gamescom 09: Erfahrungsbericht & Tagebuch

14. October 2009

gamescom 09: Erfahrungsbericht & Tagebuch

.:Tag 1:.


Der erste Tag der Gamescom 09 fand für mich nicht, wie bei den Meisten am Donnerstag statt, sondern bereits am Dienstag. Am gleichen Abend lud Sony die Medien nämlich zur heiß erwartenden Pressekonferenz ein - und zwar im Kölner E-Werk, welches normalerweise als Schauplatz diverser Konzerte fungiert. Und ich gebe gerne zu, dass ich bereits im Vorfeld ziemlich aufgeregt war, da dies mein erster offizieller Presseeinsatz war. Umso cooler war es dann, dass ich kurz vorm Start einen jungen Mann aus Belgien kennen gelernt habe, der genau so, wie ich kurz davor war seine erste Konferenz zu erleben. Nachdem sich die Aufregung aber dann nach ersten Gesprächen gelegt hatte, ging es endlich in das Innere des alt-ehrwürdigen E-Werks. Glücklicherweise gab es dort unzählige Gratis-Getränke, was in Anbetracht der brütenden Hitze wirklich eine wahre Genugtuung war. Mehrere Kölsch später durften wir dann endlich in den Präsentationsraum.

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Nachdem jeder einen Platz gefunden hatte, begann Sony auch schon mit der Show. Während aus den Boxen der grandiose House-Track „Let Me Think About It\" von Fedde Le Grand dröhnte, gab es auf der Leinwand einen beeindruckenden Zusammenschnitt aus dem umfangreichen Portfolio der Marke PlayStation. Anschließend betrat SCEE Chef Andrew House die Bühne. Nachdem er schließlich die üblichen Statistiken runtergerasselt hatte, ging es endlich los mit den Spielen. Im Vordergrund des Geschehens standen vor allem Uncharted 2, sowie David Cage\'s Heavy Rain, welches leider erst im kommenden Jahr erscheint. Richtig spannend wurde es aber erst gegen Ende, als der Präsident von Sony Computer Entertainment die Bühne betrat; die Rede ist natürlich von Kaz Hirai. Und wie die Meisten sicher wissen, kommt der gute Kaz nur dann, wenn etwas Großes angekündigt wird. Dieses Mal war\'s jedoch das exakte Gegenteil. Wie aus dem Nichts zeigte er der Menge nämlich die berühmt berüchtigte PS3 Slim, welche bereits seit einigen Monaten Top-Thema in vielen Internetforen war. Und ja, ich habe tatsächlich etwas geschmunzelt - Denn die Konsole sah genau so aus, wie auf den Bildern aus China, die kurz vor dem Start der E3 im Juli erschienen sind. Dennoch gab es auch Überraschungen: Vor allem in Sachen Preislage. Sony ließ nämlich mitteilen, dass sowohl die alte PS3, sowie die neue Slimline Edition „nur\" 299€ kosten würden. Und um ehrlich zu sein hab ich nach de PSP Go Fiasko (überteuert?) schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Umso besser war dann natürlich die Überraschung. Alles in allem scheint Sony tatsächlich den Grundstein für eine verbesserte Zukunft gelegt zu haben. Bleibt nur noch zu hoffen, dass Sony den durchaus verdienten Erfolg wirklich einfahren kann. In Anbetracht der PS3 Fähigkeiten, sowie des tollen Line-Ups sollte dies jedoch kein Problem darstellen. Nach etwa einer Stunde wurde die Konferenz schließlich beendet.

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Euphorisiert ging es dann wieder aus dem Gebäude heraus, wo bereits die ersten Kellnerinnen mit Unmengen Alkohol und Gratis-Snacks auf uns warteten. Ich selber verbrachte noch knapp 2 Stunden mit einigen Kollegen aus Belgien und Holland. Obwohl man die Menschen im Grunde nicht kannte, war es nicht sonderlich schwer tatsächlich ins Gespräch zu kommen - vor allem in Anbetracht der Tatsache, da jeder das gleiche Hobby hat und dementsprechend auch etwas zu sagen hat. Kurz bevor die Sonne schließlich komplett verschwand, machte ich mich dann auch schon auf dem Weg Richtung Heimat; und zwar voller Vorfreude auf den kommenden Presse-Only Tag.


