Games Convention 2007 - Tag 04 (das Ende in Sicht)

10. September 2007

Games Convention 2007 - Tag 04 (das Ende in Sicht)
Dieses Jahr war zumindest für uns die Games Convention größer als jemals zuvor. Wir haben so viele ambitionierte Projekte gesehen und selbst angetestet, dass es schwer fällt, alles ausführlich aufzuschreiben. Wir haben uns daher dazu entschieden, kurze Eindrücke zu den Spielen abzuliefern, in der Hoffnung, dass es ausreicht, damit ihr sehen könnt, ob der Titel in die Hit-Richung zeigt, oder eher unter den Teppich gekehrt werden sollte. Außerdem gibt es dieses Jahr drei exklusive Interviews bei uns, die wir immer wieder zwischen den vier Games Convention berichten posten werden.

Auf der Games Convention waren dieses Jahr: Shagy, Flek und meine Wenigkeit .ram.

Eine komplette Games Convention 2007 Bildergalerie findet ihr hier.

Der vierte und letzte Tag. Selbst dieser war noch bis zum Erbrechen voll gestopft und ließ uns noch Einblicke in zahlreiche kommende Titel werfen. Highlight am Samstag: Definitiv „Borderlands“, denn das was Gearbox dort auffährt, könnte für Monate fesseln. Ansonsten waren wir aber schon etwas froh, dass die Games Convention in diesem Jahr für uns zumindest vorbei war.

Borderlands

„Nimm alle Waffen aller First Person Shooter und aller zukünftigen First Person Shooter und du hast noch nicht einmal einen Bruchteil der Waffen, welche es in Borderlands gibt!“. Eine ziemlich gewagte Aussage, aber bei einer Anzahl von 500.000 Waffen sicherlich auch eine Gerechtfertigte. Und noch einmal in Worten: fünfhunderttausend! Dabei stellte man diese Behauptung aber nicht nur in den Raum, sondern bewies dies auch recht ansehnlich. So stellte der Entwickler seinen Charakter einfach auf weite Flur und entledigte sich aller Waffen indem er sie rund um sich schmiss (natürlich geht das im finalen Spiel nicht). Dabei wollte er gar nicht aufhören und einen Raunen ging durch den Raum. Zudem besitzt jede Waffe auch eine ausführliche Klassifizierung. Doch nicht nur bei den Waffen hat man sich nicht lumpen lassen. Von erledigten Feinden kann man auch neue Helme und Rüstungen einsacken. Hier wird auch gleich vor dem Einsammeln gezeigt, was sich für Attribute verbessern und verschlechtern. Somit muss man sich nicht erst durch diverse Menus klicken. Auch die eigentliche Spielwelt wurde sehr großzügig angelegt. Bleibt zu hoffen, dass diese schiere Größe dem Spiel auch gut tut und man sich nicht in der riesigen Welt verliert. Um die Großen Distanzen schnell hinter sich zu lassen, kann man sich natürlich auch diverser Vehikel bedienen. Dieser Fuhrpark ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern und kommt recht umfassend daher. „Borderlands“ kann man mit bis zu vier Spielern im Koop (man kann sogar seine Figur zu einem Spiele eines Freundes mitnehmen, da aufleveln und dann wieder in sein Spiel einfügen) spielen und auch hier haben sich die Entwickler beim Benutzen der Vehikel etwas Nettes einfallen lassen. Erstens habe alle Vier auf den Fahrzeugen Platz und zweitens kann man während des Fahrens die Positionen tauschen. Stand man erst noch auf dem Trittbrett, befindet man sich durch einen Tastendruck auch schon hinter der Bordkanone oder dem Steuer. Neben all den ganzen spielerischen Features, machte der Titel auch technisch eine viel versprechende Figur. Die weite und offene Welt bietet viele verschiedene Umgebungen und wurde recht detailliert in Szene gesetzt. Zwar gab es ab und an mal einen Slowdown oder kleineren Ruckler, doch dass wird sicherlich bis zum Release Geschichte sein. Letztendlich kann man sagen, dass uns hier ein richtig guter First Person Shooter erwarten könnte, der auf ganz eigene Weise das klassische Gameplay mit einer riesigen Welt ala The Elder Scrolls: Oblivion mischt.

Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction

Als wir das kleine und stickige Abteil im Sony Pressezentrum auf der G|C betraten, fiel mir fast die Kinnlade herunter. Nicht nur weil dort ein Sony Bravia Full HD LCD in 52“ an der Wand hang, sondern weil „Ratchet & Clank“ darauf einfach nur bombastisch aussah! Die beiden Figuren standen nachts im Dschungel und blickten in den Himmel. Dort flogen kreuz und quer Raumschiffe umher und wundervolle Lichteffekte bezauberten den Zuschauer. Nicht zu vergessen die Unmengen an Partikeleffekten und anderen kleinen, liebevollen Details und Animationen. Ich habe selten eine so lebendige Welt gesehen. Als dann der Insomniac-Entwickler das Pad in die Hand nahm und die Grafik völlig flüssig und ruckelfrei vorbei zog, vergaß man fast zu atmen! Als ich daraufhin wieder bei Sinnen war, führte der Entwickler gerade ein paar neue Waffen vor, welche an Einfallsreichtum kaum zu übertreffen sind. Da wären zum einen die kleinen Wirbelstürme, welche man mit Hilfe des SIXAXIS per Bewegungsmechanik steuern kann. Zum anderen gibt es auch einen Laser, welcher ebenfalls mit dem SIXAXIS störende Felsen aus dem Weg räumt. Auch nicht schlecht waren die kleinen Tropfen, welche die Gegner von Hinten angriffen und komische Würmer-Dinger (spiralenförmige Metallringe), die flächendeckend für Unruhe sorgen. Der Hit war allerdings die Verwandlungsmöglichkeit von Ratchet & Clank in einen Robo-Piraten. Damit konnte man ungehindert durch die feindlichen Linien laufen und die Gegner aus dem Rücken angreifen. Definitiv das hübscheste „Ratchet & Clank“ Spiel bisher und Action/Plattformer Freunde sollten sich den Titel unbedingt vormerken.


Top Spin 3

Im Frühjahr 2008 steht der nunmehr dritte Teil der Tennissimulation an und wird dabei voll auf HD getrimmt. Das fängt natürlich bei der Grafik an. Die Animationen sind unglaublich flüssig und gehen ohne abgehackte Animationsphasen ineinander über. Dabei wurden selbst die Haare sehr fein ausmodelliert und animiert - genauso wie die Shirts und Shorts der Tennishelden. Weiter geht es auf die 40 Plätze, welche teils real und teils erfunden sind. Vor allem die erfunden Tennisplätze (Strand, Hochhaus bei Nacht) sehen sehr gut aus und überzeugen durch gekonnte Schattenspiele (z.B. durch Baumkronen). Das Ganze läuft 100% flüssig in 720p. Eigene Gesichter kann man allerdings nicht einfügen, da solch ein Gesicht viel zu kompliziert wäre und man nur eine platte Textur hätte. Alternativ darf man sich aber einen eigenen Charakter aus den vorgegebenen Bausteinen zusammenbasteln. Aber nicht nur grafisch macht man einen Sprung nach vorne. Auch die Steuerung wurde weiter verfeinert und perfektioniert. Eine SIXAXIS angepasste Bewegungssteuerung wird es aber nicht geben, da die Entwickler diese Technik für nicht tauglich halten. Online kann man natürlich auch gehen und hier entweder Singleplayer oder Multiplayer Matches austragen. Leider gibt es auch hier wieder keine Musik im Spiel, was mich persönlich ziemlich abgeturnt hat. Warum kann man so etwas nicht optional einfügen? Zumal es dank Fantasiecharaktere und Plätze sowieso nicht immer realistisch zugeht.

Civilization Revolution

Ehrlich gesagt, war ich nach dem Betrachten der ersten Spiel-Screenshots geschockt. Was hat Firaxis nur mit der Civ-Reihe angestellt? Das ist doch bestenfalls ein Civilization „Light“ und kein vollwertiger Vertreter der Reihe. Nach der Präsentation bei 2K Games bin ich zwar immer noch der Meinung, dass ein richtiges Civilization besser gewesen wäre, aber muss gleichzeitig auch eingestehen, dass das grundlegende Gameplay der Serie nach wie vor intakt ist. Die Entwickler haben lediglich versucht, dass Spiel zu beschleunigen, weshalb normale Matches im Schnitt nicht länger als drei Stunden dauern werden. Das schlägt sich vielfältig nieder: Es gibt weniger Technologien und Einheiten, politische Entscheidungen fallen nun direkter aus und tausende Untermenüs wird es auch nicht geben. Im Gegenzug hat die Entwicklerschmiede dem Spiel einen komplett neuen Look verpasst. Die – in meinen Augen – etwas übertriebene Cartoon-Grafik macht von der ersten Spielminute an deutlich, dass es sich hierbei um ein brandneues Konsolenspiel handelt. Aber selbst wenn der optische Anstrich Geschmackssache ist, Mühe haben sich die Amerikaner dennoch gegeben. Die Karten sind komplett dreidimensional (man kann sogar auf eine klassische Sicht auszoomen) gehalten, es gibt individuelle Grafiken für jedes Volk und getanzt wird im Sekundentakt (wenn Einheiten zum Beispiel gewinnen). Umfangreiche Onlineoptionen runden das Paket ab. Alles in Allem wird Civilization: Revolution doch ein spielenswerter Vertreter der Serie werden und man sollte dem Spiel im nächsten Frühjahr auf alle Fälle eine Chance geben.

