Wir können auch anders! – Wollten Unterhaltungs-Filme-Regisseur Gore Verbinski und Action-Star Nicolas Cage mit dem anspruchsvollen „The Weather Man“ wohl beweisen. Leider gelingt dieses Unterfangen nur teilweise…
Originaltitel: The Weather Man
Regier: Gore Verbinski
Darsteller: Nicolas Cage, Michael Cain, Hope Davis
Laufzeit: 98min
FSK: 6
Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Holländisch
Ton: DD 5.1
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (16:9 / anamorph)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2005
Erschienen 2006
Vertrieb: Paramount Home Ent.
Preis: 15€
Film:
David Spritz (Nicolas Cage) ist die „Wetterfee“ einer Nachrichtensendung und hat so einen einfachen und gut bezahlten Job, der ihm am Tag nur 2 Stunden Arbeit kostet. Sein großes Ziel ist es, bei der bekannten US-Morning Show „Hello America“ der Chefmetereologe zu werden, um mit dazugehörigen Millionengehalt und dem Umzug nach New York sein Privatleben wieder grade biegen zu können. Seine Frau (Hope Davis) lebt nämlich mit seiner fetten Tochter und seinem Drogen-gestörten Sohn getrennt von ihm, zudem hält ihn sein im Sterben liegender Vater (Michael Cain) für den größten Versager aller Zeiten. Außerdem wird er ständig von über das Wetter verärgerten Mitmenschen mit Fastfood beworfen und bekommt auch sonst nichts auf die Reihe.

„The Weather Man“ (Regie: Gore Verbinski) in ein Genre einzuordnen ist schwierig, bietet er doch für eine Komödie viel zu wenig Witz und für ein Drama viel zu wenig Dramatik. Stattdessen bewegt er sich irgendwo zwischen den Stühlen und bot zumindestens mir von beiden zu wenig. Die DVD Verpackung bemüht den Vergleich mit „American Beauty“ und „About Schmidt“, doch bieten beide dieser Filme deutlich mehr als „The Weather Man“. „American Beauty“ liefert ein viel zynischeres, schwarzhumorigeres Bild von Amerika ab, während „About Schmidt“ deutlich feinfühliger, glaubhafter und facettenreicher als das Werk von Gore Verbinski daher kommt. Dieser ist nun mal ein typischer Hollywood Regisseur, was er mit Filmen wie „Mäusejagd“, „The Ring“ und „Fluch der Karibik“ immer wieder aufs neue beweist. Nuancierte Charakterbilder und Geschichten mit subtiler Botschaft sind nicht unbedingt seine Stärke. So weiß bei „The Weather Man“ zwar der gestriegelte Hochglanzlook und die geniale Optik sehr zu gefallen, doch bei den leisen Zwischentönen versagt der Regisseur etwas. So muss er dem Zuschauer im letzten Drittel auch noch mal alle Botschaften und Interpretationsansätze mit dem Holzhammer per Off-Monolog vom Hauptcharakter einhämmern, wohl aus Angst, aus seiner Inszenierung würde die „Fast-Food-Problematik“ und Spritz’s fehlende Fähigkeit, sein eigenes Leben nicht vorhersagen zu können, nicht hervorgehen. Das ist ärgerlich, da man sich als Zuschauer so für zu dumm gehalten fühlt.
Trotzdem, ganz so schlecht ist „The Weather Man“ auch nicht. Er bietet eine niedliche Geschichte, schöne, ungewöhnliche Hans Zimmer Musik und zwei große Hollywoodschauspieler. Sicher, Nicolas Cage ist beileibe kein Charakterdarsteller, trotzdem liefert er als von Selbstzweifeln geplagter, versagender Weather Man eine respektable Leistung ab. Dafür weiß Michael Caine wie immer voll und ganz zu überzeugen und weckt von Anfang an die Sympathien des Zuschauers.
Für einen netten, etwas anspruchsvolleren Film Abend ist der Film also durchaus zu empfehlen, mehr sollte man allerdings auch nicht erwarten.

Bild:
Beim Bild gibt es absolut nichts zu beanstanden, alles bewegt sich im grünen Bereich. Kein störendes Rauschen, keine Artefakte, keine Dropouts und eine gute bis sehr gute Schärfe.
Ton:
Da der Film keine Effektszenen bietet, wird auch der Raumklang, bis auf die Musik, kaum genutzt. Ansonsten ist der Ton sehr gut, klar verständlich, Fehlerfrei und bietet ein homogenes Klangbild.
Bonus:
Die DVD bietet schlichte, aber stilvolle Menüs und hat Bonusmäßig mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick scheint.
- Erweiterter Ausblick: Das Drehbuch (ca. 10min)
- Vorhersage: Wie man ein Wetterfrosch wird (ca. 6min)
- Atmosphärischer Druck: Der Stil (ca. 9min)
- Relative Luftfeuchtigkeit: Die Charaktere (ca. 20min)
- Der Passatwind: Die Zusammenarbeit (ca. 15min)
- Original Kinotrailer (ca. 2:20min; englisch)
Der „Erweiterte Ausblick: Das Drehbuch“ ist recht interessant und zeigt die Intentionen des Autors, die hinter dem Script stehen. In der „Vorhersage: Wie man ein Wetterfrosch wird“, spricht ein echter Chicagoer Wettermann über seinen Beruf und den Film, zusätzlich sind interessante Interviewschnipsel mit Nicolas Cage zu seiner Rolle eingestreut. Der visuelle Stil des Films und das Setdesign wird in „Atmosphärischer Druck: Der Stil“ beleuchtet und stellt aufgrund des sehr aufwändigen und ansprechenden Look von „The Weather Man“ wohl eines der interessantesten Bonusfeatures dar. Mindestens ebenso informativ ist aber auch die „Relative Luftfeuchtigkeit: Die Charaktere“, in der nicht nur die einzelnen Hauptcharaktere sehr genau beleuchtet, sondern auch wieder einige Interpretationsansätze zum Verständnis des Films gegeben werden. In „Der Passatwind: Die Zusammenarbeit“ geht es eigentlich um alle möglichen Aspekte der Filmproduktion, vom Schnitt über das Kostümdesign bis hin zur Filmmusik. Auch dieser Feature ist wieder sehr informativ gemacht und bietet viele interessante Einblicke.

FAZIT:
Interessanter, wenn auch nicht überragender Film auf einer sehr empfehlenswerten DVD.
Bild - 9/10
Ton - 7/10
Bonus – 7/10
Film - 7/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Home Ent. zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]