Originaltitel: Blades of Glory
Regie: Will Speck, Josh Gordon
Darsteller: Will Ferral, Jon Heder, Will Arnett, Amy Poehler, Jenna Fischer, William Fichtner
Laufzeit: 89
FSK: 6
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Englisch, Türkisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2007
Erschienen: 27.09.2007
Vertrieb: Paramount Pictures
Preis: 17€

Film:
Jimmy McElroy (Jon Heder) wurde von einem reichen Millionär (Craig T. Nelson) adoptiert, welcher ihn sogleich zu einem schillernden Eiskunstlaufstar formt. Chazz Michael Michaels (Will Ferral) ist dabei sein größter Konkurrent und der Rock `n´ Roll Bad Guy der Eiskunstlaufszene. Immerhin ist er der Einzige, der neben vier Titeln im Eiskunstlauf auch einen Award für einen Pornofilm gewann! Bei den olympischen Spielen kommt es dann nach einem Punktegleichstand (beide gewinnen Gold) jedoch zum endgültigen Eklat zwischen den Beiden und eine wüste Prügelei entflammt. Daraufhin werden beide vom Eiskunstlaufkomitee auf Lebenszeit gesperrt, was natürlich für beide das Ende der Karriere bedeutet. Dreieinhalb Jahre später zeigt uns der Film, dass der eine weniger (Jimmy arbeitet als Schlittschuhverkäufer) und der andere mehr (Chazz ist völlig heruntergekommen und tritt in einer zweitklassigen Eisshow als böser Zauberer auf) im Leben abgestiegen ist. Zum Glück hat Jimmy einen psychotischen Fan, welcher eine Lücke im System findet. So sind die beiden nur für die Einzeldisziplin gesperrt und könnten, wenn sie einen Partner finden, im Paarlauf antreten. Das ganze läuft natürlich darauf hinaus, dass sich letztendlich beide zusammenschließen und gemeinsam im Paarlauf antreten. Und dies ist der Beginn einer wirklich amüsanten und homoerotischen Sportlerkomödie.

Klar ist die Story um zwei völlig gegensätzliche Typen, welche sich zusammenschließen müssen bei weitem nicht neu, doch das unverbrauchte Setting sorgt immerhin für zusätzlichen Pep. Das sich die Beiden stetig in die Haare bekommen, sich letztendlich aber doch zusammenraufen und es ein Happy End gibt, kann man sich ebenfalls von Anfang an denken. Zum Glück haben die Schreiberling aber nicht nur eine innovationslose Story geschrieben, sondern auch Gags, welche fast immer ins Schwarze treffen! So wird geblödelt ohne Ende, egal ob auf dem Eis bei atemberaubenden Küren, oder hinter den Kulissen, wo sich beide immer wieder selbst beweisen müssen, dass man dem anderen überlegen ist. Egal ob die Kostüme, die Küren oder das heftige Overacting. Alles wirk sehr skurril und grotesk. Schön zu sehen ist auch, dass die Autoren Abstand vom Fäkalhumor genommen haben und dieser nur in einer einzigen Szene zum Vorschein kommt (Jimmy muss hier Klopapier, samt Kippen und Essensresten verspeisen). Einige Witze rangieren zwar ab und an unter der Gürtellinie, wirken dabei aber nie plump oder aufgesetzt.
Technisch gesehen sieht man dem Film das sehr hohe Budget an. Alles ist auf Hochglanz poliert und die Küren besitzen eine recht aufwendige Choreographie samt perfekter musikalischer Unterhaltung. Als die beiden zur letzten Kür antraten und ich ihre Outfits sah, konnte eigentlich nur ein Song kommen. Und er kam! Geil. Der eigens für den Film komponierte Song „Blades of Glory“ klingt ebenfalls wirklich gut. Neben dem Drumherum können auch die Charaktere auf ganzer Linie überzeugen und sind sich zu nichts zu schade, inklusive Mut zur Hässlichkeit.

Bild:
Paramount hat hier wirklich erstklassige Arbeit geleistet. Das Bild ist herrlich farbenprächtig, was anhand der prächtigen Kostüme sehr schön anzusehen ist. Des Weiteren Schärfe steht’s überzeugen und zeigt, wie auch der Kontrast, keinerlei Schwächen. Rauschen und Defekte sind ebenfalls Fehlanzeige.
Ton:
Hier gibt es auch nicht viel zu beanstanden. Aufgrung des Themas bleiben die hinteren Boxen zwar relativ ungenutzt und werden nur bei Musik und Hintergrundgeräuschen eingesetzt. Die Dialoge sind ebenfalls verständlich. Wie schon erwähnt kann auch die musikalische Untermalung vollends überzeugen und sorgt Schlussendlich eine hohe Note.
Bonus:
Wie bei der Technik, hat sich Paramount auch hier ordentlich ins Zeug gelegt und eine Menge Bonusmaterial auf die Disc gepackt. Wie bei solch einer Big-Budget Produktion üblich gibt es zwar relativ viel Werbegeplänkel, doch es gibt auch einige wirklich gelungene Extras. Da wären zum einen die Erweiterten, bzw. geschnittenen Szenen in DVD Qualität. Des Weiteren kann auch das Special über den geisteskranken Fan Hector begeistern. Sehr witzig ist auch die Fragerunde des Ehepaares Will Arnett und Amy Poehler geworden. Auch das Moviephone mit Arnett, Ferral und Heder kann überzeugen. Ansonsten gibt es noch ein Special über die Kostüme, das obligatorische Making Of, eine Fotogalerie und 20 Fragen an Scott Hamilton (amerikanischer Eiskunstläufer, welcher u.a. 1984 Olympia Gold gewann und im Film als Kommentator auftritt). Abschließend gibt es noch ein Gag Ree sowie den Musikclip „Blades of Glory“ von Bo Bice. Bevor man übrigens in das Hautmenu des Filmes gelangt, werden einem noch drei Trailer aufs Auge gedrückt. So etwas gehört meiner Meinung nach in die Bonussektion, da mich solche Trailer vor dem Film permanent nerven!

FAZIT:
Der Film kann von Anfang an begeistern, was vor allem an den super aufgelegten Stars liegt. Auch das man dem Zuschauer peinlichen Fäkalhumor erspart ist sehr lobenswert. Stattdessen gibt es Kalauer und Blödeleien, welche genau ins Schwarze treffen und sich der Zuschauer mit lautstarkem Lachen bedankt. Wer sich an der innovationslosen Geschichte und dem heftigen Overacting nicht stört, dem erwartet hier die Komödie des Jahres!
Bild – 10/10
Ton – 9/10
Bonus – 8/10
Film – 8/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Pictures zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]