Der Film hat weltweit einen ziemlichen Eindruck hinterlassen und ist ganz harter Stoff! So konnte nicht jeder mit der Mischung aus Komödie, brutalen Folterszenen, Sience Fiction und Drama etwas anfangen bzw. damit umgehen. Zwar ist man Genre Mixe aus Korea schon länger gewohnt, doch noch nie hat man den Spagat zwischen den Genre so auf die Spitze getrieben wie hier.
Originaltitel: Jigureul jikyeora!
Regie: Jeong Jun-hwan
Darsteller: Shin Ha-kyun, Baek Yun-shik, Hwang Jeong-min, Lee Jae-yong
Laufzeit: 117
FSK: Keine Jugendfreigabe
Ton: Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1), Koreanisch (DD 5.1), Kommentar (DD 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2003
Erschienen: 28.11.2005
Vertrieb: I-On New Media
Preis: 19€
Story:
"Bjung-Gu (Ha-kyun Shin) ist davon besessen zu glauben, dass Außerirdische schon seit langer Zeit unter den Menschen leben und er will es nun endlich auch beweisen. Dafür hat er jedoch nicht viel Zeit, da er ebenfalls glaubt, dass die Außerirdischen die Erde bei der nächsten Mondfinsternis endgültig erobern wollen. Um mit den fremden Wesen Kontakt aufnehmen zu können, kidnappt er kurzerhand den Boss einer großen Firma. Sein Name ist Kang (Yun-shik Baek) und er ist natürlich nicht sonderlich von der Sache begeistert und beteuert immer, dass er kein Außerirdischer ist. Doch Bjung-Gu läuft die Zeit davon und muss somit zu brutalen Methoden greifen, um Kang doch noch zu einem Geständnis zu bringen! Außerdem sind ihm noch 2 Polizisten auf den Fersen. Ist Kang nun ein Außerirdischer? Hat Bjung-Gu einfach nur einen gehörigen Schaden? Oder ist Bjung-Gu wirklich der einzige Retter unseres Planeten?"

Der Anfang beginnt gleich mit dem Kidnapping, welches mit einer fröhlichen Punkversion des Hits „Somewhere over the rainbow“ unterlegt ist und der Zuseher eher denkt, er habe es mit einer abgefahrenen Komödie zu tun. Bereitet das deutsche Cover einen noch auf das bevorstehende vor, so sah man auf den originalen Cover einen grinsenden Hauptdarsteller und es traf den Zuseher wie einen Schlag ins Gesicht, denn das anfängliche Lachen, bleibt einem schnell im Halse stecken! Die Folterszenen sind, wie schon erwähnt, recht brutal geraten, doch dadurch, dass alles ziemlich skurril und sarkastisch inszeniert wurde, kommt keine so perverse Stimmung auf wie z.B. bei Ichi the Killer von Takashi Miike. Bjung-Gu wird im laufe des Filmes im psychopathischer verrennt sich immer mehr in die Sache. So schreckt er auch bald vor rein gar nichts mehr zurück. Jedoch bleibt der Charakter immer etwas sympathisch und er tut einem auch ziemlich leid, nachdem man mehr über seine Kindheit erfahren hat. Überhaupt fühlt man mit jedem der Charaktere mit und begibt sich beim zusehen in ein wahres Wechselbad der Gefühle. Selbst an Kang geht die Vergangenheit von Bjung-Gu nicht spurlos vorbei. So wurde Bjung-Gu als Kind und Jugendlicher immer von den anderen gepeinigt und hat zudem seine große Liebe verloren, welche kaltblütig und vor seinen Augen umgebracht wurde.

