Dualshock 3 - Import Test

27. January 2008

Dualshock 3 - Import Test

Manche mögen sich noch gut an die E3 2005 erinnern, als Sony erstmals der Öffentlichkeit einen neuen PS3 Controller präsentierte. Leider kam der „Boomerang“, wie ihn die Presse taufte, überhaupt nicht gut beim Publikum an. Das lag vor allem daran, dass er sich aufgrund seiner bizarren (an einen Bumerang angelehnten) Form äußerst schlecht halten lies. Nur ein Jahr später stellte Sony deshalb eine neue Version vor: Zur Überraschung aller handelte es sich dabei um den gleichen Controller, wie man ihn schon seit Jahren kennt – den Dualshock – nur eben ohne Kabel. Doch der erste Eindruck trog und der neue Dualshock war nicht nur kabellos, sondern verfügte auch noch über einen eingebauten Tilt-Sensor. Trotzdem gab es auch hier eine Kehrseite der Medaille. Der „Sixaxis“, wie Sony das Pad nun nannte, verfügte nicht mehr über das allseits beliebte Rumble Feature. Rumble oder auf gut deutsch auch „Rütteln“ genannt, revolutionierte in der PS1 Ära das Gaming und ließ den Spieler erstmals mit der Action am Bildschirm mitfühlen. Ein interessantes Beispiel für eine tolle Integration der Vibrationstechnologie ist Hideo Kojima`s Meisterwerk „Metal Gear Solid“ (OnPSX Review). Das PSOne Spiel unterstützte das Geschehen am Bildschirm nämlich nicht nur durch einfache Vibrationen am Pad, sondern machte das Controller-Rütteln durch geschickten Designeinsatz auch zum besonderen Erlebnis im Duell mit Psycho Mantis. Der Dualshock 2 Controller, wie man ihn von der PS2 kennt, definierte später sogar den Standard für ein modernes – universell einsetzbares – Pad. Auch hier spielte die Rüttelunterstützung (durch zwei Motoren in den Griffen) eine starke Rolle und viele Spiele wie „REZ“ (OnPSX Review), oder „Black“ (OnPSX Review) würden ohne das Vibrieren des Pads deutlich weniger Spaß machen. Insofern schockte die Ankündigung auf einen Verzicht der Rumbletechnologie die Zockerwelt gewaltig. Sony sprach zwar offiziell davon, dass sich die Tilt-Technik nicht mit dem Rumble-Feature vertragen würde, aber Fans und Presse wussten es besser. Der wahre Grund hinter dem Fehlen dieses Features war ein Rechtsstreit mit der Firma Immersion, die kurz zuvor Sony und Microsoft auf Patentverletzung verklagte. Komischerweise zerrte die Firma Sony erst vor Gericht, als die PlayStation 2 bereits zum Millionenseller geworden war. Aber wie es nun so einmal ist, ohne eine Einigung, konnte der Konzern die Vibrationstechnologie im Sixaxis Controller vorerst nicht einsetzen. Doch kommt Zeit, kommt Rat – Sony und Immersion konnten sich in den vergangenen Monaten doch noch einigen und der Weg war nun für eine neue Revision des Sixaxis Pads frei.

Willkommen in 2007

Auf der Tokyo Game Show 2007 war es endlich soweit, Sony enthüllte den Dualshock 3 Controller – ein Sixaxis Pad mit Rumble Funktion. Kurz darauf erschien der neue Controller in Japan und soll im Frühjahr 2008 auch in den USA und Europa auf den Markt kommen. Da wir aber besonders ungeduldig sind, haben wir uns kurzerhand einen Dualshock 3 importiert und präsentieren euch die Neuerungen gegenüber dem bekannten Sixaxis Pad im Detail.

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Sixaxis VS Dualshock 3

Level 1 - Gewicht

Das erste, was beim Dualshock 3 Controller auffällt, ist das höhere Gewicht. Der Dualshock 3 bringt nämlich knappe 60 Gramm mehr auf die Wage als das Sixaxis Pad (140g). Alleine das sorgt schon für einen besseren Eindruck. Man hat nicht länger das Gefühl, lediglich ein „Spielzeug“ in den Händen zu halten, sondern eher einen hochwertigen Controller. Natürlich könnte man jetzt auch anführen, dass der Controller sich durch das höhere Gewicht schlechter für längere Zocksessions eignet, aber das muss jeder für sich entscheiden…

Level 2 – Qualität

An der reinen Haptik hat sich im Vergleich zum Sixaxis Pad nichts geändert. Die Oberfläche ist nach wie vor eher glatt, aber der verwendete Kunststoff ist eindeutig etwas fester als beim Sixaxis Controller. Der Dualshock 3 ist zudem nicht mehr „durchsichtig“ und lässt sich auch nicht mehr mit einer einfachen Drehung zum knarzen bringen. Insgesamt hat man das Gefühl, das Dualshock 3 Pad ist stabiler und weniger zerbrechlich als sein Vorgänger.

