Der Erfinder des Fatalities ist zurück in seiner eigentlich neunten Auflage, doch was in Hollywood funktioniert, soll auch den Prügelknaben helfen: Reboot der Serie ohne Nummer. Dabei orientiert man sich an den ersten drei Teilen, den Evergreens der Fans. Ich habe mir mal angeschaut, wie sich Hans Lo (Senior Producer) und MK-Serienvater Ed Boon – leider nur per Video – gepflegt aus den blutigen Socken hauen.
Schick & Modern
Zuerst fällt natürlich die generalüberholte Optik ins Auge. Die Texturen sind gestochen scharf und die Animationen flüssig, allerdings fehlen manchmal die Übergänge zwischen zwei Aktionen – vor allem beim KO, wenn kein Fatality folgt. Ein kleines Detail, welches hoffentlich noch ausgebügelt wird. Die Entwickler betonen dabei, dass es keine Shared Animations geben wird, jeder Recke bekommt also seine eigenen Bewegungen per Motion Capture spendiert, selbst wenn es sich um Kämpfer von ähnlichem Körperbau handelt, wie z.B. Scorpion und Sub-Zero. Zudem wird die PS3-Version 3D unterstützen. Auf den zweiten Blick erspähe ich eine neue Leiste unten im Bild, die ja mittlerweile in irgendeiner Form zum guten Ton bei Beat’em Ups gehört. Die Power-Leiste in Mortal Kombat ist in drei Segmente unterteilt, die sich durch erfolgreiche Attacken und Blocks auflädt. Das erste Segment verstärkt lediglich eine normale Attacke, das zweite führt einen Combo Breaker aus und das dritte ist die verheerende X-Ray Attack. Wie im Film „Romeo Must Die“ wird bei Treffern filmreif an die Gegner herangezoomt und sieht wie auf einem Röntgenbild den Knochen beim Brechen und den Arterien beim Platzen zu. Ein weiterer Standard in vielen Kampfspielen ist der Tag Team Modus, den es auch im neuen Mortal Kombat gibt. Neu ist dabei, dass der Partner in Combos eingebaut werden kann, ohne dass wirklich der Kämpfer gewechselt wird. Natürlich kann er auch die Combo bei seiner Einwechselung weiterführen.
Ein ganz besonderer Saft
Blut! Was wäre Mortal Kombat ohne Blut? Das gibt es hier im Hektoliter billiger. Den Anfang machen Wunden an den geschundenen Körpern und der Kleidung der Kämpfer, die über die Runden erhalten bleiben. Die Art der Blessuren richtet sich nach den eingesteckten Schlägen. Ein paar Fäuste auf die Brust verursachen einen Blutfleck auf derselben fallen nicht weiter auf. Härtere Tritte, Combos oder Spezialattacken hinterlassen hingegen tiefe Schnitte, blutige Arme oder sogar offene Wunden mit Panoramablick auf die Knochen. Und natürlich spritzt es nach jedem Treffer großflächig durch die Gegend und bleibt auf dem Boden liegen. Bei den Fatalities geht’s bekannterweise besonders blutig zur Sache. Hier haben sich die Entwickler wieder mal ausgetobt, ohne dabei die klassischen Elemente aus früheren Spielen zu vergessen. Den legendären Uppercut, der dem Gegner den Kopf vom Hals haut, gibt es immer noch, allerdings macht der gute Johnny Cage noch weiter und reißt seinem Opfer auch gleich noch den Torso ab.
Mortal Kombat is fan service!
So sieht es zumindest Lo und zeigt viele geschätzte Favoriten der Fans: Sub-Zero, Scorpion, Cyrax, Mileena, Johnny Cage, Nightwolf, Kung Lao und Kitana tummelten sich im Auswahl-Screen. Ob es auch neue Charaktere geben wird oder ausschließlich alte, wollten uns die Entwickler leider nicht verraten. Das Startaufgebot wird aus 20-30 Kämpfern bestehen und zusätzliche Charaktere per DLC sind bereits beschlossene Sache. Auch bei den Kampfarenen gibt es alte Bekannte. Die Brücke über eine Grube mit Speeren samt speziellem Fatality ist genauso dabei wie Shan Tsungs Thronsaal. Neu hingegen sind die eher unspektakuläre Wüste und der sehr ansprechend entworfene Glockenturm. Die Ausführung der verschiedenen Attacken wird an die ihrer Vorbilder angelehnt. Wer sich also noch an die Combos von damals erinnert, sollte sich schnell wieder eingewöhnen. Die Tastenkombinationen für die Fatalities werden allerdings weder im Spiel noch in der Anleitung auftauchen. Man werde „kreative Wege“ finden, die Spieler mit diesen Infos zu versorgen, so Lo.
Mortal Kombat folgt der einfachen Formel: Neue Grafik, alter Spielspaß. Und es deutet alles darauf hin, das der Reboot an den Spaß der ersten Spiele anknüpfen kann – Probleme mit der USK eingeschlossen.
[ Special verfasst von Sanguinis ] [ © 2010 www.onpsx.net ]
Mortal Kombat - Gameplay