Der zweite Teil der Trilogie verursachte bei mir nicht gerade Freudensprünge und stimmte mich sehr unglücklich. Hatte man es doch tatsächlich geschafft einen uninspirierten Abklatsch des ersten \"Fluch der Karibik\" Filmes abzuliefern und servierte uns nach Zweieinhalbstunden sogar noch einen dicken, fetten Cliffhänger. Damit hat der zweite Teil immerhin das erreicht was er sollte. Ich musste mir auch den Abschluss der Trilogie geben, um ein richtiges Ende zu bekommen. Dies tat ich im Kino und nun noch einmal auf DVD (leider hat es der Vertrieb nicht geschafft uns eine Blu-ray zur Verfügung zu stellen). Und siehe da, Teil 3 ist zwar kein Kracher, doch stimmte er mich immerhin etwas friedlich.
Originaltitel: Pirates of the Caribbean - At world\'s end
Regie: Gore Verbinski
Darsteller: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Jack Davenport, Bill Nighy, Chow Yun-Fat, Geoffrey Rush
Laufzeit: 162
FSK: 12
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 2.40:1 / 16:9
Produktion: 2007
Erschienen: 22.11.2007
Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment
Preis: 25€

© Disney
Film:
Der dritte Teil beginnt mit dem gleichen Chaos, mit dem Teil 2 endete. Während Jack Sparrow (Johnny Depp) im Totenreich von Davy Jones (Bill Nighy) dem Wahnsinn nahe ist, versuchen William Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley) in Zusammenarbeit mit Barbossa (wieder grandios - Geoffrey Rush) in Singapur ein Schiff zu bekommen. Nachdem sie Sao Feng (Chow Yun-Fat) überzeugen konnten, ihnen ein Schiff zu geben, fahren sie an das Ende der Welt, um Jack zurückzuholen. Sie brauchen ihn, um gegen Davy Jones vorzugehen, welcher sich jedoch unfreiwillig unter dem Kommando von Lord Beckett befindet.
Wieder verfolgt jeder seine eigenen Interessen und versucht die anderen auszuspielen. William will eigentlich nur seinen Vater aus den Fängen von Davy Jones befreien. Jack will nicht nur wieder zurück zu den Lebenden, sondern gleichzeitig auch Unsterblich werden. Sao Feng sieht in Elizabeth wiederum die in Menschengestalt gefangene Göttin Calypso und will sie wieder befreien. Wie schon in Teil 2 gibt es einfach zu viele Nebenhandlungen, welche überhaupt nicht interessant sind und den Film damit unnötig undurchsichtig uns langatmig machen. Hauptproblem ist dabei sicherlich, dass in Teil 2 einfach viel zu viele Fragen nicht beantwortet wurden, welche nun neben den neuen Handlungssträngen ebenfalls noch abgearbeitet werden müssen. Wirklich spannend ist das hin und her zappen zwischen den verschiedenen Handlungen leider nicht

© Disney
Neben den Drehbuchschwächen kann der Film aber auch in anderen Bereichen nicht sonderlich punkten. So bewegen sich die schauspielerischen Leistungen auf nicht sonderlich hohem Niveau. Johnny Depp wirkt hier ab und an einfach zu lächerlich, Chow Yun-Fat bleibt ebenfalls hinter seinen Möglichkeiten zurück und William Turner verkommt nun endgültig zum dummen Laufburschen. Überzeugen können dagegen Keira Knightley (welche sich neben Naomi Harris als einzigste Person weiterentwickelte), der Altstar Geoffrey Rush (spielt mit seinen Sprüchen alle an die Wand) und Charaktermime Bill Nighy. Mackenzie Crook und Lee Arenberg verkommen bei „Das Ende der Welt“ leider auch nur noch zu Pausenclowns und tragen nichts mehr zur Story bei. Als kleinen Gag gibt sich auch Altrocker Keith Richards von den The Rolling Stones die Ehre und überragt mit seinen Auftritt alle anderen in der jeweiligen Szene. Wie er auf dem Thron sitz und an seiner Gitarre zupft ist einfach grandios. Hier sieht man deutlich, dass er Johnny Depp zu seinem Stil inspirierte.
Wenigstens kann der Film wieder bei der Ausstattung punkten, was bei solch einem Budget aber auch sein sollte. Auch die Spezialeffekte schauen hervorragend aus und nicht mehr so billig wie noch teilweise im zweiten Teil. Dazu noch tolles Make Up und skurrile Masken komplettieren die hervorragende Ausstattung. Leider ist der Soundtrack von Hans Zimmer, wie schon in Teil 2, leider nur ein Müder Abklatsch des Originalscores von Klaus Badelt. Das einzigst wirklich coole Musikstück ist das Westernthema in einer Szene.

