Games Convention 2007 - Tag 01 (Fachbesucher only)

10. September 2007

Games Convention 2007 - Tag 01 (Fachbesucher only)

Dieses Jahr war zumindest für uns die Games Convention größer als jemals zuvor. Wir haben so viele ambitionierte Projekte gesehen und selbst angetestet, dass es schwer fällt, alles ausführlich aufzuschreiben. Wir haben uns daher dazu entschieden, kurze Eindrücke zu den Spielen abzuliefern, in der Hoffnung, dass es ausreicht, damit ihr sehen könnt, ob der Titel in die Hit-Richung zeigt, oder eher unter den Teppich gekehrt werden sollte. Außerdem gibt es dieses Jahr drei exklusive Interviews bei uns, die wir immer wieder zwischen den vier Games Convention berichten posten werden.

Auf der Games Convention waren dieses Jahr: Shagy, Flek und meine Wenigkeit .ram.

Eine komplette Games Convention 2007 Bildergalerie findet ihr hier.

Bevor es losgeht noch eine kurze Anmerkung. Der erste Tag mag vielleicht etwas dürftig erscheinen, aber durch die Pressekonferenzen kamen auch wir immer wieder ins Schwitzen. Nichtsdestotrotz konnten wir uns auch in den Hallen ein wenig umsehen und das eine oder andere Spiel in aller Ruhe antesten.


WipEout HD

Wer den Trailer aus dem PSN Store kennt, weiß ungefähr was ihn hier erwartet. Der PSN Titel kommt mit einer pfeilschnellen Grafik in 60 Bildern/Sekunde und dazu noch in voller 1080p Auflösung daher. Slowdowns oder Ruckelanfälle? Fehlanzeige! Neben der dicken Grafik, können auch der Soundtrack und der hübsche Stil überzeugen. Das Spiel ist zwar abartig schnell, doch die Gleiter lassen sich sehr gefühlvoll und geschmeidig über die Strecken manövrieren. Mittels Seitenruder sind auch schnelle Kurvenpassagen mit etwas Übung kein Problem. Eine reine Steuerung via Sixaxis wird es zwar nicht geben, aber man kann mittels der Tiltfunktion die Nase des Gleiters während eines Sprunges heben oder senken. Auch eine Rolle oder gefühlvolle Landungen sind damit möglich. Wie vom WipEout Team gewohnt, wird es auch wieder jede Menge Zusatzcontent und Überraschungen geben. Dabei wird alles nahtlos in das Basic-Game integriert, so als ob es schon immer dazu gehört hätte. Was genau das sein wird, steht wie der Preis, noch nicht fest. Eine Demo ist übrigens laut Aussage eher unwahrscheinlich, oder wird eventuell erst nach Release erscheinen.

Time Crisis 4

Das Genre der Lightgunshooter wurde zwar schon immer stiefmütterlich behandelt, aber eine so lange Durststrecke gab es noch nie. Das neue „Time Crisis 4“ soll nun Abhilfe schaffen und wird zurzeit für die PS3 entwickelt. Leider hinterließ das Spiel nach dem Anspielen keinen sonderlich guten Eindruck. Vor allem grafisch macht „Time Crisis 4“ nicht viel her und erinnerte eher an ein hochgerechnetes PS2 Spiel. Dazu ruckelte es noch wie die Pest! Ein anderer Punkt ist die beigelegte Plastikwumme. Diese ähnelt der alten Gun-con 2, besitzt aber einen Anbau. Der dient dazu, dass man sich per Stick bewegen kann. Gewissermaßen also eine Neuheit – bisherige Lightgunshooter nutzen nämlich ein Schienensystem aka der Spieler konnte sich nicht selbst bewegen. Allerdings liegt die Knarre nicht gerade toll in der Hand und die beiden Analogsticks sind winzig und dazu noch aalglatt. Mit schwitzigen Händen rutscht man immer wieder ab. Hoffentlich tut sich hier noch was, denn im jetzigen Stadium machte das Spiel wahrlich nicht viel her.

