blas. Auch die Schärfe kann nicht den kompletten Film lang überzeugen, befindet sich aber auf überdurchschnittlichem Niveau. Ab und an lassen sich auch kleinere Kompressionsartefakte erkennen und der Kontrast wirkt in manchen Szenen ebenfalls verbesserungswürdig.
Ton:
Zwar liegt der Film in DD 5.1 und in dts 5.1 auf der Disk, doch so wirklich viel bekommt man davon nicht mit. So präsentiert sich der Ton meist sehr frontlastig und Surroundeffekte nimmt man nur vereinzelt war. Bis auf diesen Makel geht der Ton aber in Ordnung und alle Dialoge sind steht’s verständlich und ein knistern und rauschen ist nicht zu vernehmen.
Bonus:
Die Verpackung kommt in einer dicken 2er Amaray Hülle daher und lässt auf großes in der Verpackung hoffen. Leider findet sich kein schönes Booklet oder andere Gimmicks darin, sondern nur ein Werbeheftchen. Immerhin schmück das Inlay noch einmal das Artwork des DVD Covers. Drinnen finden sich dann zwei DVDs mit folgenden Extras:
-Interview mit dem Produzenten Sumio Udagawa
-Hintergrundinformationen zu Black Jack, sowie Osamu Tezuka
-Trailer und Infos zum Tezuka Werk „Hinotori“
-zwei Filmtrailer zu Black Jack
-Trailer zu den einzelnen Black Jack OVAs
-16 Trailer zu Filmen und OVAs aus dem OVA Films Programm
-Black Jack Preview: Iceberg, Man with Kimaira
Die beiden Highlights sind zweifelsohne das Interview mit Sumio Udagawa, wo es nicht nur um den Film, sondern auch um andere OVA und Osamu Tezuka geht. Recht interessant und mit über 35 Minuten auch sehr lang. Das zweite Highlight ist das Preview zur Black Jack OVA. Dieses Preview ist in sich abgeschlossen und geht ca. 45 Minuten. Ansonsten gibt es noch Texttafeln mit Infos, sowie massig Trailer aus dem OVA Programm, doch diese Trailer haben ja nun nicht wirklich etwas mit dem Film zu tun. Leider kann man sich nicht das Opening und Ending des Filmes separat anschauen und auch das Fehlen ein paar schöner Gimmicks ist schade. Da hat man schon eine dicke 2er Amaray genommen und dann finden sich nicht einmal ein paar Postkarten drin.

FAZIT:
Viel kann man an der Verfilmung des Manga nicht aussetzten. „Black Jack: The Movie“ ist spannend inszeniert, wird recht flott erzählt, bietet ein paar Überraschungen und ist technisch gut gemacht. Auch die Hauptcharaktere sind recht tiefgründig und keine flachen Stereotypen ohne Persönlichkeit. Letztendlich hat mich der Film auch sehr neugierig auf die Serie gemacht. Die DVD ist zwar keine Meisterleistung, doch geht bei solch einem alten Anime völlig in Ordnung. Fans spannender Thriller und „Dr. House“ (zumindest laut Werbeheftchen) sollten unbedingt einmal reinschauen!
Bild – 7/10
Ton – 6/10
Bonus – 6/10
Film – 9/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von OVA Films zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]