Games Convention 2006 - Tag 01

01. September 2006

Games Convention 2006 - Tag 01

Games Convention 2006 – OnPSX Tagebuch

Als Europas größte Videospielmesse, sollte man eigentlich meinen, die Games Convention hätte schon einen wichtigen Stellenwert in der Industrie. Aber die Abwesenheit von spielbaren PS3 und Wii Titeln im öffentlichen Messebereich, deutet leider auf etwas anderes hin. Lediglich im Business Center und mit zusätzlichen Terminabsprachen konnte man beide Konsolen auch tatsächlich anzocken. Das ist wenig verständlich, wenn man bedenkt, dass beide Konsolen in den in den nächsten Monaten bei uns veröffentlicht werden sollen. Und gerade bei der PlayStation 3 hätten spielbare Demos sicherlich den einen oder anderen davon überzeugt, trotz des offensichtlich hohen Preis, sein sauer verdientes Geld in Sonys neue Wunderkiste zu stecken. Trotz dieses nicht gerade kleinen Dämpfers, scheint die Messe dennoch besser als jemals zuvor besucht worden zu sein. Erste Zahlen sprechen von mehr als 185.000 Besuchern (angepeilt waren lediglich 150.000). Unter diesen vielen Menschen waren auch Flek, Shagy, Dimi und meine Wenigkeit, die für euch drei Tage lang PSP, PS2 und PS3 Spiele angetestet haben. Doch damit dieser Bericht nicht zur langweiligen Preview Aufreihung verkommt, haben wir neben interessanten Spielpräsentationen auch noch das ein oder andere Erlebnis abseits des Games Business aufgeschrieben. Damit sich das Ganze auch flüssig liest, haben wir all die Informationen in eine Art Tagebuch gepackt.

Die Games Convention 2006 in Bildern.

Viel Spaß beim Lesen.

Tag 01 - Mittwoch 23.08.2006

Dieser erste Tag war nur für Fachbesucher und die Presse zugänglich, weshalb in den Hallen doch ein um einiges weniger los war, als die Tage darauf. Neben einigen Pressekonferenzen hatten wir somit auch die Möglichkeit das ein oder andere Xbox360 Spiel anzutesten und natürlich auch reichlich andere PSP und PS2 Games auszuprobieren. Ganz ohne Wartezeiten!

Nach einer zügigen und unkomplizierten Anmeldung stürmten Shagy und ich natürlich sofort in die erste Halle. Flek stieß ein wenig später zu uns. Unser erstes Ziel: Electronic Arts, die bereits mit ihrer Pressekonferenz angefangen haben. Dementsprechend war in dem kreisrunden Stand auch mächtig viel los, so dass man von hinten fast nix verstand. War aber weniger schlimm, da in dieser Zeit zumindest die Spielkonsolen frei waren.

Need for Speed: Carbon

Die erste Version, die uns natürlich brennend interessierte, war die Next-Gen Variante, die auf der Xbox360 spielbar war. Die Demo umfasste drei tunebare Fahrzeuge (Camaro, Murcielago, Lancer Evolution VIII) und drei Strecken (normales Rennen, Bergduell und Driftrennen). Zu allererst befasste ich mich mit dem Tuning, welches sich seit NFS: Most Wanted drastisch verändert hat. Anstatt wie bisher vorgefertigte Komponenten zu kaufen, kann man jetzt alle Teile dank mehrerer Parameter einzeln verformen. Das ist wirklich sensationell! Zum Beispiel kann man die Felgen auseinander ziehen, wodurch sie mehrere dünnere Streben bekommen, oder man zieht sie in die Tiefe, um einen prolligeren Look herzustellen. Auch die Reifengröße und -breite kann man verändern und das alles durch das Bewegen von einfachen Schiebereglern. Schlichtweg genial und super einfach zu bedienen, wenn ihr mich fragt. Die Optionen variieren übrigens bei den Wagenklassen. So kann man bei den Musclecars auch noch das Dach kürzen und die Motorhaube so ziehen, dass plötzlich eine riesige Lufthutze sichtbar wird. Doch bis auf den wirklich gelungenen Tuningaspekt sieht der Rest des Spieles jedoch nicht ganz so gut aus. Die Ladezeiten in der Demo waren beispielsweise extrem lang und das Spiel lief nur mit 25fps. Auch die Hintergründe bzw. Texturauflösung der Umgebungen sahen nicht so toll aus und erinnerten stark an Current-Gen Niveau. Da habe ich deutlich mehr erwartet. Hinsichtlich des Handlings schreitet der Titel auf den mit „Most Wanted“ eingeschlagenen Pfaden, das bedeutet: realistisches Fahrverhalten, ohne jedoch in Klassen eines Gran Turismo vorzustoßen. Bemerkenswert war übrigens die PS2 Version, die zwar merklich schlechter aufgelöst daherkam, aber immer noch sehr gut aussah, schneller geladen hat und kein Vergleich zu dem misslungenen „Most Wanted“ Port darstellt. Einziger Kritikpunkt: Auf der voreingestellten Tastenkonfiguration gab es wieder keinen Button zum Wechseln der Perspektive (bei den Next-Gen Spielen war das über die Dreieckstaste möglich). Trotz des Patzers wird aber immer noch gewährleistet, das ihr dieses Jahr euer Geld auch ohne Probleme in die PS2 Version von Need for Speed: Carbon investieren könnt.

