Siegfried - Premium Edition

04. April 2006

Siegfried - Premium Edition

Oh je ... eigentlich kann ich ja mit deutschen Klamauk Filmen à la „Der Schuh des Manitu“, „(T)raumschiff Suprise“ ober „7 Zwerge“ (wie auch „Siegfried“ von Regisseur Sven Unterwaldt) überhaupt nicht viel anfangen, aber irgendwie musste ich mir dennoch den Film „Siegfried“ zur Gemüte führen. Und es stellte sich das heraus, was ich eigentlich schon vorher wusste: Solche Filme sind einfach nicht mein Humor. Aber der Reihe nach ...



Originaltitel: Siegfried
Regie: Sven Unterwaldt Jr.
Darsteller: Tom Gerhardt, Dorkas Kiefer, Volker Büdts, Axel Neumann, Jan Sosniok
Laufzeit:
FSK: 6
Ton: Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2005
Erschienen: 02.03.2006
Vertrieb: Highlight/Constantin Film
Preis: 18€ (Single DVD), 23€ (Premium DVD)


Film:
Der Film fängt wie die typische Nibelungen Sage an. Ein kleines Kind sitz in einem kleinen Körbchen, welches in einem Fluß schwimmt und von einem Mann gerettet wird. Hier überlegte ich dann schon das erste mal auszuschalten, als das Kind den Finder einfach mal so vollpieselt und voll kotzt. Sorry, aber einfach nicht mein Humor. Das dann noch eine milchvolle Brust leer gesaugt wird und furzende Schweine umherlaufen, kam da auch nicht besser. Unser Held wächst nun in einem kleinem Dorf zu einem stattlichen Mann heran, wird aber auf Grund seiner Stärke nicht wirklich von den Bewohnern akzeptiert und es wird immer wieder versucht, Siegfried (Tom „Voll normal“ Erhardt) loszuwerden. Anstatt seine Kräfte sinnvoll zu nutzen, zerstört er eben nur alles ... natürlich nicht mutwillig, denn unser zukünftiger Held hat eigentlich eine herzensgute Seele, scheint jedoch geistig nicht so die Leuchte zu sein. Eines Tages trifft er im Wald auf die bildhübsche Kriemhild (Dorkas Kiefer), welche gerade ihr Geschäft im Busch erledigen will. Natürlich verliebt sich Siggi sofort in die Dame und von nun an geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Hier sieht der Ziehvater seine Chance und überredet Siggi, Kriemhild zu suchen und somit aus dem Dorf zu „vertreiben“. Schließlich findet er sie und stolpert in sein bisher größtes Abenteuer. Um Kriemhild heiraten zu können, muss er einen sagenumwobenen Schatz finden. Natürlich hat Kriemhild den Hintergedanken, das Siggi auf der Suche nach dem Schatz das zeitliche segnet, da sie nicht wirklich von Siegfried angetan ist. Blind vor Liebe macht sich Siggi auf die beschwerliche Reise. Dabei bekommt er es aber nicht nur mit Drachen, sondern auch mit hinterhältigen Rittern und anderem Gesindel zu tun. Durch die Hilfe seines tapferen Wegbegleiters, einem kleinen Schweinchen, übersteht er jedoch die Gefahren, bis zum Punkt wo die Sage eigentlich hätte enden müssen. Doch hier geht es erst richtig los...


Tja, was soll ich jetzt schreiben? Fans der typischen deutschen Kalauer Humor werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Geschmacklose Witzeleien am laufenden Band, die ab und an jedoch mal von einem guten Witz unterbrochen werden. Zudem konnte ich so ziemlich jeden Gag vorhersagen, was nicht wirklich im Sinne eines guten Gags ist. Die Darsteller sind wie in den in der Einführung genannten Filme bekannte Comedians, die versuchen ihr Bestes zu geben. Mit dabei sind unter anderem Markus Maria Profitlich, Mirko Nontchev, Mirja Boes sowie die Stimmen von Otto Walkes und Atze Schröder. Mit dabei auch der zur Zeit sehr beliebte Döner Humor, der mir aber so ziemlich auf die Nerven geht. Zudem Proll und Fäkalhumor wohin das Auge schaut. Irgendwie scheint die deutsche Sprache doch so langsam auszusterben. Mir scheint es so, als ob immer wieder die gleiche Geschichte erzählt wird und dabei immer nur das Szenario ausgetauscht wird. Manche mögen „Siegried“ es eine „Parodie“ nennen, ich nenne es Verschendung von Ressourcen.