Killzone 2

Es wurde viel über „Killzone 2“ geredet. Immerhin galt es die Versprechen, die im E3 Trailer von 2005 gemacht wurden, auch zu halten! Dieses Jahr wurde der Titel erneut auf der E3 gezeigt und zwar in spielbarer Form. Genau diese Demo nutzte man nun auch bei der Präsentation auf der GC, wobei es sogar die Chance gab, selbst Hand anzulegen. Zuerst aber zeigte uns der Producer den Level bis zum ersten Zwischenboss, einem riesigen Typen mit einer mächtig dicken Gattling Gun. Schon hier staunte man nicht schlecht über die wirklich dicke Grafik und schmucke Inszenierung. Doch dann gab es einen Neustart und die Guerilla Entwickler schalteten in den Debug Modus. Und meine Fresse! Hier wurde das Bild an beliebiger Stelle eingefroren und dann, wie man es wollte, gezoomt und gedreht. Der Detailgrad ist wirklich unglaublich. Die Waffen sehen genial aus, die Charaktermodelle sind wundervoll und was im Hintergrund abgeht, ist ebenfalls allererste Sahne! Das Spiel selbst lief mit 30 Bildern pro Sekunde flüssig über den Schirm und begeisterte wie gesagt durch einen hohen Detailgrad und wirklich tolle Animationen der Helghast und der eigenen Leute. Das Ganze wurde auch herrlich inszeniert und kam sehr cineastisch rüber. Die ab und an etwas unscharfen Texturen nahm man bei der restlichen Grafik nur bedingt wahr. Dazu gab es auch eine beeindruckende Vertonung in 7.1 Sound mit klasse Soundeffekten. Nach der Präsentation durfte man wie gesagt selbst Hand anlegen, wobei jeder wohl nur zwei Minuten spielen konnte, der Raum war nämlich recht gut gefüllt. Viel kann man über das Gameplay deswegen nicht sagen. Insgesamt fühlte es sich ähnlich wie das erste Killzone an, spielte sich jedoch etwas flotter. Auch die Nachladesequenzen gingen einen Deut schneller über die Bühne. Das neue Deckungssystem erlaubt dem Spieler zudem hinter jeder Platte per Knopfdruck Schutz zu suchen und hinter der Deckung hervorzufeuern. Auf alle Fälle sieht Killzone 2 verdammt gut aus und wird zumindest grafisch dem Rendertrailer definitiv gerecht!


Uncharted: Drakes Schicksal

In „Uncharted: Drakes Schicksal“ begibt man sich auf die Suche nach einem der größten Schätze der Welt: Dem Gold von Eldorado. Das Abenteuer beginnt allerdings recht turbulent, da das eigene Flugzeug urplötzlich beschossen wird und abzustürzen droht und man gezwungen ist, mit dem Fallschirm abzuspringen. Unten angekommen befindet man sich allein im Dschungel wieder. Auf den ersten Blick erinnert „Uncharted: Drakes Schicksal“ deutlich an Spiele wie „Tomb Raider“, doch die Steuerung und das eigentliche Spielkonzept sind völlig anders. Während bei den Abenteuern von Lara Croft das Hauptaugenmerk auf dem Erkunden liegt, geht es bei „Uncharted: Drakes Schicksal“ eher um die Action. Diese wird auch recht gut in Szene gesetzt. Mit diversen Waffen, man kann auch die Waffen der Gegner aufsammeln, schlägt man sich durch den Dschungel und macht allerhand Gegner platt. Hat man den ersten Feindkontakt, fällt auch gleich das gute Deckungssystem auf. Man kann sich gekonnt hinter Felsen und Kisten verstecken, blind schießen, oder von der einen zur nächsten Deckung hechten. Dabei sollte man beachten, dass man nicht all zulange hinter einer brüchigen Deckung verweilt, da sich diese unter Beschuss nach und nach auflöst. Während es bei der E3 noch negative Stimmen in Bezug auf das Kampfsystem gab, machte die neue Version einen besseren Eindruck. Das Zielen ging flott von der Hand und das Bewegen von Nathan war auch kein großes Problem. Der SIXAXIS findet übrigens auch seine spezielle Verwendung beim Balancieren. Die Spielzeit soll zwischen 8 und 12 Stunden angesiedelt sein und wird nicht nur im Dschungel spielen. Zudem ist auch zusätzlicher Content geplant, wobei man noch nichts Genaueres verraten wollte. Technisch machte der Titel einen sehr guten Eindruck und kommt mit einer wirklich hübschen Grafik daher. Dabei gibt es klasse Animationen und viele hübsche Details im Dschungel zu sehen. Auch die Texturqualität weiß zu überzeugen. Abgerundet wird alles durch „High Dynamic Range (HDR) Lighting und keinerlei Ladepausen. Das komplette Spiel wird übrigens von der Disc getreamt. Wer jetzt Lust auf mehr hat, dem sei gesagt, dass es auch eine Demo für den PSN Store geben soll.