Nachdem wir als Trio vereint waren, hieß es auch schon zu Sony aufzubrechen. Dort hatten wir mit einem PR-Manager einen exklusiven Termin. Doch als wir am Stand ankamen, war die Überraschung groß: Das komplette Areal war abgesperrt und man ließ immer nur kleine Grüppchen herein. Und selbst diese wurden dann sozusagen an die Hand genommen und herumgeführt. Diese Methode hat natürlich Vor- und Nachteile. Vorteil ist zum Beispiel, dass alles persönlicher wirkt und man in aller Ruhe seine Fragen stellen kann. Nachteilig ist dagegen, dass man warten muss, sofern man keinen Termin vorher vereinbarte. Wie dem auch sei, zu sehen gab es letztendlich zahlreiche Powerpoint Präsentationen, die allerlei Fakten und Zahlen zu der Marke PlayStation bereithielten. Anschließen konnten wir aber auch ein paar Fragen stellen. Das Wichtigste haben wir in den folgenden Stichpunkten für euch zusammengefasst.

  • Preissenkung der PS2 auf 129 €
  • Pinkfarbene PS2 und pinke PSP sollen vor allem weibliche Käufer ansprechen. Sony verspricht sich dadurch einen ordentlichen Zielgruppenzuwachs.
  • Die neue Farbvariante ist allerdings limitiert (500.000 Stück europaweit)
  • Die PSP hat sich in dem ersten Jahr in Deutschland fast genauso gut verkauft wie die PS2 damals
  • Mittlerweile hält die PSP einen Markanteil von 29% in Deutschland im Handheldbereich -> für Sony ein voller Erfolg
  • Hardware/Software Ratio ist wesentlich besser bei der PSP als beim NDS
  • Langfristig will Sony mehr handheldgerechte Spiele anbieten und versucht auch den Third Parties klarzumachen, dass billige PS2 Portierungen keine Zukunft haben
  • Hinsichtlich der UMD Geschichte, gesteht sich Sony Fehler ein, will das Medium allerdings nicht aufgeben. In erster Linie sollen mehr Filme für die entsprechende Zielgruppe veröffentlicht werden. Zum Beispiel sollen eher Sachen wie Fast & the Furious 3 kommen, als irgendwelche Uraltschinken.
  • Der PSP Store wird nach und nach mit Inhalten gefüllt werden, die Preisgestaltung steht aber noch nicht fest
  • Singstar wird auf der PS2 weitergeführt werden und man wird noch eine ganze Zeit lang Nachschub bekommen. In Deutschland gab es sogar einmal eine Woche, da waren fünf Singstar Spiele in den Top10 der Media Control Verkaufscharts.
  • Infos zum PS3 Launch Line-Up und den Onlineoptionen soll es zur Tokyo Game Show 2006 geben
  • Alle PS3 Spiele (auch die von EA, Ubi Soft usw.) sollen keinen Regionalcode besitzen!
  • In Europa wird vorerst nur die 60GB Version der PS3 veröffentlicht, man möchte erst sehen, ob die Masse überhaupt die günstigere Version haben möchte. Frühestens im nächsten Frühling könnte die dann folgen.
  • Der PS3 wird nur ein YUV Kabel beiliegen, ein HDMI Kabel wird es extra zu kaufen geben
  • Sony selbst will Werbung für die PlayStation 3 erst recht spät starten – ca: zwei Wochen vorher soll die Kampagne starten