Die Darsteller verhalten sich hier eher so, als ob sie nur in einem kurzem Sketch auftreten und diesen halt immer wieder wiederholen müssen. Der einzige wirkliche Lichtblick ist hier Daniela Wutte als liebenswerte und wirklich süße Anita. Ihr tut Siggi ziemlich leid und sie versucht ihn irgendwie auf den rechten Weg zu lenken. Nebenbei hat sie sich in Siggi ziemlich dolle verguckt. Von der Inszenierung her ist „Siegfreid“ eigentlich recht solide geworden und bietet einige hübsche Einstellungen und Ideen. Die paar CGI Effekte sind ebenfalls recht annehmbar wie auch die ganzen wirklich guten Kostüme und Bauten. Das Schweinchen als Puppe funktioniert auch ganz gut. Diese paar Lichtblicke retten allerdings nicht viel.


Bild:
Hier landet die DVD ziemlich weit oben, da man von stehenden Rauschmustern und fast verschont bleibt. Verschmutzungen treten ebenfalls nicht auf und die Farben kommen satt daher. Nichts zu meckern gibt es auch bei der Bildschärfe die immer stimmt!

Ton:
Das Bild ist fast bombig, da muss der Ton natürlich mithalten, was er auch souverän tut. Es werden alle Kanäle angesprochen und die Dialoge sind allesamt sehr verständlich. Der Soundtrack tut sein übriges und ist wirklich sehr gelungen geworden und eigentlich zu schade für dieses Machwerk.

Bonus:
Viel Aufregendes gibt es hier leider nicht und das meiste ist der übliche Standard. So sind die Interviews ziemlich kurz und von den Aussagen her nicht wirklich informativ. Die Making Of’s sind teilweise interessant und teilweise das übliche Marketing Gequatsche. So gibt es neben dem normalen Marking Of zum Film noch Features über die Arbeit mit dem mechanischen Schwein, der Schweinedressur, den Stunts und die CGI Effekte dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen. Ebenfalls mit von der Partie sind Specials über die Masken, die Kostüme und die einzelnen Sets. Abgerundet wird das Ganze durch ein paar Kommentare vom Kameramann sowie ein kleines Special über die Nummerngirls ... sind schon ein paar sexy Mädels dabei.
Eingepackt sind die beiden DVD’s und das kleine Booklet in ein hübsches Digipack, welches man von Highlight Filmen mittlerweile gewohnt ist. Dazu wurde das Digipack schön gestaltet und den Schuber schmückt ein glänzender „Siegfried“ Schriftzug.


FAZIT:
Das war jetzt aber wirklich die letzte deutsche Komödie aus dem Genre, die ich mir angeschaut habe. Ich kann mich mit dem Humor einfach nicht anfreunden und er geht mir wirklich auf die Nerven. Erfolg hatte der Film aber dennoch und Fans der zig Comedy Shows und Fans solcher filmischen Grausamkeiten wie eben „Der Schuh des Manitu“, „(T)raumschiff Suprise“ ober „7 Zwerge“ werden voll auf ihre Kosten kommen. Diese bekommen zudem eine technisch sehr gute DVD in einem für Highlight typisch sehr hübschen Digipack. Meine persönliche und wie immer subjektive Wertung des deutschen Tiefpunkts der Filmgeschichte, seht ihr weiter unten.

Bild - 9/10
Ton - 9/10
Bonus - 7/10
Film - 4/10


[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Highlight/Constantin Film zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

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