Der erste Teil war ein recht niveauloser, und wie immer bei Videospielumsetzungen, schlechter Versuch das Spiel auf die Leinwand zu bringen. Die Dialoge waren recht unterirdisch und die Darsteller fast durch die Bank weg schlecht. Dazu noch eine vorhersehbare Story. Als Splatter-/Horrorfilm war der Erstling ebenfalls nicht zu gebrauchen, da der Horror und Splatter völlig auf der Strecke blieb. Es handelte sich eher um einen B-Movie Actionfilm mit dickem Budget, welcher normalerweise im Regal jeder Videothek verstaubt würde. Wäre da nicht der Titel gewesen: Resident Evil. Somit wurde der Film ziemlich erfolgreich und ein zweiter Teil war somit schon vorprogrammiert. Dieser kam 2004 mit dem Untertitel „Apocalypse“ in die Kinos und wird nun zum Start vom dritten Teil im Kino in der Directors Cut Fassung auf Blu-ray gepresst.
Originaltitel: Resident Evil: Apocalypse
Regie: Alexander Witt
Darsteller: Milla Jovovich, Sienna Guillory, Oded Fehr, Thomas Kretschmann
Laufzeit: ca. 98
FSK: 18
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch, Englisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch (für Hörgeschädigte)
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,40:1 in 16:9
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2003
Erschienen: November 2007
Vertrieb: Highlight
Preis: 30€
Story:
Tjo...Story...irgendeiner hatte die tolle Idee den „Hive“ wieder zu öffnen und was passiert? Genau, der T-Virus fällt über die Stadt Racoon City herein und verwandelt die Bevölkerung in Zombies. Unter den wenigen Überlebenden findet sich unter anderem Jill Valentine (Sienna Guillory), Carlos Olivera (Oded Fehr) und eine Reporterin, welche sich alle in einer Kirche verstecken. Dort werden sie jedoch von einem Licker in die Ecke gedrängt und was kommt dann? In einem nicht wirklich cool, sondern eher peinlich inszenierten Motorradstunt tritt Alice (Milla Jovovich) auf den Plan und räumt erst einmal ordentlich auf. Aber wie kommt man nun noch aus der Stadt raus? Um wenigstens noch etwas Story mit einzubringen, soll die Truppe das Mädchen eines Wissenschaftlers ausfindig machen und retten. Als Gegenzug hilft der Wissenschaftler ihnen einen Weg aus der Stadt zu finden.

Eigentlich wollte ich jetzt einen ziemlichen Verriss schreiben, da die vorhersehbare Story und die Inszenierung recht peinlich ist. Dazu gibt es miese Schauspieler die völlig klischeebehaftet agieren, keinerlei Charakterentwicklung und Spannung bzw. Überraschung sucht man ebenfalls vergebens. Hier wurde einfach alles nach Schema F abgefilmt und von bekannten Vorbildern wie z.B. „Die Klapperschlange“ kopiert. Alles noch auf knallbunt getrimmt, mit ein paar netten Explosionen, schönen Frauen und schnellen Schnitten vermischt und fertig ist der Hirn-Abschalt-Kracher. Nicht zu vergessen ist der typische schwarze Sidekick, der für einige mehr oder weniger gute Gags verantwortlich ist. Ich hatte echt das Gefühl, dass das Drehbuch von Paul Anderson (Director von Teil 1) nur eine DIN A4 Seite umfasst und alle Logiklöcher einfach ignoriert wurden. Er mag sich gesagt haben: „Der geneigte Cineast wird es aufgrund der Endlosaction schon nicht merken. Und wenn doch, wird er die Fehler spätestens dann vergessen, wenn wir unsere Milla am Ende noch mal nackig machen.“.
