Man glaubt es kaum, aber Eddie Murphy hat auch mal sehenswerte Filme gedreht. Einer davon ist „Die Glücksritter“.
Originaltitel: Trading Places
Regie: John Landis
Darsteller: Dan Akroyd, Eddie Murphy, Denholm Elliot, Jamie Lee Curtis
Laufzeit: 111min
FSK: 16
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch,…
Ton: DD 5.1 (Englisch); DD 2.0 (Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch))
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (Anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 1983
Erschienen:2007
Vertrieb: Paramount Pictures
Preis: 19€
Film:
“Die Glücksritter“ bedeuteten 1983 einen weiteren großen Schritt in der Karriereleiter für Dan Akroyd und Eddie Murphy, denn die Komödie hatte damals einen überaus großen Erfolg. Aber wie sieht es aus, wenn man den Film unter heutigen Gesichtspunkten betrachtet?

Die Story für sich genommen ist genial: Zwei alte Milliardäre tauschen aufgrund einer Wette das Leben zweier Menschen „aus“. Der Broker Louis Winthorpe III (Dan Aykroyd) sitzt plötzlich in der Gosse während der Bettler Billy Ray Valentine (Eddie Murphy) seinen Platz einnimmt. Nun darf man zusehen, wie Beide mit ihrem neuen Leben zu Recht kommen. So interessant die Prämisse auch ist, so abgedreht ist ihre Ausführung. Wohl wissend, dass man so eine Geschichte nicht logisch und glaubwürdig erzählen kann, verzichtete Regisseur John Landis gleich ganz auf jeden Realismus. Dadurch wirkt der Film oft ziemlich abgedreht, übertrieben und deswegen gewöhnungsbedürftig.
Den Höhepunkt findet dieser, nennen wir es mal storytechnische Wahnwitz in einem Finale in einem voll von Faschingsgästen beladenen Zug. Dort treibt nicht nur ein Killer, sondern auch noch ein wilder Gorilla sein Unwesen. An dieser Stelle verabschiedet sich der Film auf Grund des Humors vollständig von jedem handlungstechnischen Grundgerüst.
Schade, denn die Prämisse der Geschichte hätte viel, viel mehr hergegeben. Entschädigt wird man dafür mit glänzend aufgelegten Darstellern, die bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt sind. Hier merkt man, dass das Team Spaß an der Arbeit hatte! Auch musikalisch gibt es einiges zu hören, nicht umsonst hat Elmer Bernstein den Soundtrack komponiert. Trotzdem: Vielleicht hat der Film in den 80ern besser funktioniert, aber heutzutage ist der Humor stellenweise nur noch schwer verdaulich. Einen unterhaltsamen Filmeabend hat man mit den Glücksrittern aber trotzdem immer noch.

Bild:
Für einen 25 Jahre alten Film kann man beim Bild nicht meckern! Bis auf kleine Schwächen wie gelegentliches Rauschen oder Unschärfen ist die Bildqualität tadellos.
Ton:
Der deutsche Ton in Stereo bietet sauber verständliche Dialoge – mehr aber auch nicht. Beim englischen 5.1 Ton sieht es da schon etwas besser aus, das Klangbild wirkt harmonischer und besonders bei der Musik hört man den Unterschied.
Bonus:
Paramount hat es geschafft, den Glücksrittern ein äußerst hässliches Cover zu spendieren. Das sieht nicht nur hässlich aus, sogar die Druckqualität ist unter aller Kanone. Aber bis auf diesen Defizit kann sich der Inhalt der beiden DVD’s durchaus sehen lassen:
-Insidergeschäfte: Das Making of von Die Glücksritter (18min.)
-Geschichten über Geschäfte (Interviews aus dem Jahr 1983) (ca. 8min.)
-Die Kostüme (ca. 7min.)
-Die Geschäfte der Glücksritter (ca. 5min.)
-Entfernte Szene (ca. 2min.)
-Vintage Film Industry Promo mit neuer Einführung von John Landis (ca. 4min.)
Das Making Of ist ein typisches, jetzt produziertes DVD Making Of und bietet vor allem aktuelle Interviews der damaligen Stars zum Film. Diese sind sehr interessant, auch wenn sie (wie so oft bei solch alten Filmen) durch die zeitliche Distanz zum Film etwas „romantisch verklärt“ erscheinen. Dafür ist es aber schön zu erfahren, dass John Landis das Ende des Films auch nie verstanden hat.
Die „Geschichten über die Geschäfte“ sind Interviews von 1983 mit den Darstellern und dem Regisseur und sind unterhaltsam, auch wenn sie wenig neue Informationen bieten.
In „Die Kostüme“ erzählt die Kostümbildnerin allerlei Wissenswertes zu den Kostümen der Hauptdarsteller.
„Die Geschäfte der Glücksritter“ bietet über Interviews mit Wall Street Brokern Einblicke in die „echte“ Börsenwelt.
Die „Entfernte Szene“ wird mit dem (nicht abstellbaren) Kommentar des Executiv Producers begleitet. Das ist zwar interessant, bietet aber auf der anderen Seite leider nicht die Möglichkeit, die Szene auch einfach nur mal so auf sich wirken zu lassen.
Das „Vintage Film Industry Promo“ ist etwas Material von 1983 zur Promotion des Films, was John Landis noch bei sich im Keller gefunden hat. In dem kurzen Filmchen improvisieren Akroyd und Murphy mehr oder weniger lustig eine kurze Ansprache an Investoren des Films.

FAZIT:
“Die Glücksritter“ ist leider nicht mehr ganz zeitgemäß, die DVD dafür schon. Wer den Film mag, kann bedenkenlos zugreifen.
Bild - 8/10
Ton - 7/10
Bonus – 8/10
Film - 6/10
Der Prinz aus Zamunda
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]