Ohne große Erwartungen ging ich an den Animationsfilm aus dem Hause Disney heran. Um ehrlich zu sein, suchte ich eigentlich nur einen gerenderten Film, damit ich meinen LCD Fernseher einmal so richtig testen konnte. Immerhin sind solch digitale Filme besonders gut geeignet, zumal "Triff die Robinsons" nebenbei noch extrem farbenprächtig daherkommt.
Originaltitel: Meet the Robinsons
Regie: Stephen J. Anderson
Laufzeit: 93
FSK: ohne Altersbeschränkung
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch), dts 5.1 (Deutsch, Italienisch), PCM 5.1 (Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
Regionalcode: A, B, C
Bildformat: 1,78:1
TV Format: 1080p
Produktion: 2007
Erschienen: 04.10.2007
Vertrieb: Buena Vista
Preis: 29€
Film:
Lewis wurde als Säugling von seiner Mutter in einer regnerischen Nacht vor einem Waisenhaus abgesetzt. Fast 13 Jahre, und über 100 Gespräche mit potentiellen Adoptiveltern später, fristet Lewis aber noch immer sein Dasein im Waisenhaus. Grund hierfür sind unter anderem seine Erfindungen, welche leider meist nach hinten losgehen. So bastelte er beim letzten Gespräch ein Gelee-/Erdnussbuttermixgerätedingsbums. Nach anfänglicher Ladehemmung geht das Teil wenig später jedoch voll ab und verteilt die Gelee-/Erdnussbutterpampe nicht nur im kompletten Zimmer, sondern auch auf den potentiellen Adoptiveltern. Dumm hierbei ist allerdings, dass der Mann extrem allergisch auf Erdnussbutter reagiert und plötzlich all seine Gliedmaßen anschwellen und er zudem unter akuter Atemnot leidet. Das Hauptproblem des Kleinen ist jedoch, dass er endlich wissen möchte wie seine Mutter aussieht und warum sie ihn ausgesetzt hat. Daraufhin bastelt er einen Apparat, mit welchem man seine vergessenen Erinnerungen auf einen Bildschirm Projektzieren kann. Dieser Apparat wird bei einem Schülerwettbewerb ausgestellt, doch hinterrücks von einem Mann mit Melone sabotiert! Zwar wird Lewis vorher noch von Wilbur gewarnt, doch als er erwähnt, dass er aus der Zukunft kommt, winkt Lewis nur müde ab. Nur als ihn Wilbur mit seiner Zeitmaschine mit in die Zukunft nimmt, glaubt Lewis ihm, doch da ist es auch schon zu spät und der Gedächtnisapparat bereits in den Händen des schmierigen Mannes mit Melone. Doch was will der Mann mit Melone überhaupt mit dem Gerät? Und welche Zusammenhänge bestehen zwischen Lewis und der Robinson Großfamilie? Und ist die Zukunft wie sie Wilbur kennt bald Vergangenheit?