Nach den ganzen Zahlen und Fakten, konnten wir uns noch einmal in aller Ruhe auf dem Stand umschauen. Unser erster Gang führte uns zu:

God of War II

Nachdem nun endlich auch Teil 1 mit knapp einem dreiviertel Jahr Verspätung in Deutschland erschienen ist, kommt natürlich ein Nachfolger mehr als gelegen. Persönlich war God of War für mich das beste Actionspiel der letzten Jahre. Da stimmte einfach alles: Gegnerdesign, Steuerung, Schwierigkeitsgrad, Grafik, Sound und sogar die Story. Der Nachfolger (es war die komplette E3 Demo spielbar) scheint von allem mehr zu bieten. Mehr Blut, mehr Sprungpassagen, mehr Rätselanteile und noch größere Gegner. Technisch oder spielerisch sollte man von dem Spiel allerdings keine großen Neuerungen oder Innovationen erwarten. Doch bei dem gebotenen Niveau kann man damit noch ganz gut leben. Mir selbst hat es natürlich wieder viel Spaß gemacht, in die Haut von Kratos zu schlüpfen und ich freue mich schon jetzt riesig auf das finale Spiel, welches im Frühjahr nächsten Jahres in den Handel kommen soll. God of War II wird mit Sicherheit noch einmal zeigen, zu was für Höchstleistungen die gute alte PS2 im Stande ist.

Nach dem Abstecher in die Antike, führte uns unsere Tour zu Gangs of London, dem neuen The Getaway Ableger für die PSP. Auf den ersten Blick machte das Spiel technisch eine gute Figur, die Framerate war konstant und flüssig, die Ladezeiten kurz und London sah ziemlich gut aus. Was allerdings sofort auffiel, die Autos waren nicht mehr lizenziert. Macht aber nix, denn sowohl das Gunplay zu Fuß, als auch die Verfolgungsjagden waren relativ spaßig. Nur im Touristenmodus, wo man Londons Sehenswürdigkeiten fotografieren muss, stieg ich nicht ganz durch. Bevor ich jedoch ein finales Urteil fälle, möchte ich noch ein wenig mit der bereits bestellten Preview Version zocken. Auf dem Sony Stand gab es zwar noch Rouge Galaxy (das neue Action RPG von Level 5) und Ace Combat: The Belkan War zu sehen, aber angesichts wenig Zeit, konnten wir die Spiele wenn überhaupt nur kurz anspielen. Weiter ging es dann nämlich sofort zum PS3 Theatre, welches ein paar schöne Sitzbänke bot und auf riesigen HD Bildschirmen diverse E3 Trailer zeigte. Leider bekam man jedoch nichts Neues zu sehen, weswegen wir nicht allzu viel Zeit an diesem Ort „verschwendeten“. Viel interessanter war dagegen die ausgestellte echte PlayStation 3, die von zwei Sony Mitarbeitern der Presse präsentiert wurde. Neben der PS3, wurde auch der Controller gezeigt und wir ließen uns nicht lange bitten und nahmen ihn selbst in die Hand.

PS3 Controller

Wenn man nicht genau hinsieht, könnte man meinen, man hält den bekannten Dualshock 2 Controller in der Hand. Das äußere Design gleicht dem bekannten PS2 Eingabegerät fast haargenau. Erfahrene Zocker sollten dementsprechend wenige Probleme mit dem neuen Controller (einen finalen Namen gibt es noch nicht) haben. Die Unterschiede findet man in den Details.

  • Der neue Controller ist auf Grund des Rumbletechnologie Verzichts um einiges leichter als der DS2
  • Der neue PS3 Controller ist kabellos, die USB Verbindung dient nur dazu, den Controller aufzuladen
  • In der Mitte prangt nun ein PlayStation Knopf, mit dem man jederzeit in das Systemmenü der PS3 gelangen kann. Wie in der Xbox360 wird dieses Menü auch innerhalb von Spielen aufrufbar sein
  • An der oberen linken Außenseite finden sich LEDs, um anzuzeigen, wie viele Controller gerade per Blue-Tooth in Betrieb sind
  • Die hinteren Triggertasten (R2 / L2) wurden durch neue hebelartigere Tasten ersetzt. Im Gegensatz zur Microsoft Technik, sind die Druckwege jedoch geringer, wodurch man leichtgängiger Gas geben, oder das Fahrzeug abbremsen kann. Außerdem können die Tasten so auch weiterhin in anderen Genres sinnvoll genutzt werden.
  • Die beiden Analogsticks sind nun dank größerer Präzision viel besser und genauer bewegbar, was sich vor allem in 3D Shootern bemerkbar machen wird.
  • Die eingebaute Motion Sensor Technologie war leider nicht an testbar, da das einzige PS3 Spiel, was wir im Laufe der Messe anspielen konnten, diese Technik nicht unterstützt.