.:Tag 2:.


Da ich schon um 10 Uhr meinen ersten Termin hatte, wurde ich bereits in aller Frühe geweckt, damit ich auch ja nicht meinen Zug nach Köln verpassen würde. Ausgestattet mit dem Presseausweis konnte ich dann endlich die kölschen Messehallen betreten. Diese entpuppten sich im Übrigen als deutlich größer, als die in Leipzig. So dauerte es erstmal gut 10 Minuten ehe man wirklich in den Event-Hallen angekommen ist. Mein erster Termin fand jedoch nicht im Inneren statt, sondern ganz woanders...

PSP Go Event

Während die ersten Menschen bereits zu den Ständen gingen, fand ich mich um 10 Uhr morgens erstmal zwischen Halle 3 und 4 auf einem kleinen öffentlichen Platz wieder. Grund dafür war ein spezielles Gran Turismo Portable Event, wo man mit Hilfe eines Krans in 50m Höhe gezogen wurde. Oben angekommen hatte man dann knapp 30 Minuten Zeit den neuen Sony Renner anzuspielen. Unglücklicherweise sorgte die pralle Sonne dafür, dass man aufgrund der Einstrahlung nur wenig vom Display der neuen PSP Go erkennen konnte. In den wenigen Momenten, wo ich jedoch mal im Schatten war, war ich aber umso überraschter von der grafischen und spielerischen Qualität des Titels, welches ohne Frage zu den großen Highlights des diesjährigen Winters gehören wird. Die Wagen wirken unheimlich detailliert und auch die spürbaren 60fps sorgen dafür, dass das Herz eines jeden Rennfans höher schlägt. Wahrscheinlich genau so, wie meins beim Betrachten des Kölner Doms, da ich zugegebenermaßen doch ein wenig Höhenangst habe. Nachdem ich schließlich wieder festen Boden unter mir hatte und die PSP GO abgeben musste, ging es weiter Richtung Presseclub.

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Dieser entpuppte sich im Übrigen als netter Ruheort, wo man Dank W-Lan auch mal schnell ins Internet reinspringen konnte. Darüber hinaus war es auch interessant zu sehen, dass die Leute von IGN oder Kotaku nicht nur zum Bier trinken da waren, sondern auch schon fleißig am Schreiben waren. 2 Flaschen Cola später ging es dann zur Konami Konferenz, die in einer der Messe-Hörsäle gehalten wurde.

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Konami Konferenz

Die Konferenz an sich war recht unspektakulär und bis auf kleine Ausnahmen alles andere, als spannend. Nachdem man die Presse erstmal 20 Minuten lang hat warten lassen, ging es kurze Zeit später auch schon los mit dem Programm. So zeigte Konami unter anderem einen überarbeiteten Trailer zu Castlevania: Lords of Shadows, sowie ein brandneues Video zu Silent Hill: Shattered Memories, welches ja auch für die PS2 und PSP erscheinen wird. Im Mittelpunkt des Geschehens standen jedoch die neuen Trailer zu Pro Evolution Soccer 2010 und Metal Gear Solid: Peace Walker, welche jeweils von den Chefproduzenten Seabass Takatsuka und Hideo Kojima präsentiert wurden. Und wer auf eine spielbare Version von Peace Walker gehofft hat, musste leider erfahren, dass diese erst auf der Tokyo Game Show verfügbar sein wird. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob der Multiplayer-Part des Titels wirklich so gut angenommen wird, wie erhofft. Schließlich gilt die PSP ja nicht gerade als die Multiplayer-Konsole schlechthin.

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Im Anschluss an die Konferenz ging es dann in die Entertainment Areas, wo ich mir auch mal einige Spiele anschauen wollte. Hier sind einige Kurzimpressionen:

Pro Evolution Soccer 2010: Bereits in den ersten Sekunden merkte man, dass die Entwickler rund um Chefproduzent Seabass Taktsuka jede Menge Veränderungen integriert haben. Dazu gehört eine überarbeitete Grafik-Engine, sowie einige neue Gameplay-Elemente. Auch die leicht gedrosselte Spielgeschwindigkeit fiel mir rasch ins Auge. Meiner Meinung nach hätte das Gameplay aber noch mal ein Stück langsamer ausfallen können. Allen in allem scheint man aber auf einem recht guten Weg zu sein. Obwohl die Version bereits ein Monat alt war, wirkten viele der Animationen wie aus einem Guss. Sollte zum Release dann auch noch der Multiplayer-Modus laufen, können wir uns auf einen Fußballtitel der Extraklasse freuen.

