Originaltitel: Meatball Machine
Regie: Yudai Yamaguchi
Darsteller: Issei Takahashi, Aoba Kawai, Tedzuka Tôru, Ayano Yamamoto, Shôichirô Masumoto
Laufzeit: 89
FSK: Keine Jugendfreigabe
Ton: DD 2.0 Stereo (Deutsch, Japanisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: Pal
Produktion: 2005
Erschienen: 19.04.2007
Vertrieb: Asian Film Network/Ascot Elite
Preis: 10€ (Einzel DVD)
Film:
Es geht um den schüchternen und verweichlichten Fabrikarbeiter Joji, welcher sich zum Mittag immer alleine draußen hinsetzt und die hübsche Sachiko beobachtet. Dies bleibt der Guten natürlich nicht verborgen, doch leider ist sie ebenfalls sehr schüchtern. Eines Tages gibt der Chef der Fabrik eine Feier und lädt dabei die benachbarte Firma, wo Sachiko arbeit, mit ein. In der Hoffnung, dass Joji ebenfalls an der Feier teilnimmt, fasst sich Sachiko ein Herz und geht ebenfalls hin. Leider lässt sich Joji nicht blicken und zudem gerät Sachiko in eine brenzlige Situation. Der Chef von Joji will ihr an die Wäsche. Zum Glück kann Joji die Sache bereinigen, wenn auch nicht ganz schmerzfrei für ihn. Daraufhin folgt Sachiko Joji in seine Wohnung und beide gestehen sich ihre Liebe. Ach wie schön. Leider hat Joji vor kurzem auf der Straße eine kaputte Maschine gefunden und sie mit nach Hause genommen. Der Zeitpunkt hätte dabei jedoch nicht schlechter sein können, denn die vermeintlich kaputte Maschine (ein sogenannter Neoborg) erwacht zum Leben und greift sich in bester Hentai-Tentakel-Manier Sachiko und verwandelt sie in eine Mensch-Maschine. Die Neoborgs sind Parasiten, welche sich neben dem Körper eines Menschen auch dessen Verstand einverleiben. Dabei führen sie jedoch keinen Krieg gegen die Menschen, sondern veranstalten untereinander Wettkämpfe. Der Gewinner frisst dabei den Neoborg des Gegners. Später verwandelt sich natürlich auch Joji, wobei er seinen Verstand behält und Sachiko bereifen will.

Das ganze kommt ziemlich strange daher und umfasst alle Themen, welche die Japaner immer wieder gerne aufgreifen. Einsamkeit, Entfremdung, perverse Gedanken sowie sexuelle Frustration und Realitätsverlust. Die Story ist zwar völliger Humbug, wird jedoch ausführlich erzählt und Metzelszenen wurden eher sparsam integriert. Wenn aber einmal Blut fließt dann richtig. Schon der Anfang ist nichts für schwache Nerven und geizt nicht mit Literweise Blut und etlichen Latexanbauten. So wachsen Kanonen, Raketenwerfer und sonstige Waffen (besonders cool die Kettensäge) aus den metallischen Körpern und warten nur auf den Einsatz. Wer „Testuo“ kennt, weis ungefähr was ihn hier erwartet. Man muss schon ein wirklich krankes Hirn haben, um sich so etwas einfallen zu lassen. Dabei ist das Design der Monster wirklich gut und wartet auch mit einigen coolen Details auf. So hat einer vor dem Gesicht eine Scheibe inklusive Scheibenwischer. Man kann ohne Bedenken sagen, dass sich der Film und die Macher nicht sonderlich ernst genommen haben. Dabei sieht alles erstklassig, was mal wieder zeigt, dass man auch mit geringen Budget neckische Sachen anstellen kann. Das einzige was ich jedoch etwas bemängle, sind die einzelnen Kämpfe, welche nicht durch eine tolle Choreographie, sondern eher durch schnelle und hektische Schnitte glänzen. Auch die restliche Inszenierung konnte mich nicht völlig überzeugen. Zwar wirkt das Bild schön dreckig und wurde auch mit einigen Filtern aufgewertet, doch irgendwie fehlt etwas.

Bild:
Viel sollte man hier natürlich nicht erwarten, doch für solch einen trashigen Low Budget Streifen ist das Bild recht ordentlich und verursachte auch auf meinem 42“ LCD keinen Augenkrebs. Da hab ich schlimmeres im Regal stehen.
Ton:
Die passende und treibende Musikuntermalung klingt zwar nur in Stereo aus den Boxen, doch kommt für solch einen Streifen, wie dass Bild auch, ausreichend daher. Dazu gesellen sich viele kranke Soundeffekte, welche die Szenen toll ergänzen. Die deutsche Syncro geht ebenfalls in Ordnung und ist besser als bei manch anderem japanischen Streifen geworden.
Bonus:
Auf der Einzel DVD gibt es leider kein einzigstes Extra, während es auf die Special Edition (Metal Pack, welches auf 2500 Stück limitiert am 23.08.07 erscheint) immerhin mit "Meatball Machine - Reject of Death" (10 min), "What\'s DOI?" (7 min.) und „Original Meatball Machine edit“ (ca. 13 min) drei Kurzfilme geschafft haben. Des Weiteren befindet sich auf der Special Edition noch eine Fotogalerie, sowie der japanische Trailer. Leider lag mir nur die Einzel DVD vor, weshalb ich nicht sagen kann, ob die Extras nun gut oder schlecht sind. Deshalb bezieht sich die Wertung auf die Einzel DVD. Übrigen find ich das Cover ziemlich cool, welches jedoch mit der ersten Veröffentlichung von Asian Film Network fast identisch ist.

FAZIT:
Völlig umhauen haben mich die Fleischbällchen leider nicht. Zwar ist der Film teilweise wirklich krank, kommt aber dennoch nie an ein „Tetsuo“ ran, was jetzt allerdings nicht heißt, dass ich keinen Spaß mit dem Film hatte. Das liegt vor allem an der Inszenierung, welche mich nicht so sehr beeindruckte. Ich als CGI Verfechter hab mich jedoch ziemlich in die Old-School Latexeffekte verliebt, welche wirklich umwerfend ausschauen. Dazu gesellt sich jede Menge Glibber und Kunstblut und fertig ist der Hirn-Aus-Trash. Wer solch kranken Filmen etwas abgewinnen kann, kann sich das Machwerk gerne zu Gemüte führen, während andere lieber Abstand davon nehmen.
Bild – 5/10
Ton – 5/10
Bonus – 0/10
Film – 6,5/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Ascot Elite zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]