Sepultura sind wohl der bekannteste Musikexport aus Brasilien und das nicht zu unrecht. Seit mehr als 20 Jahren knüppelt die Band mit ihrer Mischung aus Thrash-/Speed- Metal und Hardcore Einflüssen durch die Konzerthallen der Welt. Ich selbst durfte sie drei mal Live erleben, was immer wieder in einen brutalen Kampf endete. Es brannte jedes mal die Luft, wenn Igor Graziano Cavalera hinter seinem Monster von Drumkit Platz nahm und losballerte! Nun folgt die erste Live DVD und ich war gespannt, ob nach dem anschauen mein Zimmer noch intakt sein würde.
Laufzeit: 80min Konzert + 60min Bonus
FSK: 12
Sprachen: Englisch, Portugiesisch
Untertitel: Englisch
Ton: Konzert in DD 5.1, PCM Stereo, dts 96/24
Regionalcode: 0
Bildformat: 16:9/4:3
TV-Norm: PAL
Produktion: 2005
Erschienen: 11.11.2005
Vertrieb: SPV/Steamhammer
Preis: 23€
Bandgeschichte:
Sepultura wurden 1984 in Belo Horizonte/Brasilien von Wagner Lamounier (Sänger), Igor Graziano Cavalera (Drum), Paulo Xisto Pinto Jr. (Bass) und Jairo "T." Guedz (Gitarre) gegründet. Die Inspiration zu dem Bandnamen stammt übrigens vom Motörhead Song „Dancing On Your Grave“, wobei Grave (Grab) auf portugiesisch Sepultura heißt. Der ursprüngliche Sänger Lamounier (spielte mit Sepultura auch nie ein Album ein) wurde aber schnell durch Igor’s Bruder Massimiliano Antonio "Max" Cavalera ersetzt. 1985 folgte dann mit der Band Overdose die Split LP „Bestial Devastation“, worauf 4 Songs von Sepultura waren. Ihr eigentliches Debüt erschien 1986 mit dem Namen „Morbid Visions“ und ging musikalisch und textlich Richtung Black Metal. Da das Album aber ziemlich bescheiden geklungen hat und nicht so der Knaller war, ersetzte man Gitarrist Jairo "T." Guedz (hat auf der DVD beim Song „Troops of doom“ einen Gastauftritt) kurz darauf durch Andreas Rudolf Kisser, welcher auch heute noch die Saiten bearbeitet. Von da an ging es steil bergauf und die zweite Scheibe „Shizophrenia“ war der Anfang einer großen Band. Das Album „Beneath The Remains“ ging den Weg konsequent weiter, aber der ganze große Wurf gelang der Band 1991 mit dem Album „Arise“. Mit diese Scheibe, die eher Richtung Speed-/Thrashmetal ging, schaffte man sogar den Massenmarkt zu erreichen und es gab ordentlich Screentime auf MTV. Die beiden darauffolgenden Alben „Chaos A.D“ (1993) und „Roots“ (1996) gingen musikalisch jedoch wieder weg von „Arise“. Es finden sich immer mehr musikalische Einflüsse und die Genre wurden zunehmend vermischt. Nun gab es auch erste Einflüsse aus Hardcore und besonders das „Roots“ Album wartet mit brasilianischen Klängen auf, die mit den Ureinwohnern vom Stamm Xavantes aufgenommen wurde.

1996 gab es dann jedoch einen mächtigen Dämpfer für die Band. Die Bandmitglieder Igor, Kisser und Paulo wollten die damalige Managerin Gloria loswerden, doch leider handelte es sich dabei um die Ehefrau von Max. Dieser sah es als persönlichen Angriff an und stieg aus. Daraufhin gründete Max die Band Soulfly und Sepultura standen ohne Sänger da. Jeder glaubte das die Band nun gestorben sei und für viele Fans starb Sepultura auch in diesem Jahr, da sich viele mit dem neuen Sänger Derrick Leon Green nicht anfreunden konnten, welcher 1998 in die Band einstieg. In diesem Jahr entstand auch das Album „Against“, welches wohl das Hardcore lastigste Album der Band ist. So kann man „Against“ als „Roots“ Weiterentwicklung sehen, nur das es von vorne bis hinten brutalst scherbelt! Der Erfolg war aber leider nicht mehr derselbe wie bei den Alben davor und anstatt in Stadien, spielte man nur noch vor kleinerem Publikum. Die beiden letzten Alben „Nation“ und „Roorback“ vermischten dann wieder die Genre und man kann sie nicht wirklich in eine Schulade stecken.