Regisseur Jeong Jun-hwan bedient sich auch fröhlich an anderen Filmen und selbst Kubriks „2001“ wird ordentlich zitiert. Bei der von vorne bis hinten durchgestylten Inszenierung, welche wirklich mehr als genial daherkommt, konnte sich Jeong Jun-hwan ebenfalls so richtig austoben. Es scheint so, als ob Koreaner einfach keinerlei Hemmungen haben und dort wo Hollywood aufhört, fängt das koreanische Kino erst an. Dies hatte auch schon OldBoy mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Farben sind alle samt nachbearbeitet und es regiert vorwiegend grüne und blaue Töne, wobei das alles ziemlich an das französische Kino erinnert. Auch ist die Kamera häufig verwackelt, unscharf und bietet interessante Einstellungen. „Save the green planet“ nimmt man neben den ganzen Folterszenen, den überzogenen und skurrilen Charakteren dennoch die Massage der Gesellschaftskritik ab, was dem Film hoch anzurechnen ist. Dazu tragen die Darsteller ebenfalls bei die alle samt genial und überzeugend spielen. Besonders Ha-kyun Shin als Bjung-Gu und Yun-shik Baek als Kang geben beide eine brillante Vorstellung ab! Leider geht von der Überzeugung in der deutschen Syncro viel verloren, aber es gibt ja immer noch den koreanischen O-Ton mit deutschen Untertiteln.

Bild:
I-On Media scheint es so langsam aber sicher auf die Reihe zu bekommen und das Bild wird immer besser. Vorbei scheinen die Zeiten zu sein, als man um I-On Media Scheiben einen großen Bogen gemacht hat. Zwar ist das Bild noch immer etwas verschwommen und zieht deutlich nach, was natürlich etwas die Details vermissen lässt, doch Rauschen ist nicht zu sehen, was in den meist dunklen Szenen natürlich sehr gut ist.
Ton:
Die deutsche Synchronisation ging mir schon schnell auf die Nerven. Zwar sind die männlichen Parts recht angenehm, aber vor allem die Freundin von Bjung-Gu ging mir schon nach den ersten Sätzen gehörig auf die Nerven! Piepsend und völlig übertrieben, schaltet ihr garantiert schnell auf den koreanischen Ton um. Ansonsten gibt es nichts weiter an der Technik auszusetzen und die musikalische Untermalung ist sehr passend gewählt. Mal fröhlich, mal dramatisch, mal spannend oder tragisch.
Bonus:
Hier hat sich I-On Media nicht lumpen lassen und auf die zweite DVD mit 3h Bonusmaterial ordentlich was draufgepackt. Neben dem Kurzanimationsfilm "The Lazy Mirror" gibt es massig an Behind the Scenes Material. So gibt es viel Bildmaterial vom Set, viele Interviews und Erklärungen zur musikalischen und visuellen Umsetzung des Filmes. Abgerundet wird alles mit einigen Deleted Scenes und Trailern zum Film, sowie Trailern aus dem weiteren I-On Media Programm. Leider ist der koreanische Audiokommentar nicht deutsch Untertitelt.
-Deleted Scenes
-Kurzfilm „The lazy mirror“
-Am Set
-Premiere in Korea
-Fragen vom Fanclub
-Die Detektive
-Die Aliens
-2001 Imagine
-Behind the Scenes
-CGI Featurette
-Double Vision
-Art of the green planet
-Make up
-Stunt practice
-Soundtrack
-Days of the green planet
-Hello from the set
-Interviews: The Director’s Room, The Concept
Die beiden DVD’s befinden sich in einem recht hübsch anzuschauenden Digipack. Leider finde ich das deutsche Cover nicht so ansprechend und ich hätte mir lieber das koreanische Originalcover gewünscht, welches sich aber zumindest im Digipack wiederfindet.

FAZIT:
„Save the green planet“ war wie schon erwähnt ganz harter Stoff, aber der Genre Mix funktioniert tadellos. Lustig, traurig, bitterböse, brutal, bunt, düster. All das passt zu dem Film und was beim Intro noch als schräge Komödie anfängt wird schnell zum ernsten Thriller, der in den brutalen Folterszenen nix für schwache Nerven ist! Der Sozialkritische Unterton tut sein übriges und macht „Save the green planet“ zu einem der bemerkenswertesten Filme der letzten Jahre. Unbedingt anschauen und eigentlich Pflichtkino!
Bild – 7/10
Ton - 7/10
Bonus - 8/10
Film - 9/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von I-On New Media zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]