Originaltitel: Bridge to Terabithia
Regie: Gabor Csupo
Darsteller: AnnaSophia Robb, Josh Hutcherson, Robert Patrick, Zooey Deschanel
Laufzeit: 91min
FSK: o.A.
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Ton: DD 5.1 (Deutsch; Englisch); DTS 5.1 (Deutsch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (Anamorp / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2007
Erschienen:2007
Vertrieb: Constantin Film
Preis: 15€
Film:
Jess (Josh Hutcherson) ist ein sowohl in der Schule als auch in seiner etwas chaotischen Familie ein Außenseiter. So zieht er sich oft zurück und zeichnet Fantasiewelten. Plötzlich tritt eine neue Nachbarin und Mitschülerin, die gleichaltrige Leslie (AnnaSophia Robb) in sein Leben und kann seine Freundschaft gewinnen. Um den Alltagssorgen zu entkommen, erfinden sie eine Fantasiewelt namens Terabithia, in die sie sich jeden Tag nach der Schüle zurückziehen und in der sie die wildesten Abenteuer erleben. Doch obwohl sie durch diese zweite Welt lernen, über sich selbst hinauszuwachsen, geht das Abenteuer nicht lange gut…

Mehr darf man vom Inhalt dieses fantasyreichen Kindheitsdramas nicht erzählen, ohne schon zuviel zu verraten. Auf alle Fälle leitet eine unerwartete Wende im letzten Drittel den Film in eine ganz neue Richtung. Entgegen der falschen Vermarktung handelt es sich bei der „Brücke nach Terabithia“ nicht um ein Fantasyepos im Stile von „Die Chroniken von Narnia“ oder „Der Herr der Ringe“, sondern um ein sehr feinfühliges Drama über das Erwachsenwerden. Von AnnaSophia Robb und Josh Hutcherson grandios verkörpert, wachsen die beiden Hauptcharaktere im Verlauf des Films und lernen die wahren Prioritäten im Leben kennen. Der Fantasyteil in Terabithia nimmt dabei nur einen minimal kleinen Teil im Film ein und hat auch inhaltlich nicht die Bedeutung, die ihm der Trailer oder manch Inhaltsbeschreibung zuordnen will.
Etwas sauer lässt einen das Missionarstum der Produktionsfirma „Walden-Media“ aufstoßen, die natürlich unbedingt noch den christlichen Zeigefinger erheben und ihre Gutmenschen-Botschaft in den Film knüppeln mussten. Daraus entstanden zwei ärgerliche Szenen, in denen die Kinder über die Kirche und Gott debattieren und feststellen, wie cool das Christentum doch ist. Ekelhaft. Gott sei Dank sah dass der Regisseur und die Buchautorin scheinbar genauso, so dass sie diesem Aspekt ansonsten keinen weiteren Platz im Film einräumten. Insgesamt ist die „Brücke nach Terabithia“ ein sehr schöner „Wohlfühlfilm“, der Kindheitserinnerungen weckt und alle menschlichen Emotionen bedient. Dass es dabei manchmal etwas zu kitschig zugeht, verkraftet man daher gerne.

Bild:
Die Schärfe erreicht zwar nicht immer das absolute Optimum, aber trotzdem ist die Bildqualität mehr als nur zufrieden stellend. Kompressionsartefakte gibt es so gut wie gar nicht und auch ansonsten sind keine Fehler im Bild festzustellen.
Ton:
Sowohl der deutschen DD als auch der DTS Tonspur fehlt etwas der Druck. Im Gegensatz zum englischen Ton klingen sie einfach ein klein wenig zu lasch. Ansonsten bietet der Film ein paar gezielt eingesetzte räumliche Effekte, Genrebedingt aber auch nicht viel mehr. Die deutsche Synchronisation ist von der Stimmenauswahl her übrigens nicht sonderlich gelungen.
Bonus:
Das Bonusmaterial klingt auf den ersten Blick viel versprechend, enttäuscht dann aber doch.
-Audiokommentar (Gabor Csupo, Hal Lieberman, Jeff Stockwell)
-Audiokommentar (Josh Hutcherson, AnnaSophia Robb, Lauren Levine)
-Making Of (ca. 20min)
-Stimmen zum Buch (ca. 14min)
-Die Visual Effects (ca. 6min)
-Musikvideo - Keep Your Mind Wide Open (ca. 4min)
-Interviews (ca. 9min)
-Darstellerinfos (Texttafeln)
-Trailer (Step Up, Lissi und der wilde Kaiser, Kick it like Beckham, Die Kinder des Monsieur Mathieu, Der Räuber Hotzenplotz, Herr Bello, Stripes – Ein Zebra im Rennstall)
Beim Making Of handelt es sich um ein reines Promotion Making Of. Sätze wie „…beim Dreh hatten alle viel Spaß, wir waren wie eine große Familie!“ und „Wer das Buch mochte, wird den Film lieben!“ geben sich die Klinke in die Hand und tragen nicht wirklich etwas zum Informationsgehalt bei. So bleibt das Making Of die ganze Laufzeit lang sehr oberflächlich und bietet kaum wirklich nennenswerte Informationen.
In „Stimmen zum Buch“ wird, auch wieder sehr werbelastig, der Film und das Buch von verschiedenen Leuten interpretiert. Das bietet immerhin mehr Infos als das Making Of, auch wenn die Aufbereitung sehr, sehr schmalzig ist.
„Die Visual Effect“ ist wieder ein sechsminütiges Schulterklopfen, in den alle Beteiligten feststellen, wie toll die Fantasywelt und wie überragend doch die Effekte von WETA („Herr der Ringe“, „Narnia“) sind. Wirkliche Infos über die Effekte bekommt man dabei allerdings nicht. Wer die 13jährige Anna Sophie Robb mal singen sehen will, sollte sich das Musikvideo anschauen. Ich warte eigentlich nur noch auf die entsprechende Barbie-Puppe zur Hauptdarstellerin… Die Interviews sind zwar zahlreich, aber extrem kurz und bieten wenig Neues bzw. nur das übliche Werbe-Blabla. Lustigerweise werden sie auch öfters dann, wenn es interessant zu werden scheint, einfach ausgeblendet.

FAZIT:
Ein liebenswürdiger Film auf einer technisch guten DVD. Nur die werbelastigen Extras sind ärgerlich.
Bild - 9/10
Ton - 7/10
Bonus – 5/10
Film - 8/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Constantin zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]