Level 3 – Vibration

Im Dualshock 3 Controller wird die gleiche Technologie wie im Dualshock 2 Controller genutzt. In den Spielen, in denen ich das neue Feature bereits antesten konnte, hinterließ das Gerüttel demnach einen guten Eindruck. Allerdings wird auch deutlich, dass es nach wie vor am Entwickler liegt, wie gut das Gerüttel in ein Spiel integriert wurde. Während beispielsweise bei „Assassin’s Creed“ alles etwas lieblos vor sich hinrüttelt, kann die Vibration bei „Ratchet & Clank: Tools of Destruction“ richtig überzeugen. Das Rumble-Feature funktioniert übrigens auch bei allen PS2, PS1 und PS1 Download Games, die man auf der PS3 abspielen kann. Insofern kann man über die Abwärtskompatibilität nicht meckern.

Final Stage – der Akku

Im Voraus bereitete vor allem eine Sache Kopfzerbrechen: Die Akku Laufzeit. Aufgrund der zusätzlichen Vibrationsfunktion des Dualshock 3 Controllers müsste der Stromverbrauch deutlich höher ausfallen als beim Sixaxis Pad. Konsequenz wäre dann eine kürzere Nutzungszeit und häufigeres Aufladen. Diese Befürchtungen kann ich nun an dieser Stelle getrost zerschlagen. Zwischen den Akkulaufzeiten der beiden Controller gibt es keine merklichen Unterschiede.

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Woher und wie teuer?

Da der Dualshock 3 Controller bisher nur in Japan erhältlich ist, kann man das Pad lediglich importieren. Dabei hat man grundsätzlich zwei Varianten zur Auswahl: Entweder man besorgt sich den Controller selbst via Eigenimport, oder man kauft ihn bei einem Importshop in Deutschland. Beim eigenen Import spart man meistens etwas Geld, vorausgesetzt der Controller landet nicht beim Zoll, denn dort können neben zusätzlicher Wartezeit auch noch weitere Gebühren anfallen. Besonders beliebt ist es zurzeit, einen Controller über ebay.com zu ersteigern. Dort ist das Pad bereits ab 38 Euro zu haben. Die Händler verschicken ihre Ware allerdings oftmals auch aus Hong Kong. Um sich gleich von vorne rein Wartezeiten und Ärger mit dem Zoll zu sparen, kann man auch bei einem einheimischen Shop kaufen. Bei www.wolfsoft.de ist der Dualshock 3 Controller beispielsweise für knapp 65 Euro gelistet. Deutlich teurer als bei ebay – dafür aber auch innerhalb von 1-2 Tagen zu Hause. Für welche Variante man sich letztendlich entscheidet, bleibt einem selbst überlassen. Mehr als 70 Euro sollte man aber nie bezahlen!

FAZIT:

Der Dualshock 3 Controller ist durchaus gelungen und vor allem hinsichtlich der Verarbeitungsqualität eine deutliche Steigerung zum normalen Sixaxis Pad. Trotzdem muss man bemängeln, dass Sony hinter den technischen Möglichkeiten zurückgeblieben ist. Gerade durch die Einigung mit Immersion wäre der Weg auch für die Integration neuer Rütteltechnologien ala TouchSense frei gewesen. Aber nun gut – immerhin ist „Rumble“ überhaupt zurück. Wer übrigens nicht mehr bis zur Europa-Veröffentlichung warten kann, darf auch bedenkenlos zu einem japanischen Controller greifen. Probleme mit der Kompatibilität auf einer europäischen PS3 gibt es nicht. Zudem sind bereits auch bei uns erste Spiele erschienen, die schon über Rumble-Unterstützung verfügen.

[ Special verfasst von Flek ]

PS3 Spiele, die Rumble bereits unterstützen:

Auf der Tokyo Games Show wurden zudem folgende Spiele bestätigt, die über kurz oder lang über Rumble-Unterstützung verfügen sollten.

P.S: Unser Haus und Hof Fotograf „Shagy” hat einen ganzen Batzen an tollen Bildern zum neuen Dualshock Controller gemacht – diese findet ihr in der Galerie.