Ich war nie ein sonderlich großer Fan des ersten Teils. Er war für mich nie mehr als ein durchschnittlicher Actionfilm nach Schema F ohne wirkliche Highlights. Teil 2 versprach dagegen im Trailer um einiges mehr, weshalb ich dem Film schließlich auch eine Chance gab. Und ich kann jetzt schon sagen, dass ich in den 84 Minuten mächtig viel Spaß hatte!
Originaltitel: Le Transporteur 2
Regie: Louis Leterrier
Darsteller: Jason Statham, Alessandro Gassman, Amber Valletta, Kate Nauta
Laufzeit: 84
FSK: 12
Ton: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion:
Erschienen: 06.02.2006
Vertrieb: Universum Film
Preis: 15€
Film:
Bei der Story kann man es an dieser Stelle ziemlich kurz machen. Frank (Jason Statham) hat es bei diesem Auftrag mal nicht mit bösem Gesindel zu tun. Zumindest vorerst. Frank’s Aufgabe ist es den kleinen Jack von der Schule abzuholen, oder auch mal zum Arzt zu bringen. Leider wird der Vater von Jack - ein hohes Tier im Antidrogenkampf - zur Zielscheibe eines Gangster Bosses (Alessandro Gassman). Dieser hat den Teuflischen Plan den kleinen Jack einen Virus zu verabreichen. Dieser Virus überträgt sich dann auf jeden, der in seine Nähe kommt. Somit auch seinen Vater. Dieser nimmt nämlich demnächst an einem Kongress teil, wo sich alles trifft, was in der Politik Rang und Namen hat. Na, klingelt es schon? Da der Vater natürlich Kontakt zu seinem Kind hat, infiziert sich dieser und demzufolge auch alle anderen mit welchen er Kontakt hat. Ein Teufelskreis. Doch zum Glück hat da noch Frank ein Wörtchen mitzureden. Dieser hat dem kleinen Jack nämlich versprochen, dass ihm nie etwas passieren wird. Da kann ja nichts mehr schief gehen.

Leider ist die, mit Logiklöchern gespickte, Story nicht der Rede wert und nun muss es die Action richten. Hier hat Regisseur Louis Leterrier bei den Martial Arts Szenen wieder auf choreographie Ikone Corey Yuen gesetzt und da ist man natürlich schon einmal auf der sicheren Seite. Denn die Martial Arts Szenen sind wirklich erstklassig und auch ideenreich umgesetzt. Leider wäre vorm vor allem den Kampf zwischen Jack und der Psychobraut Lola (Kate Nauta) locker mehr drin gewesen. Den ganzen Film über freut man sich nämlich über einen spektakulären Kampf, doch dieser ist nach knappen 30 Sekunden schon zu Ende. Die nächste Enttäuschung war für mich der Endkampf. Dieser findet in einem abstürzenden Flugzeug statt, kommt jedoch sehr langweilig daher und wirkt eher wie eine kleine Keilerei. Dafür stimmt der Rest und es gibt viele schöne Highlights. Da wäre zum Beispiel der Stunt erwähnt, wo Jack eine Autobombe mittels Salto von einem Kranhaken entfernen lässt, oder die irrwitzige Jagd über die Hochhausdächer … mit seinem Audi. Auch die Ballerszenen wie zum Beispiel in der Arztpraxis wissen zu gefallen.
Dabei wurde alles auch sehr ästhetisch inszeniert und mit spannenden Kamerafahrten eingefangen. Besonders haben es mir auch einige Schnitte angetan. So vollführt Frank mit seinem Audi zum Beispiel einen 180° Turn, welcher dann von außen nach innen auf den Schaltknauf geschnitten wird, wo die Kamera ebenfalls einen 180° Turn vollführt. Geil. Unterstützt werden die Klasse Einstellungen durch ein wirklich cooles Bild mit kräftigen Farbverfremdungen. Natürlich schaut anders aus. Aber das ist ja nichts schlechtes, sofern es toll ausschaut. Da dürfen die Soundeffekte natürlich nicht hinten anstehen und das tun sie zum Glück auch nicht. So rumst und knallt es ordentlich, wobei es mir die dumpf klingende Uzi von Lola besonders angetan hat.

Bild:
Beim Bild hat man sich offenbar Bad Boys zum Vorbild genommen, denn hier wurde ordentlich mit Gelb- und Grüntönen das Bild verfremdet. Dazu bekommt man ein gestochen scharfes Bild und eine n Kontrast den man schlecht bewerten kann (Stilmittel oder Fehler?). Für mich ein perfekt produziertes Bild und wie geschaffen für einen großen Bildschirm!
Ton:
Der deutsche Ton weis genauso zu gefallen wie das englische Original. Die Dialoge kommen größtenteils über den Center, während die restlichen Effekte sehr gut über die anderen Lautsprecher verteilt werden. Der Bass freut sich ebenfalls und wird ordentlich beansprucht. Jedoch hatte ich während des Sehens das Gefühl, das hier mehr drinnen gewesen wäre.
Bonus:
Hier schaute es bei meiner Verleihversion (entspricht der Single DVD) sehr dünn aus. Es gab nur einen Trailer zum Film sowie ein englisches Interview ohne deutsche Untertitel mit Jason Statham.

FAZIT:
Nachdem ich vom ersten Teil ziemlich enttäuscht war, hat mich der zweite Ausflug des Transporters um einiges mehr beeindruckt. Fast perfekte Bildästhetik kombiniert mit toller Action und einer - leider - sinnfreien Story. Hätte man sich bei der Geschichte etwas mehr ins Zeug gelegt, wären mehr als die 7 Punkte drin gewesen. So bleibt es bei einem sehr guten Popcornfilmchen ohne Anspruch.
Bild – 9/10
Ton – 9/10
Bonus – 2/10
Film – 7/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Univerum Film zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]