Insgesamt kann man nicht meckern. Der Verzicht auf die Rumbletechnik schmerzt zwar ein wenig, aber im Gegenzug hören sich die neuen Features sehr viel versprechend an. Gerade die Motion Sensor Technik birgt ein sehr großes Potential, obwohl es abzuwarten gilt, in wieweit die Entwickler diese Technologie sinnvoll in ihre Spiele integrieren werden. Bei Warhawk und Blazing Angels (beides Flugspiele) macht der Einsatz dieser Fähigkeiten natürlich sehr viel Sinn, da die Steuerung mit einem Mal weitaus intuitiver sein wird, als zuvor. Die Gewichtsreduzierung ist übrigens genau optimal - der Controller besitzt nach wie vor genug Eigengewicht, ohne zu zerbrechlich zu wirken, liegt aber weitaus besser in der Hand, was sich gerade bei langfristigen Spielsessions bemerkbar machen wird.

Als nächstes schlenderten wir ein wenig über das Messegelände und spielten ein paar Games auf anderen Systemen an. Dazu unsere kurzen Eindrücke: Just Cause soll auch für die PS2 erscheinen, war aber auf der Messe nur via Xbox360 spielbar. Während das Spiel einen grafisch eher mittelmäßigen Eindruck machte und deutlich seine Current-Gen Wurzeln zeigte, wirkte die Steuerung überladen und das Missionsdesign äußerst dürftig und auf viel Trial & Error ausgelegt. Dagegen wünschen wir uns Lost Planet (Xbox360) auch für die Sony Next-Gen Konsole. Dass Capcom Action-Adventure steuerte sich wunderbar, sah gigantisch aus und machte immensen Appetit auf mehr. Selbst der Mehrspielermodus (hier nur zu zweit spielbar) hat Potential. Unser weiterer Weg führte uns letztendlich zu Koch Media/Deep Silver, die mit Kingdom Hearts II und Final Fantasy VII: Dirge of Cerberus zwei weitere Square Enix PS2 Spiele im deutschsprachigen Raum veröffentlichen werden. Während wir Kingdom Hearts II nur kurz unter die Lupe nahmen (für ausführlichere Eindrücke fehlte uns die Zeit), widmeten wir uns „Dirge of Cerberus“ ein wenig mehr.

Final Fantasy VII: Dirge of Cerberus

Gleich etwas vorweg, beide neue Square Enix Spiele hatten hervorragende PAL Anpassungen, ohne Blaken und ohne Geschwindigkeitsverlust. Der Final Fantasy VII Ableger war sogar schon komplett mit guten deutschen Untertiteln versehen. Wie die US Version wird auch die PAL Variante einige Neuerungen haben, unter anderem ein besseres Zielsystem, Doppelsprung und taktischeres Einsetzen der Verwandlung. Ansonsten erwartet uns ein recht ordentlich spielbares Action-Adventure im Final Fantasy VII Universum, dass allerdings in mancher Hinsicht etwas altbacken wirkt und auch technisch nicht gerade vom Hocker haut. Dafür waren aber zumindest die CGI Sequenzen auf höchstem Niveau und auch die Inszenierung sah viel versprechend aus. Spielerisch bietet das Spiel neben ein paar Rollenspiel Elementen, natürlich auch fette Bossgegner. Die Zielerfassung war ok.

Übrigens: Koch Media steht gerade mit Square Enix in Verhandlung, um weitere Spiele in Deutschland veröffentlichen zu können. Konkreter wollte der Koch Media Mitarbeiter jedoch nicht werden. Er sagte nur soviel, dass die Spiele schon in Amerika erschienen sind. Was kann da noch auf uns zu kommen? Valkyrie Profile 2 / PSP? Radiata Stories? Front Mission 4?

