M:i:III

24. October 2006

M:i:III

Der erste Teil (von Brian de Palma) ist für mich noch immer ein richtig guter Actionfilm mit einer spannend erzählten Story, während der zweite Teil mit John Woo als Regisseur an Bord in meinen Augen ganz großer Mist war! Dabei mag ich eigentlich Woo’s Hongkong Filme und seinen Hollywood Einstand Face/Off. Dazufolge war ich beim dritten Teil, trotz neuem Mann auf dem Regiestuhl (J.J. Abrams – Alias, Lost), mächtig skeptisch und nur das Betteln meiner Freundin und ihre 6,50€ stimmten mich letztendlich zu einem Kinobesuch um. Immerhin gab es mit Maggie Q wenigstens einen Lichtblick für mich. Ob es noch mehrere Lichtblicke gab, erfahrt ihr in dieser Rezension.



Originaltitel: Mission: Impossible III
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Tom Cruise, Philip Seymour Hoffman, Jonathan Rhys Meyers, Maggie Q, Laurence Fishburne
Laufzeit: 120
FSK: 12
Ton: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1), Kommentar (DD 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: Pal
Produktion: 2006
Erschienen: 24.10.2006
Vertrieb: Paramount
Preis: 24€

Film:
Ethan Hunt (Tom Cruise) hat sich mittlerweile vom aktiven Dienst zurückgezogen und führt als Ausbilder im IMF und mit seiner Verlobten und bald Ehefrau Julia (Michelle Monaghan) ein ruhiges Leben. Als er jedoch von seinem alten Freund und Kollegen Musgrave (Billy Crudup) erfährt, dass eine ehemalige Schülerin entführt wurde, meldet er sich kurzfristig zum operativen Dienst zurück. Leider missglückt die Rettungsaktion und Hunt ist mächtig sauer. So wird es für ihn doch ein längerer Ausflug, um den Mörder dingfest zu machen. Owen Davian (Philip Seymour Hoffman) ist selbiger und versucht gerade die sogenannte „Hasenpfote“ (eine Art biologische Waffe) an einen Meistbietenden zu verhökern. Kurzerhand wird Davian von Hunt und seinem Team (ja, Cruise ist keine Ein Mann Armee mehr), bestehend aus Luther Stickell (Ving Rhames), Declan Gormley (Jonathan Rhys Meyers) und Zhen Lei (sexy Maggie Q), entführt was letztendlich keine gute Idee war. Davian wurde nämlich gnadenlos unterschätzt, da ihm kurz nach der Entführung auch schon wieder die Flucht gelingt und er nun nach persönliche Rache sinnt. Das ab jetzt seine Verlobte bzw. Ehefrau in großer Gefahr ist, versteht sich von selbst ... der Wettlauf kann also beginnen.


Um den Zuschauer etwas anzuheizen, bekommt dieser auch gleich ohne lange Vorreden die Rettungsaktion um die Ohren geblasen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. So zischen einem die Kugeln aus unendlichem Munitionsvorrat nur so um die Ohren, während die Location Lichttechnisch eher an eine Disco erinnert. Dazu viele schnelle Schnitte damit die Übersicht auch ja nicht behalten werden kann. Eine typische Massenactionsequenz wie sie im Buche steht ... leider in meinen Augen langweilig. Mein eigentliches Highlight des Films kommt nach ein bisschen „Storygeplänkel“ in Form der Entführung von Davian zum Zuge. Hier wird der böse Bub nämlich im Vatikan dingfest gemacht, welches wirklich sehr Ideenreich und ohne großes Kaaboom in bester M:i Tradition mit Masken und allerlei Gimmicks daherkommt. Etwas spektakulärer, aber nicht minder Einfallsreich ist die darauffolgende Actionszene auf einer Brücke wie man sie schon bei „True Lies“ gesehen hat. Hier sieht man auch sehr schön, dass der dritte Teil um einiges grober und ernster daherkommt als der Bonbon Mix im zweiten Teil. Das zuviel Action jedoch nicht immer gut ist, hat anscheinend auch der Regisseur begriffen und gestaltete den „Hasenpfoten“-klau recht kurz und knackig, was mir sehr gefallen hat. In Sachen Action, kann der Film also ganz gut punkten, was er jedoch durch seine „Alles-schon-mal-gesehen“ Story fast wieder einbüßt. So kommt der Verräter unter den eigenen Reihen genauso zum Zug, wie die USA als Weltenretter. Aber was will man auch mehr von solch einem Film erwarten. Da freute man sich den ganzen Film auch darüber, das die Logikfehler nicht ganz so mit der Faust aufs Auge drücken wie noch in Teil 2, nur um einen dann weismachen zu wollen, das man mitten in der City von Shanghai keinen Handyempfang hat. Ah ja.


