The Prisoner of Shark Island

29. December 2005

The Prisoner of Shark Island

Einen der ersten Gefängnisfilme überhaupt drehte Westerikone John Ford 1936 mit den damaligen Stars Warner Baxter und Gloria Stuart (die alte Frau aus James Camerons „Titanic“). Er verfilmte dabei den historischen Stoff um die Mord-Prozesse nach dem Attentat auf Präsident Lincoln 1865.



Originaltitel: The Prisoner of Shark Island
Regie: John Ford
Darsteller: Warner Baxter, Gloria Stuart, Claude Gillingwater, Arthur Byron
Laufzeit: 91min
FSK: 12
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Ton: DD 2.0 Mono
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,33:1
TV-Norm: PAL
Produktion: 1936
Erschienen:2005
Vertrieb: mc one
Preis: 12€


Film:
Eines Nachts suchen zwei zwielichtige Gestalten den Landarzt Dr. Samuel Mudd (Warner Baxter) auf und bitten um seine Hilfe, da sich einer von ihnen das Bein gebrochen hat. Mudd hilft natürlich und wird dafür auch fürstlich belohnt. Doch schon einen Tag später steht die Armee vor seiner Tür und nimmt ihn fest. Die Anklage: Beihilfe zum Mord von Abraham Lincoln! Erst jetzt erfährt er, dass der Kranke in der Nacht davor der Mörder vom Präsidenten war. Mudd wird zu lebenslänglicher Haft auf der Haifischinsel im Golf von Mexiko verurteilt. Dort sieht er sich den Schikanen der Wärter sowie einer Gelbfieber-Epidemie ausgesetzt um kämpft von nun an nicht nur um die Freiheit, sondern auch ums nackte Überleben.

 

Das John Ford ein cineastischer Visionär war, ist auch an diesem Film wieder zu erkennen. So unterhält er sogar nach 70 Jahren noch bestens und wartet mit einige visuellen und schnitttechnischen Leckerbissen auf. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten aus derselben Zeit umging Ford das Problem von elend langen, theaterhaft überspielten Dialogen und bietet 91 Minuten Kurzweil. Die sehr gut gecasteten Schauspieler, allen voran ein genialer Warner Baxter, tun ihr übriges und machen dieses Gefängnisdrama zeitlos.

 

Bild:
Für einen 70 Jahre alten Film kann man mit dem Bild zufrieden sein. Die sonst so typischen Dropouts und Kratzer gibt es kaum und sogar die Schärfe ist ganz ordentlich. Dass der Bildstand öfter etwas unruhig ist, ist zwar ärgerlich, trägt aber irgendwie noch mehr zum „Nostalgie-Gefühl“ bei. Bloß bei der Helligkeit wurde etwas geschlampt, so ist der Film die ganze Laufzeit über ein klein wenig zu dunkel.

Ton:
Das einzige, was man bei einer Mono-Spur erwarten kann, ist, dass der Ton klar und verständlich ist und das trifft hier zu mindestens auf die deutsche Tonspur zu. Sie wurde scheinbar irgendwann in den letzten Jahren neu abgemischt und synchronisiert. So enthält sie stellenweise mehr und andere Geräusche als die englische Spur und es begegnen einem viele bekannte Synchronsprecher wie z.B. Thomas Danneberg (Arnold Schwarzenegger, Terence Hill etc.) oder Arne Elsholtz (Tom Hanks, Bill Murray). Ich kenne die originale Synchronisation nicht, aber die Neue ist sehr professionell gemacht und fängt den Charme des Filmes im Gegensatz zu vielen anderen Neusynchros immer noch sehr gut ein. Einige kurze Szenen im Film sind trotz Neusynchronisation aber in Englisch mit Untertiteln, da sie erst für die DVD hinzugefügt wurden.
Der englische Originalton ist leiser, dumpfer und etwas blecherner als der deutsche. So geht die Musik als auch viele Nebengeräusche etwas unter. Auch die Dialoge sind dadurch schwerer verständlich.
Unverständlicherweise hat mc one jegliche Untertitel eingespart.

Bonus:
Auch bei dieser DVD konnte es mc one wieder mal nicht lassen, vor die DVD diverse Firmentrailer und vor allen Dingen den „Anti-Raubkopiertrailer“ („Wann kommt Papa wieder nach Hause?“ „…noch viermal singen!“) vorzukopieren. Das bedeutet also wieder, dass man diesen Mist jedes Mal ansehen muss, wenn man die DVD einlegt. Zudem ist das Cover eine mittelschwere Katastrophe. Anstatt einfach das Originalplakat als Motiv zu wählen, hat mc one sich ein recht unansehnliches Classic-Edition Cover selbst gebastelt. Als Bonus befindet sich auf der Disc:
- Fotogalerie
- Biographien
- Trailer (Sass – Die Meisterdiebe; The Blues; Grabgeflüster; Nirgendwo in Afrika; Die innere Sicherheit; Ten Minutes Older; Bella Martha; The Musketeer)

Viel zu sagen gibt es bei den paar Extras natürlich nicht. Die Fotogalerie enthält sensationell wenige sieben (!) Fotos, von denen sechs Ausschnitte aus dem Film sind. Die Biographien sind recht nett, aber im Internet alle ausführlicher zu finden.

 

FAZIT:
Ein schöner Film in technisch akzeptabler Umsetzung.

Bild - 7/10
Ton - 6/10
Bonus – 2/10
Film - 7/10


[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von mc one zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von anno nym]