© Disney
Bild:
Das Bild ist auf durchweg hohem Niveau und es finden sich einfach keine Kritikpunkte. Die Schärfe kann vollends überzeugen und auch der Schwarzwert und Kontrast sind vorbildlich. Mit einem gutem Scaler im DVD Player oder der PS3 ergibt sich ein wirklich tolles Bild. Kompressionsartefakte oder Verschmutzungen sucht man hier auch vergebens.
Ton:
Das einzigste was man hier bemängeln könnte, wäre das Fehlen einer dts Tonspur. Ansonsten macht die Abmischung eine tolle Figur und die Boxen werden herrlich dynamisch bedient. Dies sorgt für einen tollen Raumklang und bei den Schlachten fühlt man sich wie Mittendrin, wenn der Regen und die Gischt von allen Seiten peitscht.
Bonus:
Zuerst fällt einem natürlich der schöne, wenn auch dünne, Pappschuber der hier besprochenen 2-Disc Special Edition auf. Dieser besitzt einige schöne Prägungen und wurde hübsch gestaltet. Im Amaray selber findet man dann noch neben den zwei DVDs ein Werbeheftchen, wo man sich mit allerlei Merchandise zum „Fluch der Karibik“ Franchise eindecken kann. Auf der ersten DVD findet man neben einigen „Pannen vom Dreh“ leider keinen Audiokommentar. Auf der zweiten Disk findet der Bonusfan Special zu:
-Keith & Captain Jack
-Anatomie einer Szene: Der Maelstrom-Strudel
-Ein Jack kommt selten allein
-Der Hohe Rat der Bruderschaft
-Die Welt des Chow Yun-Fat
-Zwei zusätzliche Szenen (inklusive Kommentar)
-Der Maestro der Piraten: Die Musik von Hans Zimmer
-Die Piratenhymne: Hoist The Colors
-Die Meister des Designs
Bei „Keith & Captain Jack“ geht es um die Zusammenarbeit mit Keith Richards. Im Maelstrom Special wird die Szene mit ihren Special Effekts zerlegt und erklärt. Dabei wird natürlich steht’s daraufhin gewiesen, dass es so etwas spektakuläres noch nie gegeben hat. Das Special „Der Hohe Rat der Bruderschaft“ ist noch eines der wenigen informativen und wenig Werbegetränkten Special der DVD. In der „Welt des Chow Yun-Fat“ geht es um die Hongkong Ikone und ist leider nicht sonderlich brauchbar, wie auch die Lobeshymne an Hans Zimmer im Beitrag „Der Maestro der Piraten“. Bei den zwei entfallenen Szenen ist vor allem eine Szene zwischen Mackenzie Crook und Lee Arenberg sehenswert, da sie hier nicht nur den Pausenclown geben. In „Die Meister des Designs“ geht es um einige Requisiten und wie sie entstanden sind. Dies ist auch noch recht informativ und interessant. Letztendlich kann man die meisten Extras vergessen, da diese das übliche Werbegeplänkel beinhalten und somit nicht wirklich informativ sind. Ich frage mich, wer so etwas überhaupt noch sehen möchte.

© Disney
FAZIT:
Der abschließende Teil der Trilogie hat zwar einiges wieder gut gemacht, doch wirklich überzeugen konnte er mich auch nicht. Das kommt wohl eher daher, dass Teil 2 bei der Storyfortführung zuviel falsch gemacht hat. Aber auch Teil 3 hält sich wieder mit zu vielen und vor allem undurchsichtigen Handlungssträngen auf. Letztendlich hat auch hat der dritte Teil wieder zu viele Längen und die Gags wirken jetzt vielmals nur albern und lächerlich. Technisch kann man an der DVD aber nicht rummeckern und Disney hat eine hervorragende Arbeit abgeliefert.
Bild – 10/10
Ton – 9/10
Bonus – 5/10
Film – 6,5/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Walt Disney Studios Home Entertainment zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
Fluch der Karibik
Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2