Immerhin geben sich die Darsteller aller größte Mühe und vor allem Philip Seymour Hoffman als Davian spielt einfach grandios den bösen und ekelhaften Bösewicht. Er ist einfach nur abgrundtief böse mit einer Mimik, wie man sie sich bei einem richtigen Fiesling auch wünscht. Hervorragend spielt er einfach alles andere gnadenlos an die Wand! Aber auch Tom Cruise darf hier wieder mehr zeigen und bekommt dies auch ganz gut auf die Reihe. Als kleines persönliches Highlight in Sachen Darsteller muss ich einfach noch Simon Pegg (Shain of the dead), welcher einen Computerspezialisten spielt, erwähnen. Seine Dialoge unfern ähnlich aus wie die Actionsequenzen ... toll. Maggie Q ist sexy wie immer. Mehr muss man nicht sagen.

Bild:
Hier gibt es nicht viel zum meckern. Der Kontrast ist sehr gut und kann auch in dunklen Szenen weitestgehend überzeugen. Die Schärfe ist ebenfalls auf recht hohem Niveau und das ab und an leicht grießselige Bild, stammt wohl von gewollten Filtern.

Ton:
Die Big Budget Produktion lässt hier ordentlich die Muskeln spielen und bläst einem förmlich die Ohren durch. Knackiger Sound und ein tolles „Mitten Drin“ Gefühl sorgen für eine super Atmosphäre. Alle Tonspuren bieten eine tolle Dynamik und man spürt die Schüsse förmlich am Ohr vorbeisausen.


Bonus:
Legt man die DVD ein, wird man gleich erst mal mit einem Trailer zu „World Trade Center“ und „Tom Cruise on DVD“ genervt. Zwar lassen sich die Trailer überspringen, aber warum steckt man so etwas nicht in die Trailersektion? Mich nervt so was einfach genauso wie elende Raubkopierer Spots! Ansonsten sind die beiden DVD’s ganz schön voll. Auf der ersten DVD gibt es neben dem Film und dem Audiokommentar (Tom Cruise zusammen mit J.J. Abrams) noch ein „Das Making of der Mission“, fünf entfernte Szenen und ein „Generation: Cruise“. Auf der zweiten Scheibe befinden sich einige Making Ofs wo alles erdenkliche abgedeckt wird. So gibt es das typische Werbe Making Of genauso wie eins über die Effekte, eins über die Gesichtsmasken, Storyboardvergleiche, vier Trailer, sechs TV Spot, massig Bilder in der Galerie sowie ein Special über die Vertonung des Films. Als Abschluss gibt es noch einen fast 10minütigen Clip über Tom Cruise in seinen bisherigen Rollen. Dieser Clip entstand aufgrund einer Ehrung mit dem „Stanley Kubrick Brittania Award for Excellence in Film“ Award. Alle Extras besitzen diverse Untertitel inklusive Deutsch.
Leider kann die Verpackung dem Inhalt nicht das Wasser reichen. Bei einer Collector’s Edition verlange ich schon mehr als nur einen dünnen Schuber über einem Amaray (gleiches Cover wie der Schuber) in welchem nur ein Einlageblatt mit Werbung enthalten ist. Immerhin springen sie nicht auf den mittlerweile überfüllten Steelbook Zug auf. Dennoch wäre etwas mehr besser gewesen, wenn man schon mit einer Collector’s Edition wirbt. In Deutschland ist das aber generell ein Problem und mit Namen wie Special, Collector oder Sonst wie Edition wird nur so um sich geworfen.


FAZIT:
Alles in allem war ich vom Film doch sehr positiv überrascht. Der Film ging wieder mehr in Richtung des ersten Teils und bot nicht mehr ein Logikloch nach dem anderen wie noch im zweiten Aufguss. Auch der Bösewicht ist endlich herrlich böse und der heimliche Star des Films ... zumindest für mich, da ich die Actionszenen meist für viel zu lang gehalten haben, was einem nach einer gewissen Zeit einfach nur langweilt. Die DVD kommt technisch wirklich gut daher, auch wenn die Verpackung mich nicht wirklich überzeugen konnte.

Bild – 9/10
Ton – 10/10
Bonus – 7/10
Film – 7,5/10


[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]