Aber warum schreib ich keinen totalen Verriss? Ganz einfach deshalb, weil der ganze Mist auch noch Spaß macht. Alles ist so dilettantisch gedreht und inszeniert das ich nur am Lachen war. Ich kann diesen Film einfach nicht ernstnehmen und man muss dem Film zugute halten das er gar nicht mehr sein will, als ein Hirnloser B-Movie ohne Anspruch. So hab ich mich über die Möchtegerncoolness der Jill Darstellerin köstlich amüsiert und über die Dialoge die nur aus Brocken und einzelnen Worten bestehen, konnte ich mich herzlich wegschmeißen. Richtige Sätze hab ich nämlich nicht gefunden. Geile Action gibt es leider auch nicht wirklich. OK, es kracht und knallt an allen Enden, aber es ist alles viel zu schnell geschnitten und verursacht mehr Kopfschmerzen als Genuss. So weis man fast nie was gerade auf dem Bildschirm passiert...es macht kurz knall und bum und schon liegen alle Zombies am Boden. Am Ende des Filmes gibt es dann noch einen kleinen Cliffhänger für den dritten Teil, welcher sich nun fast komplett von der Videospielvorlage entfernt hat.

Bild:
Nachdem die Blu-ray zu Teil 1 nicht wirklich überzeugen konnte, hat mich das Bild der zweiten Scheibe schon etwas positiv überrascht. Zwar hat die Blu-ray noch immer mit den bekannten Problemen zu kämpfen, doch sind diese nicht mehr so gravierend. Die Schärfe ist in einigen Szenen wirklich gut und auch das Rauschen ist weniger geworden. Denoch ist „Resident Evil: Apocalypse“ noch weit entfernt von einer HD Wow Scheibe!
Ton:
Wenigstens kann die Blu-ray in dieser Disziplin vollends punkten. So gibt es einen ordentlichen Raumklang und eine schöne dynamische Abmischung. Bei den Actionsequenzen bekommt auch der Subwoofer einiges zu tun. Überall vernimmt man hübsche Surroundeffekte und fühlt sich mittendrin. Die Syncro ist aber wie in Teil 1 ziemlich unterirdisch und wer des englischen mächtig ist, sollte diese Sprache wählen.

Bonus:
Die Blu-ray umfasst fast alle bekannten Extras der Premium DVD Edition sowie das gleiche Booklet (immerhin überhaupt ein Booklet!). Bis auf den besonderen Filmtipp (Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer, Residen Evil: Extinction) und „Die Entwicklung von Resident Evil“ (Aneinahnderreihung von Filmmaterial aus allen drei Resident Evil Filmen), sind alle Extras nur in SD Auflösung auf der Blu-ray vertreten. Bei einer Blu-ray hätte man aber ruhig ALLE Extras der vorhergehenden Editionen draufpacken können! Auch nicht schön ist das Fehlen eines PopUp Menus während des Filmes. Enthalten sind folgende Extras:
-drei Audiokommentare (einmal mit den Darstellern Milla Jovovich, Oded Fehr und Sienna Guillory, dann einer mit dem Regisseur Alexander Witt und Produzent Jeremy Bolt und zuletzt noch ein Audiokommentar von Produzent Jeremy Bolt und Autor Paul W.S. Anderson)
-Game Plan
-Rennen, Springen, Kämpfen
-Zombie Choreographie
-Die Entstehung von Racoon City
-große Kanonen
-Rauch und Spiegel
-Special Effects Featurette
-Fighting Girls
-Deleted Scenes
-Werbeclip Umbrella Corp.
-Der besondere Filmtipp (Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer, Residen Evil: Extinction)
-fünf Trailer aus dem Constantin Programm (Resident Evil, Redsident Evil: Apocalypse, Her, Das Parfum, Alexander)
Es sind wirklich reichlich Extras enthalten. Wo bekommt man sonst schon alleine drei verschiedene Audiokommentare? Leider kann die Qualität bei den vielen Extras nicht immer überzeugen, denn es kommt öfters einmal zu Überschneidungen beim Material. Auch gibt es recht viel sinnfreies Marketinggerede. Nichtsdestotrotz ist auch viel interessantes dabei und bringt der Scheibe gute 7 Punkte ein.