Unser nächstes Ziel war der Microsoft Stand und ich probierte ein wenig Test Drive Unlimited auf der Xbox360 aus (PS2 und PSP Versionen gab es nirgends zu sehen). Und um ehrlich zu sein – ich war maßlos enttäuscht. Grafisch machte das Spiel zwar eine recht gute Figur (auch wenn es öfters mal zu Rucklern kam), aber in Sachen Bedienung und Spieldesign gab es signifikante Mängel. Beispiele gefällig? Das Charaktergenerieungssystem ist zwar umfangreich, aber unübersichtlich, viel zu tief greifend und schlecht zu bedienen. Dann blieb ich regelmäßig mit meinem Auto in Blumenbeeten hängen und die Polizei abzuhängen, war ein Ding der Unmöglichkeit. Als sie mich dann schnappten und ich kein Geld auf der Kante hatte, musste ich sogar eine knappe Minute warten, bis ich aus dem Gefängnis herausgelassen wurde. WTF? Viva Pinata, einer der großen Micrrosoft Titel war auch ein Reinfall – im Prinzip war es nämlich dank einer Framerate von weniger als fünf Bildern pro Sekunde unspielbar. Quake Wars auf dem PC am Activision Stand war dagegen ein richtiges Multiplayerfest. Zu dumm nur, dass man extra ein 15 Minuten Video vorher anschauen musste, bevor man endlich selber am PC mitzocken konnte. Viel zu zeitaufwändig, wenn ihr mich fragt. Wenigstens konnte man dann im Teamkampf auf Seite der Stroggs gegen Menschen spielen bzw. vice versa.

Da sich der Tag langsam dem Ende neigte, wurde es Zeit für unseren nächsten Termin bei Take 2. Aber vorher musste der mittlerweile aufgekommene Hunger gestillt werden und oh Schreck – am Business Tag waren nur zwei Restauranteinheiten geöffnet. Das hat uns noch ein ganz paar wertvolle Minuten Zeit beim Anstehen gekostet. Während wir uns dann dem aktuellen Line-Up von 2k Games widmeten, mussten wir leider erfahren, dass sich unser Termin mit den The Darkness Entwicklern kurzfristig auf den nächsten Tag verschob. Naja…

Dungeon Siege: Throne of Agony

Die PSP Version der berühmten PC Spiele ist stark an die portable Konsole von Sony angepasst wurden. Im Großen und Ganzen kann man sogar sagen, dass der Titel sich recht ähnlich wie Untold Legends spielt. Zum einen steuert ihr nur noch einen von vier vorher auswählbaren Charakteren und lauft dann über eine Oberweltkarte zu den einzelnen Quests/Dungeons. Dort geht es wie in Untold Legends Hack & Slay-mäßig zur Sache. Die Grafik ist dabei isometrischer als bei den Sony Online Entertainment Spielen und etwas näher herangezoomt. Neben einer Primärwaffe, gibt es noch eine Sekundärwaffe und Spezialfertigkeiten, die man im Laufe der Zeit erlernen kann. Zusätzlich steht euch noch ein Begleiter (Adler oder Dämon) zur Seite, der euch im Kampf unterstützen kann. Das Spiel lief schon recht flüssig und spielte sich auch ganz ordentlich. Nur an der Grafik sollte noch ein wenig gefeilt werden, diese sieht nämlich nicht gerade toll aus. Die Umgebungen boten wenige Details und die Animationen wirkten sehr halbgar. Vorläufiges Fazit: Hier erwartet uns ein solides Action RPG, dass aber wohl nur Fans des Genres ansprechen wird.

Ghost Rider

Als nächstes widmeten wir uns Ghost Rider, der PS2 Umsetzung des von Marvel Comics inspirierten Kinofilms mit Nicholas Cage. Da der Film auf das erste Quartal des nächsten Jahres verschoben wurde, wird das dazugehörige Spiel auch erst 2007 erscheinen. Aber keine Sorge, verpassen tut ihr nichts. Ghost Rider ist nämlich ein äußerst unspektakuläres, richtig langweiliges Lizenzspiel, dass schamlos die Steuerung von God of War und das Spielsystem von Devil May Cry klaut. Natürlich ohne deren Qualitäten zu erreichen. Dazu gesellen sich noch ruckelnde Fahrsequenzen, die in keiner Weise überzeugen können. Selbst das Gegnerdesign sieht so dermaßen langweilig aus, dass man am liebsten das Spiel wieder aus seiner PS2 werfen würde.

