Gamescom 2011 - Impressionen zu Borderlands 2

20. August 2011

Gamescom 2011 - Impressionen zu Borderlands 2

Die Ankündigung von Borderlands 2 war eins meiner Highlights im Vorfeld der Messe. Jetzt durfte ich mir selbst bei THQ ein Bild vom Nachfolger des „Bazillion Guns“-Shooters machen.

Gleicher Planet, neue Knarren

Auch der zweite Teil spielt auf Pandora, wird aber erheblich mehr Abwechslung bieten. Die gezeigte Demo spielte in eisigen Höhen, doch es gibt auch eine große Stadt und sogar eine Basis auf Pandoras Mond, von der aus Verstärkungen geschickt werden. Ob wir die Basis im Laufe des Spiels auch betreten können, blieb leider offen, würde mich aber nicht wundern. Insgesamt soll die Spielfläche größer sein als im Vorgänger und auch unsichtbare Mauern sollen auch der Vergangenheit angehören. Und endlich gibt es eine Mini Map, so dass man weniger Zeit in irgendwelchen Menüs zubringt. Neue Waffen gibt es natürlich auch (Zitat des Entwicklers: „Es ist Borderlands. Wir brauchen also mehr Waffen!“). Die aus dem Vorgänger bekannten Waffenhersteller sind wieder mit von der Partie, wurden allerdings verändert. Jeder Hersteller hat nun einen distinktiven Stil, der sich in jeder Waffe erkennen lässt oder sie erlaubt eine komplett neue Spielstrategie. Ein gutes Beispiel für letzteres ist Tediore: Tediore-Waffen lassen sich nicht nachladen. Wenn sie leer sind oder man den Reload-Button drückt, wird die Waffe weggeworfen und explodiert, was sich wiederum selbst gut als Waffe benutzen lässt. Waffen von Torque hingegen verschießen keine normalen Kugeln, sondern kleine Mini-Raketen, sogenannte Gyro Jets, die kleine Explosionen verursachen. Vladof-Knarren hingegen kommen alle mit mehreren rotierenden Läufen, aber nicht nur als Minigun, sondern auch als Raketenwerfer oder Sniper. Der einzige gezeigte neue Hersteller war Bandit, ein Hersteller für viele eurer Feinde. Ihre Waffen sind aus Schrott zusammengebastelt und besitzen riesige Magazine. Man wird allerdings nicht selbst an seinen Waffen herumbasteln dürfen, sondern muss sich mit dem begnügen, was man so findet.

Was ist so passiert?

Die Knarren kennen wir nun, doch was hat sich so getan auf Pandora seit dem Ende des ersten Teils? Borderlands 2 spielt fünf Jahre danach und dreht sich um Jack Handsome, seines Zeichens Boss des Hyperion-Konzerns, der im ersten Teil bereits die Claptraps und vieles mehr gebaut haben. Jack ist jedenfalls nicht gut auf euch zu sprechen und will euch auf seinem Planeten nicht mehr sehen – oder auf seiner Mondbasis, denn die gehört ihm auch. Doch das ist erst der Anfang, denn natürlich gibt es auf Pandora noch unzählige Banditen-Fraktionen, die euch ebenfalls ans Leder wollen. Und sie haben seit dem ersten Abenteuer dazugelernt. In der Präsentation sahen wir Banditen, die geschickt Deckung suchen, sich zurückziehen, wenn sie schwer verletzt sind oder selbständig versuchen, uns von höherem Boden aus zu attackieren. Zudem gibt es verschiedene Abstufungen der KI. Psychos sind immer noch strunz dumm und rennen mehr oder weniger direkt auf uns zu und springen mittlerweile sogar über Hindernisse. Eins der neuen Monster, der Yeti-ähnliche Bullymong, wirft sogar herumstehende Autos oder Eisbrocken nach uns oder stimmt seine Attacken mit seinem Kollegen ab.

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Und wer sorgt für die Action?

Der bereits im Vorfeld bekanntgewordene Gunzerker ist eine der neuen Charakterklassen in Borderlands 2. Seine Klassenfertigkeit ist es, zwei Waffen – egal ob Raketenwerfer, MG, Sniper oder eine Mischung daraus – für eine bestimmte Zeit gleichzeitig zu benutzen. Weitere konkrete Skills gab es zwar nicht zu sehen, doch die klassischen drei Skillbäume aus dem Vorgänger sind geblieben. Wer viele Punkte in einen Baum investiert, soll Zugriff auf mehr „Game Breaker“, also sehr starke Skills, bekommen. Die zweite neue Charakterklasse ist eine Sirene mit dem Namen Maya. Obwohl es schon im ersten Teil eine Sirene gab, soll Maya sich aber anders spielen und auch andere Skills haben. Auch hier gab es keine Details zu erfahren. Ein weiterer alter Bekannter kam ebenfalls in der Demo vor, nämlich Roland, der Soldat aus dem Vorgänger. Allerdings war er in der Mission nur Statist.

Was sagt die Technik? Technisch war der erste Teil wahrlich keine Meisterleistung und daher war ich gespannt, wie sich der zweite Teil so schlägt. Doch für Urteile ist es leider noch zu früh, vor allem weil die Demo auf einem PC lief und daher scharfe Texturen bot, die rechtzeitig luden. Tearing war vorhanden und entspricht in ungefähr dem, was wir aus dem (Konsolen-) Vorgänger kennen. Wesentlich besser hingegen ist das Interface gelungen, welches nun schlanker ist und weniger klobig wirkt. Der generelle Stil von Borderlands wurde auch im zweiten Teil nicht verändert, weder was den Humor noch das Optische angeht. Lediglich die Grafik wurde aufpoliert.

FAZIT:

Wer den ersten Teil mochte, wird den zweiten lieben. Wenn Gearbox seine Versprechen hält, weiter alte Fehler ausmerzt und alte Stärken weiter ausbaut, kann ich meinen nächsten Trip nach Pandora jetzt schon kaum erwarten. Wenn sie nun auch noch das Technische gut hinbekommen, wird auch der Nachfolger ein Hit. Schade fand ich es, dass es nichts zur angeblich nichtlinearen Missionsstruktur zu erfahren gab oder zu einzelnen Skills. Dennoch konnte das Gezeigte mich durchaus überzeugen.

[ Special verfasst von Sanguinis ]

crack-kings Meinung:

Borderlands war damals zu seiner Zeit eine kleine Überraschung, nachdem die ersten Meinungen nach dem Wechsel zur Cel-Shading Grafik eher durchwachsen waren. Trotzdem war das Spiel nicht perfekt und so war der Wunsch nach einem Nachfolger groß und Gearbox Software hat sich diesem nun angenommen und kurz vor der Gamescom Borderlands 2 enthüllt, dass alles besser machen möchte. Und was soll ich sagen? Sie scheinen sich den wichtigsten Problemen anzunehmen und vor allem die Gegner KI soll ordentlich überarbeitet worden sein, sodass sie klug agieren und nicht nur wie eine Horde Hummeln auf einen zu rennen. Das konnte man bereits in der Präsentation sehen, als eine Art Yeti seine Umgebung genutzt hat und beispielsweise Eiszapfen auf den eigenen Spieler wirft oder auch mal von einem anderen Yeti unterstützt wird. Dies wirkte schon ziemlich beeindruckend und verbunden mit der Tatsache, dass das Spiel einen Coop-Modus hat, der sogar online im Splitscreen gespielt werden kann, konnte Gearbox Software auch mich von Borderlands 2 überzeugen.

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