Lair

Mister Turrican höchstpersönlich präsentierte uns das neue Actionspiel Lair. Das war nun die zweite Gelegenheit für mich, den ambitionierten Titel anzuspielen und Hut ab - gegenüber Dezember 2006 hat sich technisch noch einiges getan. Zwar leidet auch die finale Version des Drachenspieles unter eineigen Framerateeinbrüchen, aber die ultra-scharfen Texturen, die genialen Physikeffekte (ein zerstörtes Schiff schlägt sogar Wellen auf dem Wasser und Trümmer regnen herab) und das atemberaubende Lightning sorgen für staunende Gesichter. Auf die Frage, ob das Spiel wesentlich schneller in 720p laufen würde, antwortete Julian Eggebrecht, dass es keinen großen Unterschied gibt, da die wirklich anspruchsvollen Sachen wie die Physik und die tausenden Einheiten im Grunde für das Ächzen der Hardware verantwortlich sind. Und Hut ab, das was er uns zeigte, ist definitiv genial. Gleiches gilt übrigens für die präzise Sixaxis Steuerung und die Unmengen von Bonusmaterial (ebenfalls in Full HD), sowie die coole Internetanbindung, mit Ranglisten, Spielereinladungen, Chatsystem und Homepage! So oder so - mit Lair hat Sony ein Eisen im Feuer, das man nicht alle Jahre sieht. Fans von Drachen, gewaltigen Schlachten und düsteren Geschichten sollten sich den Titel definitiv vormerken!


Sega Rally

Die Hoffnungen in diesen Titel sind recht groß, doch die Skepsis ist irgendwie größer. Würde das neue Sega Rally an das geniale Original heranreichen? Diese Frage kann nach ausgiebigen Anspielen fast mit Ja beantwortet werden. Die Steuerung geht wunderbar von der Hand und erlaubt ein gefühlvolles Driften durch die Kurven. Dabei erinnert die Handhabung stark an das Original und kommt somit sehr arcadelastig rüber. Zudem sorgt das Echtzeitdeformieren der Strecke für zusätzlichen Pepp, da sich dieser Effekt auch auf das Fahrverhalten auswirkt. Grafisch verliert das Spiel ebenfalls fast keinen Boden. Während die hübsche und detaillierte Grafik in der Stoßstangenansicht in flüssigen 30 Bildern/Sekunde recht rasant an einem vorbeizieht, lässt sie nur in der Außenansicht kein richtiges Geschwindigkeitsgefühl zu. Vielleicht tut sich ja hier noch etwas (die Demo stürzte auch öfters einmal ab). Persönlich fand ich es auch weniger gut, dass man das Auto beim Driften immer von hinten sieht und sich die Strecke dreht. Würde man das Auto richtig driften sehen (also von der Seite), würde es sich in der Außenansicht sicher genauso gut steuern lassen wie Onboard. Fans von Force Feedback Unterstützung werden ebenfalls viel Freude an Sega Rally haben, da der Force Feedback Effekt richtig gut umgesetzt wurde und man richtig „arbeiten“ muss, um die Karren auf der Piste zu halten. Zudem unterstützt das Spiel auch das geniale G25 Lenkrad!

Der goldene Kompass

Das Spiel zum Fantasyfilm wird zirka zwei Wochen vor dem Kinostart (der 7. Dezember) in die Läden kommen und sich an typischen lizenzierten Action-Adventures orientieren. Sega zielt hier voll auf den Massenmarkt ab und will wohl eher die jüngere Zielgruppe erreichen. So zeigt die Kamera steht`s den richtigen Weg, damit man gar nicht erst in Versuchung kommt, einen falschen Pfad einzuschlagen. Des Weiteren gibt es großzügige Rücksetzpunkte und genügend Heilkräuter. Grafisch reist der Goldene Kompass keine Bäume aus und wird wohl wie das komplette Spiel nicht über durchschnittliche Wertungen hinauskommen. Immerhin wird es die deutschen Originalsprecher geben. Trotzdem – von den Eartworm Jim / MDK Erfindern erwartet man eigentlich schon etwas mehr.


[ (c) 2007 www.onpsx.de ]