Aber vielleicht war es auch gut so, dass der Titel so grottig wirkte, denn dadurch bekamen wir mit, dass Sid „Mr. Civilization“ Meier in den Take 2 Hallen herumwanderte. Oh Mann, der Spieldesign Guru schlechthin und Idol meiner Jugend! Klar, dass ich alles fallen ließ und sofort hineilte um einen kurzen Smalltalk mit der Legende zu halten. Selbst jetzt kommt mir das nur wie ein Traum vor und hätte ich nicht ein Foto gemacht, würde ich wohl selbst nicht so recht daran glauben. Damit war unser Messe Tag auch fast vorbei, nur noch ein exklusives Konzert von Within Temptation stand an. Doch bis dahin war noch eine knappe halbe Stunde Zeit. Also schlenderten wir noch über ein paar restliche Stände, wie zum Beispiel den von SEGA. Dort konnte man neben Yakuza und Phantasy Star Online, auch noch Virtua Tennis 3 und Sonic the Hedgehog auf der Xbox360 anzocken. Bevor wir aber ein paar Ingame Impressionen zum Next Gen Sonic Spiel von uns geben, noch ein paar Zeilen zu Sonic Rivals, dem ersten Auftritt des blauen Igels auf der PSP. Auffälligste Neuerung: Das Spiel spielt sich komplett in einer Art 2.5D Perspektive. Grundsätzlich sieht man das Geschehen also von der Seite, bekommt aber ab und an trotzdem die Vorzüge der 3D Optik zu Gesicht. Bei „Rivals“ dreht sich alles um Rivalen, also startet ihr auch mit einem Rivalen (hier gerade Shadow) im Level und müsst ihn als erstes durchqueren. Das Gameplay erinnert stark an die alten Mega Drive Spiele, wirkt aber durch die größere Hektik und Geschwindigkeit auch unübersichtlicher. So sah ich beispielsweise Hindernisse erst viel zu spät, wo ein Ausweichen schon fast unmöglich war. Mal sehen, ob sich da noch etwas bis zur Veröffentlichung tut. Jetzt aber zurück zu Sonic the Hedgehog für die nächste Konsolengeneration.

Sonic the Hedgehog

Shagy: Leider konnte ich nur an die XBox360 Fassung Hand anlegen, zumindest habe ich es versucht. Denn nach dem Anzocken kann ich meine Hoffnung auf einen gelungenen Sonic Adventure Nachfolger nämlich wieder vergessen. Die Steuerung war fast genauso schlecht wie bei den Sonic Hereos und Shadow the Hedgehog Spielen. Warum schafft es Sega nicht, die Dreamcast Steuerung zu kopieren, wobei diese zwar auch ihre Macken hatte, doch wesentlich besser von der Hand ging als die Steuervarianten in späteren Teilen. So springt man noch immer viel zu unkontrolliert durch die Levels, was vor allem bei Feindkontakt verhängnisvoll mit einem Sprung in den Abgrund enden kann. Aber auch bei den Rennpassagen hatte man große Mühe, Sonic auf dem rechten Weg zu halten. Grafisch schaut es zwar nicht schlecht aus, doch umgehauen hat es mich nicht, wobei es immerhin flüssig lief. Mal schauen, ob die PS3 Fassung hier noch zulegen kann. Sollte Sega die Steuerung jedoch nicht verbessern, brauche ich persönlich das Spiel nicht.

Nachdem wir auch bei SEGA durch waren, führte uns unser Weg zu Konami, die allerdings bis auf ein paar PS3 Trailer zu Metal Gear Solid 4 und Coded Arms: Assault, nur wenig aufregende Sachen zeigten. Am ehesten noch interessierte die PS2 Version von Pro Evolution Soccer 6 und Silent Hill für die PSP. Gerade bei letzterem war jedoch die Konsole abgeschmiert und wir mussten ohne es gespielt zu haben weiterziehen.