FAZIT:
Ein Film der mal kurz knallt und dann wieder in Vergessenheit gerät. Nachdem ich den Film sah und das Review schreiben wollte, hatte ich bereits alles wieder vergessen. Hier bleibt einem nichts im Gedächtnis hängen. Auch gibt es keinerlei Schockeffekte oder Spannung, da alles Vorhersehbar ist und man sofort weis wer, wann ins Gras beist und wer nicht. Dennoch hatte ich irgendwie Spaß an „Resident Evil: Apocalypse“ und er ist der beste Hochglanztrash des letzten Jahres aus westlichen Gefilden. Wer eine gelungene Videospielumsetzung erwartet, sollte hier aber lieber nicht zu greifen. Leider kann auch die Blu-ray nicht auf ganzer Linie überzeugen, da das Bild nie wirklich ein „Wow!“ über die Lippen kommen lässt. Highight sollte endlich vom veralteten MPEG-2 Codec Abstand nehmen und zu einem Neueren greifen. Ob sich ein Update zur Premium Edition zum Vollpreis lohnt, muss jeder selbst wissen. Wer die Scheibe für einen 20er findet, kann aber zugreifen.
Bild – 7/10
Ton – 8,5/10
Bonus - 7/10
Film - 6,5/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Highlight zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
Sir_Manu meint:
Mit "Resident Evil: Apocalypse" bekommen die Zuschauer, die dieses Genre lieben, aber auch normale, nicht so Resident Evil-Serienfanatische einen sehr guten Sci-Fi- & Horrorfilm, der auch immernoch nach mehrmaligen Ansehen nicht langweilig wird, zu sehen! Sowohl das Bild, als auch der Ton sind teils wirklich klasse in Szene gesetzt und bieten dem uschauer wirklich ordentlich etwas für die Ohren bzw. die Augen.
Der 2. Film der Videospieleserie hat mich sehr positiv überrascht. Zwar gibt es nicht viele Handlungsvergleiche mit dem Spiel, aber dennoch sind die Atmosphäre und auch der Resi-Flair dank der sehr gut, dem Videospiel nachempfundenen Stadt Raccoon City und den verzückend aussehenden Zombies, vollends gelungen.
Die gute und knallharte Action steht zusammen mit den Horror-Einlagen klar imVordergrund des Films. Auch die Schauspieler des Films bringen das ganze sehr gelungen herüber. Vor allem Alice und Jill Valentine sind eine klasse für sich. Letztendlich bleibt nur noch zu sagen, dass über die kompletten knapp 94 Minunten den Zuschauer pralle Dauerunterhaltung an Action und Horror von hohem Qualitätsmaß geboten wird.
Film - 8/10
Justicer meint:
Resident Evil Apocalypse hat mich sowohl positiv wie auch negativ überrascht. War Resident Evil lediglich ein richtig mieser Film, der nicht einmal ins Kino gehörte, entpuppte sich Apocalypse als solides Popcorn-Kino, das die Messlatte für Actionfime aber keinesfalls höher hängt.
Die Story ist immer noch so hahnebüchen wie in jedem der klassischen Resident Evil Spiele und aufmerksame Fans werden so einige Sachen finden, die sie aus den Spielen etwas anders kennen, aber daran sollte man sich nicht stören. Der gesamte Film ist dunkler und damit stimmungsvoller gehalten als noch sein Vorgänger. Auch bei den Szeneneinstellungen hat man sich anscheinend mehr Mühe gegeben. Gerade der Anfang des Films wurde äußerst stimmungsvoll inszeniert und kann richtig überzeugen.
Eines ist jedoch völlig unverzeihlich. Hat man im ersten Teil Michelle Rodriguez permanent platte Sprüche klopfen lassen, so ist dieser Part dank ihres geschauspielerten Ablebens nun auf Alice und Jill Valentine übergegangen. In der englischen Tonspur klingt das zum Glück nicht ganz so platt wie im Deutschen. Echt toll! So gelingt es den Machern doch tatsächlich den Kennern des ersten Teils das Bild von Alice zu vernichten und Kennern der Spiele das Bild von Jill. Was solls! Wer Resident Evil Nemesis kennt, wird mit den Charakteren eh kaum Probleme haben, schließlich hat man sich stark daran orientiert.
Der Umfang der DVD reißt auch nicht gerade vom Hocker. Bis auf einen ganzen Schwung voll Trailer, Interviews und einem Making of (12 Minuten) fällt nur noch das animierte Menü auf, das aufgrund einer extrem monotonen Stimme von Alice in keiner Weise auf den Film einstimmen kann.
Film 7,5/10