Recht schnell bemerkt man, dass die Storyschreiberlinge sich ein paar Gedanken mehr gemacht haben als andere. So kommt es zum Ende hin zu einigen Überraschungen, welche man selbst als Erwachsener nicht vorhersehen konnte. Dies sorgt allerdings auch dafür, dass sich die kleineren Zuschauer etwas überfordert fühlen könnten und des Öfteren einmal nachfragen. Auch das Spiel mit der veränderten Zukunft, wenn sich die Vergangenheit ändert, wurde gut integriert. Neben einer durchdachten Geschichte (Vorlage ist übrigens ein Buch) sind das A und O aber auch die Witze und hier wurde ich leider etwas enttäuscht. Es gibt nur wenige Gags, welche einen Erwachsenen mehr als nur ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Zwar gibt es häufig Anspielungen auf diverse Filme (vor allem die singenden Frösche sind recht cool), doch befriedigend ist dies nur bedingt. Wie man es besser macht, zeigten unter anderem "Robots", "Cars" oder die "Shrek" Trilogie. Diese strotzen nur so vor Detailreichtum und tollen Ideen. Aus dem ganzen Zukunftsszenario hätte man so viel mehr machen können.
Als ich den Film beim ersten Mal sah, traf mich zudem fast der Schlag. Ich habe selten so einen aufdringlich bunten Film gesehen. Die grellen Farben in der Zukunft taten einem fast weh ... die Kleineren wird es wohl aber freuen. Das wird wohl auch auf die teils extrem penetranten Familienmitglieder der Robinsons zutreffen. So empfand ich die Szene, als Lewis erstmals in der Zukunft ist - und alle Mitglieder der Familie kennen lernt - sehr nervig und völlig überdreht. Letzten Endes gibt es noch einen Nachteil. Hier könnte man sich jedoch streiten. Schaut man sich "Triff die Robinsons" an, fällt sofort auf, dass der typische Disney Charme nicht vorhanden ist. Dem Film fehlt einfach das gewisse Etwas und ist auch zu hektisch, um aus der Masse an Animationsfilmen herauszustechen.
Von der technischen Seite her, kann der Film allerdings vollends überzeugen, sofern man sich eben mit dem Stil anfreunden kann. Zwar wurden die Figuren recht einfach gestaltet, doch bei der Umgebung hat man sich nicht lumpen lassen. Vor allem bei metallischen Oberflächen gibt es einen ungeheuren Detailgrad. Auf jeder noch so kleinen Fläche spiegelt sich die Umgebung und die Figuren physikalisch korrekt. Aber auch Oberflächenstrukturen (wie z.B. die Haut des Dinos oder der Umhang vom Mann mit der Melone) und Wettereffekte wie Regen wissen zu gefallen und sind State of the art. Die hier und da auftretenden matschigen Texturen fallen zum Glück nicht ins Gewicht. Auf einem großen 1080p TV machte das alles natürlich sehr viel her und lässt einen schon mehr als ein mal staunen. Schön zu sehen ist auch, dass fast alle Schilder und Schriften im Film digital eingedeutscht wurden. Somit wird man nicht nur mit Untertiteln abgespeist. Die Blu-ray Demonstrationen sind nur wieder drei ausgewählte Szenen aus dem Hauptfilm. Bevor man übrigens in das Hauptmenü gelangt, gibt es noch ein paar Buena Vista Trailer.

Bild:
Wie bereits erwähnt, kann die Technik vollends überzeugen. Bei genauem Hinsehen konnte man auf meinem 1080p LCD jedes noch so kleine Detail gestochen scharf erkennen. Da ist es richtig schade, dass der Stil des Filmes auf recht einfach gestalteten Figuren und Welten liegt. Darüber hinaus ist der Film extrem farbenprächtig, wobei diese auch brillant um die Wette leuchten! Auch der Kontrast kann überzeugen und Rauschen ist nicht auszumachen.
Ton:
Bei den Actionszenen geht der DD 5.1 Sound ordentlich ab und aus allen Boxen kann man sehr differenzierte Geräusche wahrnehmen. Mal zischt es links, dann hört man ein Krachen rechts. Aus dem Center vernimmt man zudem die Dialoge klar und verständlich. Leider kann der Soundtrack nicht durchgängig überzeugen und lässt den Charme früherer Disney Filme etwas vermissen. Hier hätte ich dann schon etwas mehr von Danny Elfman erwartet.
Bonus:
In der Bonussektion findet man neben dem obligatorischen Audiokommentar noch ein paar Deleted Scenes (teilweise als Storyboard oder nicht komplett gerendert), ein alternatives Ende, ein kurzes Making Of sowie noch zwei Spiele, wovon eines ein JAVA basiertes Spiel ist. Während man beim ersten Spiel nur die richtigen Personen diversen Fragen zuordnen muss, handelt es sich bei dem JAVA Spiel um einen waschechten 2D Horizontalshooter. Dieser spielt sich mittels der PS3 Fernbedienung jedoch recht erbärmlich. Man sollte hier also zum normalen Controller der PS3 greifen. Hakelig bleibt es aber trotzdem. Abgerundet wird die Bonussektion von zwei Musikclips, welche als einzige nicht in HD sind.

FAZIT:
Wenn man sich so das Review durchliest, könnte man meinen, dass es sich bei "Triff die Robinsons" um einen schlechten Film handelt. Ganz so ist es aber dann doch nicht. Es ist nun mal ein Kinderfilm und als solcher hat er durchaus seine Berechtigung. Die Story wird recht gut erzählt und bietet auch ein paar Überraschungen am Ende. Auch die Witze gehen für einen Streifen für 6 - 12 jährige in Ordnung. Für mich als Erwachsenen war der Film jedoch einfach zu schrill und zu brav. Zudem wirkt alles irgendwie austauschbar und lässt den typischen Disney Charme vermissen. Technisch gibt es aber nichts auszusetzen und die Blu-ray bietet den gewohnt hohen Buena Vista Standard.
Bild - 10/10
Ton - 9/10
Bonus - 5/10
Film - 6,5/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Buena Vista zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]