Pro Evolution Soccer 6

Dimi: Mit Pro Evolution Soccer 5 gelang es Konami wieder Mal einen Meilenstein im Fußballgenre zu setzen. Nichtsdestotrotz häuften sich im Laufe der Zeit immer mehr Kritikpunkte, die wieder zeigten, dass die Serie noch lange nicht so perfekt ist, wie viele meinten (auch ich gehörte dazu). Im Rahmen der Games Convention hatte ich dann erstmalig die Möglichkeit, Hand an den sechsten Teil anzulegen. Zwar konnte ich nur die PC Version bedienen, aber in Sachen Optik und Spielbarkeit handelt es sich hierbei um eine 1:1 Portierung der PS2 Variante. Lediglich die kürzeren Ladezeiten konnten im Vergleich zum Konsolenbruder etwas mehr überzeugen. Doch weiter im Text: In der Demo konnte man nur aus vier verschiedenen Teams auswählen, in der finalen Version erwarten euch jedoch unzählige Vereins- und Nationalmannschaften, von denen einige sogar komplett neu lizenziert wurden (darunter auch der FC Bayern München). Nachdem ich mich schließlich durch das altbekannte PES Menü durchgeschlagen hatte, landete ich auch schon ruckzuck im eigentlichen Spiel. In Sachen Optik bietet Konami mal wieder gewohnte Kost, die zwar von den Effekten her etwas flachbrüstig daher kommt, aber in Punkto Realitätstreue absolut überzeugen kann und sogar den Genrekollege FIFA 07 schlägt. Ein paar mehr Neuerungen lassen sich jedoch im Gameplay wieder finden. So fällt zu allererst auf, dass der im Vorgänger noch oft nervende Schiedsrichter inzwischen viel mehr durchgehen lässt. So führen kleinere Rangeleien oder Schubser nicht mehr direkt zum Strafstoß. Kommt es jedoch zum Freistoß, könnt ihr den Ball nun mit Hilfe der L1 und R1 Taste direkt wieder ins Spiel bringen. Somit wird das Spiel nicht nur rasanter, sondern auch überraschender. Weiterhin fiel mir auf, dass das Dribbeln mit dem Ball inzwischen deutlich flüssiger rüberkommt und nicht mehr ganz so steif wirkt, wie noch im Vorgänger. Darüber hinaus wurden die Spieler wieder einmal mit einer ganzen Reihe neuer Moves ausgestattet, die das Spielgeschehen nochmals realistischer erscheinen lassen. Alles in allem kam mir die Simulation im Vergleich zum Vorgänger aber etwas schwerer vor. So benötigt man beim Torschuss noch mehr Gefühl, als noch im letzten Spiel. Möglicherweise ist dies aber auch auf den durchschnittlichen PC Controller zurückzuführen, der nicht ansatzweise das grandiose Gefühl des Dual Shock 2 Controllers rüberbringen konnte. Ansonsten gab Konami im Rahmen der großen PES Präsentation noch bekannt, dass man online mit bis zu 8 Spielern antreten kann. Und auch das umständliche Herumklicken im Master League Modus soll nun endlich der Vergangenheit angehören. Somit kommt es mir vor, als ob die Entwickler tatsächlich aus ihren Fehlern gelernt haben. Release ist übrigens im kommenden Oktober.

Jetzt trennten sich unsere Wege, Flek versuchte sein Glück, beim alljährlichen Sony Buffet und wir machten uns auf zum Within Temptation Konzert, die extra für Chronicles of Spellborn sogar ein Lied geschrieben haben. Die Bühne,. Die man für die Holländer aufgebaut hatte, war riesig und in den folgenden 30 Minuten gab es nicht nur Hits wie Mother Earth zu hören, sondern auch eine gute Pyro und Lichtshow. Nur etwas laut war das Ganze, was sich dank der riesigen Halle auch noch durch allgegenwärtigen Hall verschlimmerte. Aber egal, immerhin gab es kostenlos Getränke dazu, was für einen schönen Messetagabschluss sorgte.

[ verfasst von .ram ]

[ Auf der Messe waren Flek, Shagy, Dimi und .ram ]

Unser nächstes Special folgt dann in den nächsten Tagen und befasst sich mit unserem zweiten Games Convention Tag 2006, dem Donnerstag. Was wir da alles erlebten, lest ihr dann im zweiten Teil unseres Riesen-Specials.

Games Convention Special – Tag 01
Games Convention Special – Tag 02
Games Convention Special – Tag 03

Die Games Convention 2006 in Bildern.