Paranoia Agent Vol. 3

07. February 2006

Paranoia Agent Vol. 3

Nachdem der Fall um Shounen Bat in der letzten Volume zu den Akten gelegt wurde und unsere beiden Polizisten den Dienst quittieren mussten, fragte man sich natürlich wie es weiter gehen sollte. Gibt sich hier nun endlich der wahre Shounen Bat zu erkennen? Natürlich können auch hier wieder einige Spoiler vertreten sein, wobei ich versuche welche zu vermeiden.



Originaltitel: Mousou dairinin
Regie: Satoshi Kon
Laufzeit: 3 Ep. Á 30min
FSK: 16
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch, Polnisch
Ton: DD 2.0
Regionalcode: 2
Bildformat: 16:9
TV-Norm: PAL
Produktion: 2004
Erschienen: 12.12.2005
Vertrieb: Anime Virtual
Preis: 25€


Story:
Die erste Folge kommt recht lustig aber dennoch sehr ernst daher. So verabreden sich drei Leute aus unterschiedlichen Generationen in einem Chatroom zum kollektiven Selbstmord. Da wäre zum einen der junge „Zebra“ und der Greis „Fuyubaji“. Zu den beiden gesellt sich zudem die kleine Göre Kamome. Die beiden älteren sind natürlich geschockt davon, dass sich so ein kleines und unschuldiges Ding das Leben nehmen will und versuchen sie irgendwie abzuwimmeln. So recht funktioniert dies jedoch nicht. Einen gelungenen Selbstmord zu fabrizieren fällt dabei genauso schwer, wie Kamome abzuschütteln. So wird alles genausten durchgesprochen und alles mögliche in Betracht gezogen. Springen wir vor einen Zug? Oder doch lieber von einem Hochhaus? Ist ersticken besser als ertrinken? Vielleicht sollten wir uns auch nur erhängen? So recht funktioniert aber keine der genannten Methoden und das Leben schlägt den dreien immer wieder ein Schnäppchen...sprich das Leben ist doch hartnäckiger als angenommen. Als dann Shounen Bat die Bildfläche betritt, sehen die drei endlich die Erlösung...oder doch nicht?


In der folgenden Episode geht es um ein paar tratschende Hausfrauen und Männer die sich gegenseitig mit den absurdesten Geschichten die Taschen füllen. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich immer Shounen Bat, welcher hier für allerlei Irrsinn verantwortlich gemacht wird. So spuckt ein Student vor lauter Stress als seine gelernten Formeln wieder aus und eine Hausfrau, die von ihrer Schwiegermutter tyrannisiert wird. Abgerundet wird die Episode durch eine wirklich sehr kitschige Liebesromanze und einen Boxer, welcher arge Gewichtsprobleme hat und letztendlich gegen seinen Willen verliert und dem Fressen nachgibt.

In der letzten hier enthaltenen Episode bekommt das Plüschtier Maromi eine eigene Anime Serie. Hauptdarsteller ist hier ein ziemlich trotteliger Angestellter, welcher ohne bösen willen das gesamte Projekt sabotiert und somit den Chef in arge Bedrängnis bringt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, fallen die meisten Mitarbeite mysteriösen Mordfällen zum Opfer.

In den 3 Episoden geht Regisseur Satoshi Kon sehr sarkastisch mit den Charakteren um. Hier herrscht wahrlich rabenschwarzer Humor und stellt zudem eine richtige Gesellschaftskritik dar. Besonders die beiden in Japan sehr heiklen Themen um Selbstmord und die harte Arbeit im Anime Business werden hier sehr humorig, aber ernst vorgeführt. Die kleine Odyssee der drei Selbstmörder ist voller Ironie und herrlich überzeichnet dargestellt, wobei dies natürlich dennoch zum nachdenken auffordert. Auch bemerkenswert ist die Vorführung des Anime Business. So arbeiten im normalen Leben die Angestellten unter sehr hohem Druck und meist rund um die Uhr für nicht wirklich viel Geld. Hier werden auch gleich mit die wichtigsten Personen in einem Studio vorgestellt.


Bild:
Auch in der dritten Volume hat sich beim Bild nichts getan und es gibt immer noch kleinere Artefakte zu sehen. Dafür sind die Farben sehr schön und der Kontrast passt ebenfalls. Es müsste aber aufgrund des geringen Alters mehr möglich sein, wobei ich nicht glaube, dass es in der letzten Volume einen großen Schritt geben wird.

Ton:
Der Stereosound geht in Ordnung und gibt soweit keinen Anlass zur Kritik. Die deutschen Sprechen sind ebenfalls wie schon auf den ersten beiden Volumes sehr gut und stehen dem Original in fast nichts nach!

Bonus:
Es ist wirklich schade, das so eine großartige Serie wie „Paranoia Agent“ keine Extras spendiert bekommt. So liegt nur eine einsame Postkarte im schmucklosen Amaray und selbst der Innenseitendruck wurde wegrationalisiert. Auf der DVD findet ihr zudem nur wieder ein neues Wallpaper. Und wieder hat es Anime Virtual nicht geschafft, eine separate UT Spur einzurichten und somit bleibt nerviges umschalten dem Anime Fan bei Kanji Einblendungen nicht erspart. An Trailern gibt es diesmal einen zu „Tenjo Tenge“, „Saiyuki“ und „Get Backers“ zu sehen.


FAZIT:
Die Folgen 8-10 sind völlig anders als die vorhergehenden und nun weis man überhaupt nicht mehr, wohin der Regisseur in den letzten drei Episoden hinwill. Die hier enthaltenen Episoden sind alle samt herrlich schwarzhumorig und voller Ironie, dass sie eine wahre Freude sind. Man darf wirklich gespannt sein, wie die Serie in der letzten Volume weitergeht!

Bild – 8/10
Ton – 7/10
Bonus – 1/10
Film – 9/10


[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Anime Virtual zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

Paranoia Agent Vol. 1

Paranoia Agent Vol. 2

Diskutiert über Paranoia Agent Vol. 3 im Forum