Tony Hawk RIDE: Die Idee hinter Tony Hawk Ride ist gar nicht mal so schlecht. Um der Franchise ein wenig frischen Wind zu geben, hat Activsion eine Art Balance Board entwickelt, welches zur Steuerung des Spiels dient. Während mir die Steuerung an sich durchaus gefallen hat, fiel mir doch vor allem die schwache Optik auf, die das Prädikat „Next Gen\" auf gar keinen Fall verdient hat. Außerdem leidet Tony Hawk RIDE unter einem relativ hohen Preis (knapp 100€), der wohl viele abschrecken wird. Und da sich das Game nur mit dem Board spielen lässt, kann man wohl mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Titel in Zeiten von harter Konkurrenz und Wirtschaftskrise wohl nicht zu den Highlights des kommenden Winters gehören wird.

Motorstorm: Arctic Edge

Ich muss zugeben, dass ich beim ersten Anspielen sehr überrascht war. Arctic Edge schafft es nämlich bis auf einige Abstriche in Sachen Grafik genau die gleiche Action zu bieten, wie man sie auch von der Konsolenversion kennt. Dies beinhaltet natürlich riesige Kurse mit vielen Abzweigungen und Abkürzungen, sowie heftige Crashs. Hinzu kommt eine für PSP Verhältnisse überragende Optik, die ihres gleichen sucht.

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Call of Duty: Modern Warfare 2

Modern Warfare 2 ist dieses Jahr ohne Frage der größte Titel, den man kaufen kann. Und allen Anschein nach scheinen sich die Jungs von Infinity Ward keineswegs auf den unzähligen Vorschusslorbeeren ausgeruht zu haben. Denn das Spiel sieht einfach nur fantastisch aus. So wurde mir unter anderem der neue Co-Op Modus gezeigt, wo man mit mehreren Spielern gleichzeitig einzelne (story-unabhängige) Missionen erledigen kann. Wer also mal eine Pause vom standardmäßigen Multiplayer braucht, findet hier eine gelungene Alternative. Aber auch die Grafik kann durch neue Streaming-Routinen, sowie lupenreinen 60fps definitiv überzeugen.

Rock Band: Beatles

Was soll man eigentlich noch großartig zu Rock Band Beatles sagen? Wie die meisten sicher wissen, handelt es sich hierbei um einen Ableger der Rock Band Serie. Dennoch hat es mir imponiert mit wie viel Herz die Entwickler anscheinend bei der Sache dabei waren. Das Game klingt nämlich nicht nur, wie die Beatles - es sieht auch so aus. Die speziell für den Titel inszenierten Videos passen optimal zur Thematik und dürften jedes Fanherz höher schlagen lassen. Hinzu kommt ein genialer Soundtrack, der einen selbst heute noch zum Schwärmen bringen kann.

Brink

Bei Brink handelt es sich um das neue Spiel von Slash Damage, den Erfindern des ersten Team Fortress Spiels. Entwickelt wird das Projekt inzwischen unter der Obhut von Bethesda, die ja seit Anfang des Jahres auch als Publisher fungieren. Brink ist ein bunter Sci-Fi Shooter, der in einer futuristischen Welt angesiedelt ist. Hauptschauplatz des Titels ist ein Utopia namens „Arche\", welches die letzte Hoffnung einer von Krisen zerrütteten Menschheit sein soll. Leider scheint auch aber auch die Arche nicht sicher vor Chaos und Krieg zu sein. Mehr wollte man zu der Story jedoch nicht verraten. Wer aber auf Shooter mit umfangreichen Co-Op Modus steht, sollte sich Brink auf jeden Fall merken. Hinzu kommt ein Mirror\'s Edge ähnliches Gameplay, sowie eine bombastische Optik, die es meiner Meinung nach sogar mit Killzone 2 aufnehmen kann.

