Speed Grapher: Directors Cut Vol. 1

23. June 2006

Speed Grapher: Directors Cut Vol. 1

Mit Speed Grapher erreicht uns eine der aktuelleren Serien aus dem Studio Gonzo (Gantz, Hellsing). Die Mischung aus Action, etwas Mystik und leichtem erotischen Touch liest sich auf dem Packungstext schon einmal recht gut. Dazu noch etwas Film Noir und fertig wäre eine gelungene Detektiv Story. Ob es letztendlich so ist, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Originaltitel: Speedgrapher
Regie: Kunihisa Suhishima
Laufzeit: 100
FSK: 16
Ton: Deutsch (DD 5.1, dts 5.1), Japanisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 16:9
TV-Norm: PAL
Produktion: 2005
Erschienen: 18.05.06
Vertrieb: Al!ve AG
Preis: 23€

Film:
Im Groben geht es um den Paparazzi Tatsumi Saiga, welchen es steht’s nach einem gelungenen Foto dürstet. Dabei freut er sich meist, wenn das Foto schön brutal ist. Jedoch ziemlich gelangweilt von Kriegsfotos im Dschungel, begibt er sich nun in einen anderen Dschungel ... nämlich in den der Großstadt. Dort versucht er das Tokioter Vergnügungsviertel Roppongi zu unterwandern und begibt sich tief in eine Welt aus Prostitution, Glückspiel und Mord. Dabei stößt er auf einen geheimen Nachtclub, in dem einige der wichtigsten VIP’s Tokio Mitglied sind. Diese vergnügen sich auf eine teilweise ziemlich perverse Art und ab und an wird durch die „Göttin“ einer auserwählt, welcher dann in die ultimative Riege aufgenommen wird.

In der ersten Episode wird die Geschichte von Tatsumi Saige erzählt, während es in der zweiten Folge um die 16 jährige Kagura, alias die Göttin, geht. Nur leider weis sie nichts von ihrer Kraft und wird von ihrer Mutter Shinsen nur ausgenutzt. Nebenbei ist Shinsen ziemlich eifersüchtig, da sie immer älter wird, während ihre Tochter von Tag zu Tag immer hübscher wird. Das geht so weit, dass Shinsen ihr das Essen verbietet und Kaguras Lehrerin verführt. Natürlich werden Shinsen und die Lehrerin in flagranti erwischt.


In der dritten Episode, treffen beide nun bei einem Ritual aufeinander. Saige wird beim fotografieren erwischt und soll nun büßen. Er wird von der Göttin Kagura geküsst und mit Schwerthieben getötet. Vorbei ist es hier jedoch noch lange nicht, sondern durch den Kuß von Kagura geht es hier erst richtig los. So strömt von nun an die sogenannte Euphoria Kraft durch seinen Körper und macht seine Kamera zur brutalen Waffe. Er schnappt sich Kagura und flüchtet mit ihr, wobei die Flucht leider misslingt. In der letzten Folge versucht Saiga sie nun aus den Händen der Mutter zu entreisen, was auch funktioniert. Doch hier nimmt die Serie erst den Anfang ...

Eigentlich hab ich mir etwas ganz anders vorgestellt, als ich den Packungstext gelesen habe. Eher so etwas Richtung Gantz, da die ganze Verpackung eher auf einen Splatter/Sex Mix hindeutet. Letztendlich, gibt es eine fast reine Detektivgeschichte, welche recht gemächlich abläuft doch ab und an einmal ausartet. So kommt es immer mal wieder zu recht blutrünstigen Szenen. Dies verdankt die Serie vor allen den ziemlich kranken und skurrilen Charakteren. So gibt es einen irren Tänzer, eine Polizisten, welche nur durch ihre Kanonen geil wird und den mysteriöse Clubbesitzer. Trotz den anderen Erwartungen, ist die Story ziemlich spannend erzählt und hat recht viel Potential. Leider sind die Animation nicht sonderlich gut, da man deutlich mehr von Gonzo gewohnt ist. Der Look an sich spricht mich dennoch an, da er schön düster geraten ist.

Übrigens handelt es sich bei dieser Veröffentlichung nicht um die ursprünglich ausgestrahlte TV Serie, sondern um den Directors Cut, welcher in Japan auf DVD erschienen ist. Leider wurde aufgrund von Lizenzproblemen der Openingsong ausgetauscht. Ziemlich schade, da es sich hierbei um eine gelungene Coverversion eines Duran Duran Songs gehandelt hat. Zwar fehlt dieser Songs, doch die restliche musikalische Untermalung erinnert dennoch stark an die 80iger.


Bild:
Zwar können die Animationen nicht sonderlich begeistern, doch das Bild an sich ist wirklich gut geworden. Die Serie ist ja recht düster, doch ein übles Rauschen bekommt man nicht zu Gesicht. Bild- und Kompressionsfehler sind ebenfalls nicht auszumachen und nur die etwas ungenügende Schärfe führt zu Punktabzug.

Ton:
Wie immer, präsentiert sich der japanische Ton nur in DD 2.0, während es eine deutsche DD 5.1 und dts 5.1 Spur gibt. Große Unterschiede zwischen den beiden deutschen Tonspuren kann man jedoch nicht ausmachen. Viel zu bemängeln gibt es an den drei Tonspuren nicht und der Sound verteilt sich recht gut. Die deutsche Syncro ist recht angenehm, doch ich greif dennoch lieber zum japanischen Pendant, denn vollends überzeugen kann die deutsche Sprachfassung leider nicht. Liegt aber dennoch deutlich über Durchschnitt.

Bonus:
Zumindest äußerlich macht die Veröffentlichung einiges her. So hat der Pappschuber ein anderes Motiv als das Amaray und die ausgestanzten Buchstaben des Speed Grapher Schriftzugs machen sich gut. Auf der Rückseite sieht man zudem die Screenshots durch die Objektive einer Kamera. Im Amaray schaut die Sache allerdings etwas düster aus. Zwar gibt es im Inlay Infos zu über die beiden Hauptdarsteller, doch ein hübsches Booklet sucht man leider vergebens. Nur einen Programmkatalog findet man. Auf der DVD schaut es leider ebenfalls nicht besser aus und neben einem Screensaver und einem japanischen Werbespot gibt es nur noch eine Artwork Galerie sowie einige Originalskizzen und einen Musikclip. Immerhin wird auf der DVD für die nächste DVD ein Special angekündigt.


FAZIT:
Wer auf spannende Detektivgeschichten steht, welche ab und an einmal etwas ausarten, wird hier ohne Zweifel auf seine Kosten kommen. So steckt ziemlich viel Potential in der Serie und nur die durchschnittlichen Animation trüben den Sehgenuss etwas. Wer sich daran jedoch nicht stört, kann sich die Serie einmal geben. Zudem macht sich der Pappschuber ziemlich gut im Regal.

Bild - 8/10
Ton - 8/10
Bonus - 4/10
Film - 7,5/10

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Al!ve AG zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]