Konzert:
Das Konzert wurde beim zwanzigjährigen Jubiläum am 3. April 2005 in Sao Paulo aufgenommen, hat einige Überraschungsgäste und bietet eine fette Show. Dabei ist die riesige Halle ziemlich gefüllt, was leider bei uns nicht mehr der Fall ist. Schon der Opener „Apes of god“ knallt ordentlich und wenn Igor auf sein Drumkit prügelt, herrscht Krieg! Dann folgen mit „Slave new world“ und „Propaganda“ zwei Knaller vom „Chaos A.D“ Album und es geht einfach so weiter. Sepultura fahren eine super Setlist auf und ich denke mal, dass hier jeder glücklich wird. Beim Klassiker „Troops of doom“ darf sogar Gründungsmitglied und früherer Gitarrist Guedz neben Kisser zusätzlich an die Saiten. Danach darf sich das Publikum noch bei „Sepulnation“, „Refuse/Resist“ und „Territory“ austoben, während es immer mehr dem Ende zugeht. Der Rausschmeißer wird dann in Form von „Roots bloody roots“ zelebriert.
Die Kamera fängt das Konzert super ein und bietet einige schöne Einstellungen. Das Publikum bekommt auch genug Screentime und zeigt ganz gut, wie es bei einem Sepultura Konzert abzugehen hat! Dazu gibt es noch eine fette Lichtshow mit tollen Effekten. Die ganzen Gaststars tun ihr übriges und wenn ich mir das so anschaue, wäre ich gerne in Sao Paulo dabei gewesen. Na ja, sicherlich kommen sie wieder mal in unsere Gefilde.
Tracklist:
01 Apes Of God
02 Slave New World
03 Propaganda
04 Attitude
05 Choke
06 Innerself/Beneath The Remains
07 Escape To The Void
08 Mindwar
09 Troops Of Doom (Guest: Jairo Guedz)
10 Necromancer (Jairo Guedz) (Alex Kolesne)
11 Sepulnation
12 Refuse/Resist
13 Territory
14 Black Steel In The Hour Of Chaos (Zé Gonzáles) (B- Negao)
15 Bullet The Blue Sky
16 Reza (Joao Gordo)
17 Biotech Is Godzila (Joao Gordo)
18 Arise/Dead Embrionic Cells
19 Come Back Alive
20 Roots Bloody Roots

Bild:
So recht überzeugend ist das Bild leider nicht. Es rauscht ziemlich und ist dabei auch noch echt verwaschen. Die Lichtshow kommt dadurch nicht ganz so genial rüber. Auf der Bonus DVD sind auch drei Live Clips, diese aber haben jedoch komischerweise eine viel bessere Schärfe. So hätte ich mir auch gerne das Bild des Konzertes gewünscht. Der Kontrast ist leider ebenfalls nicht die Welt.
Ton:
Oh je! Hier scheint irgendwas schiefgelaufen zu sein. Es ist Sepultura und da will ich, dass es mit das Hirn wegballert! Wozu hat Igor sonst so ein Monster Drumkit? Doch leider kann man die DD 5.1 Spur ziemlich in die Tonne treten, da diese reichlich schwach auf der Brust ist. Zwar ist das Schlagzeug schön laut, doch leider fehlt der Druck. Die Gitarre und der Bass werden dabei auch ziemlich verschluckt. Die PCM Spur hat zwar den Druck des Schlagzeuges, aber die Gitarre und der Bass werden noch immer ziemlich verschluckt. Leider überhaupt nicht das Wahre. Sehr schade.
Bonus:
Auf der ersten DVD findet ihr noch ein Making Of und die Band Biographie in Englisch. Das meiste Bonusmaterial befindet sich aber natürlich auf der zweiten DVD und beinhaltet folgendes:
-Dokumentation über die Band
-Slideshow
-drei Videos (Mindwar, Bullet the blue sky, Choke) und drei Live Clips (Nomad, Desperate cry, Territory)
-Credits
Alle Extras haben leider nur englische Untertitel. Im beiliegenden Einlageblättchen, findet ihr noch ein paar Fotos und ein SPV Werbeheftchen darf natürlich auch nicht fehlen.

FAZIT:
Die Show die Sepultura abliefert, ist wirklich fett und bietet mit der super Lichtshow und den vielen Gaststars wirklich eine gute Vorraussetzung. Doch leider ging der Sound ziemlich in die Hose und bei einer Live DVD ist das natürlich nicht sonderlich vorteilhaft. Mit dem Bild kann man aber noch leben. Ich bin schon ein wenig enttäuscht von der DVD, da ich die Band halt schon einige Male Live gesehen habe und weis was für einen Sound diese Band braucht.
Bild – 6/10
Ton – 6/10
Bonus – 5/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von SPV zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]