Assassins Creed

Leider war auch dieses Jahr „Assassins Creed“ nicht anspielbar. Immerhin gab es dieses Mal jedoch nicht nur ein Video zu sehen, sondern die Entwickler spielten vor Ort selbst live. Gezeigt wurde die, aus vielen Trailern bereits bekannte, Stadt. Schön war zu sehen, wie leicht die Steuerung von der Hand geht. So lief der Altair einfach auf eine Wand oder Geländer zu und schon vollführte der Assassine alle notwenigen Bewegungen wie springen automatisch. Dies sah nicht nur geschmeidig aus, sondern spielte sich auch sehr flüssig, da sich Altair den Weg die Mauer entlang praktisch selbst suchte. Auch das Interface der Buttonbelegung war sehr intuitiv und passte sich der jeweiligen Situation an. Um eine Mission zu starten, muss man sich zuerst einmal auf den höchsten Punkt der Stadt begeben, wo man einen herrlichen Ausblick bekommt. Vo dort aus kann man sich dann das nächstes Ziel aussuchen und schon geht’s los. Nähert man sich dem Ziel, verschwimmt die Grafik und nur das eigentliche Ziel bleibt scharf. Auch sah man um alle Charaktere steht’s Cyberspace-artige Textzeilen, was natürlich eine spannende Story vermuten lässt. Dabei sollte man aber größere Kampfeshandlungen unterlassen, da man über keine nennenswerten Waffen verfügt. Die effektivste Waffe stellen somit für Altair die vielen Menschen dar, die ihm Deckung verschaffen. Sprich man verschwindet einfach in der Menge. Grafisch stechen vor allem die klasse Animationen heraus. Die Texturqualität weiß ebenfalls zu überzeugen und nur Tearing störte in dieser Version das ansonsten gelungene Bild.


HAZE

Irgendwie war HAZE für uns eine der Enttäuschungen auf der Games Convention! Das Spiel sah nicht sonderlich gut aus, lief nur äußerst zähflüssig und spielte sich in keiner Weise herausragend. Mit all dem Hype hatten wir deutlich mehr erwartet! Insbesondere die Waffentexturen wirkten wie aus einem PSOne Titel. Skepsis ist somit angesagt: Denn bis zum geplanten Release Ende des Jahres haben die Entwickler nicht mehr viel Zeit, um HAZE auf die Höhe der Zeit zu bringen. In der jetzigen Form dürfte der Sci-Fi Shooter nämlich keine Chance gegen die übergroße Konkurrenz haben.

Devil May Cry 4

Sollte nicht eigentlich nach drei Teilen Schluss mit der Serie sein? Na Gott sei Dank sah man das bei Capcom etwas anders (welch Überraschung)! Dante hat zwar abgedankt und ein neuer Charakter betritt die Bühne, Nero, aber ansonsten bleibt alles beim Alten, wobei sogar Nero auf dem ersten Blick dem alten Recken sehr ähnelt. Man muss sich noch immer besonders stylisch durch unzählige Gegnerhorden ballern und metzeln, um möglichst viele Punkte zu erhalten. Die Steuerung ging dabei butterweich von der Hand und ermöglichte schon nach kurzer Eingewöhnungszeit tolle Combos. Auch die Kamera spielte in dem Demolevel immer mit und bereitete keine Probleme (positive Überraschung). Grafisch lief Teil 4 in 720p absolut flüssig und sah auch sehr detailliert aus. Vor allem die großen Endbosse wissen zu gefallen und machen aus „Devil May Cry 4“ sicherlich ein gelungenes Actionfest. Das Einzige, was man bislang bemängeln könnte, wäre, dass sich die Serie nach wie vor treu ist und nicht wirklich weiterentwickelt hat. Aber vielleicht ist das auch gut so, denn so bleibt DMC nach wie vor ein Old-School Action-Slasher!


Clive Barker`s Jericho

Irgendwie wollte das Spielkonzept nicht so recht funktionieren. Ein Taktik-Shooter im Horror Ambiente? Naja – ich hätte es lieber gesehen, wenn ein wachechter Ego-Shooter oder ein Action-Adventure aus der Zusammenarbeit zwischen Codemasters und Horror-Autor Clive Barker dabei herausgekommen wären. In der Demo konnte man drei Figuren steuern, die alle über unterschiedliche Fähigkeiten und Angriffsarten verfügten. Je nach Situation musste man „on the fly“ zwischen den Figuren wechseln, um in der Ego-Perspektive den zahlreichen und vor allem hartnäckigen (Wozu hab ich megafette Wummen, wenn diese sowieso keinen Schaden anrichten?) Dämonen und Untoten eins vor den Latz zu geben. Die eingestreuten Tür/Schalter Rätsel waren auch nicht der Weisheit letzter Schuss und die Grafik wirkte detailarm (bis auf die Figuren) und irgendwie auch sehr trist und langweilig. Wenn das komplette Spiel so aussieht, dann gute Nacht. Aber um zum Punkt zu kommen: So recht konnte das Spiel nicht fesseln und die Mischung wirkte nicht nur kurios, sondern auch nicht wirklich durchdacht. Gegruselt habe ich mich jedenfalls nicht…

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