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Uncharted 2

Nach dem Besuch bei Bethesda ging es erstmalig zu Sony, wo bereits die Entwickler von Naughty Dog auf uns warteten. Auf dem Programm stand eine Präsentation zu Uncharted 2. Und diese hatte es wirklich in sich: Im Gegensatz zu vielen anderen Darbietungen, ließ man nämlich ganz allen die Bilder für sich sprechen. So sah ich unter anderem das aus einigen Trailern bekannte Schnee-Level. Interessant war jedoch die Tatsache, dass die Mission ohne jeglichen Waffeneinsatz auskam. Wer also beim Erstling vor allem die Plattformer-Einlagen mochte, wird mit Sicherheit gerne hören, dass auch bei \"Among Thieves\" genug gesprungen wird. So soll das Verhältnis zwischen Schießen und Erkunden bei ca. 60:40 liegen. Alles in allem scheint Uncharted 2 absolutes \"Game of the Year\" Format zu besitzen. Angefangen mit der kinoreifen Optik bis hin zu dem abwechslungsreichen Gameplay.

Little Big Planet PSP

Am Ende des Tages hatte ich schließlich noch ein letztes Interview mit Media Molecules Laura Dilloway, welche mir die PSP Version von Little Big Planet präsentiert hat. Und wie schon zuvor Motorstorm, hat mich auch LBP mit seinem imposanten Auftritt überrascht. Das Spiel sieht nämlich nicht nur gut aus, sondern bietet auch noch die gleichen physikalischen Regeln, wie die PS3 Fassung. Hinzu kommt ein umfangreicher Singleplayer-Modus, der mal wieder mit den gleichen Tools hergestellt wurde, die man auch im Editor benutzen kann. Wer also vom kleinen Sackboy nicht genug kriegen kann, sollte sich sein neuestes Abenteuer auf gar keinen Fall entgehen lassen.


.:Tag 3:.


Tekken 6

Am dritten Tag der Gamescom ging es dann bereits am frühen Morgen zum Namco Bandai Stand in der Business Hall, wo fast alles im Zeichen von Tekken 6 und Dragonball: Raging Blast stand. Nachdem es zum Frühstück erstmal einen Pick-Up, sowie einen frisch gepressten Orangensaft gab, ging es zur Tekken 6 Demonstration, wo uns einer der Entwickler den Singleplayer-Modus präsentierte. Dabei handelt es sich jedoch um nichts anderes, als eine stark überarbeite Version des bereits aus dem 5. Teil bekannten Devil Within Modus. Dieses Mal steht jedoch nicht Jin im Mittelpunkt des Geschehens, sondern sämtliche Kämpfer der Tekken Serie. Während man beim Vorgänger quasi noch durch die einzelnen Levels gescheucht wurde, gibt es nun eine spezielle Weltkarte, wo man selber entscheiden kann, welchen Ort man als nächstes betreten möchte. Sobald man schließlich ein Level betreten hat, wechselt die Perspektive in den Third Person Modus. Das Kampfsystem ähnelt jedoch dem des Arcade-Modus, wodurch es nur wenige Probleme bei der Eingewöhnung geben wird. Leider scheint die Optik bei der Entwicklung ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein, da die Grafik nicht ganz mit den opulenten Arcade-Modus mithalten kann. Wie mir nämlich noch mal bestätigt wurde, hat man für Tekken 6 eine komplett neue Engine entwickelt. Dementsprechend können wir uns auf schöne und vor allem flüssige 60fps freuen. Hinzu kommen sechs neue Charaktere und viele überarbeitete Animationen. Eine weitere Neuerung ist das so genannte RAGE-System, welches einem angeschlagenen Gegner die Möglichkeit gibt, eine kraftvolle Attacke auszuteilen. Und damit Tekken auch online Spaß macht, hat man einen brandneuen Netcode entworfen. Zu guter Letzt zeigte man uns auch den neuen Nori Controller, der in Sachen Design dem der Original japanischen Arcade-Geräte entspricht. Wie lautet das erste Fazit? Wer die Tekken Serie mag, wird den sechsten Teil lieben. Große Neuerungen sucht man aber vergeblich.

Dragonball: Raging Blast

Direkt in Anschluss an der Tekken 6 Präsentation ging es in die benachbarte Kabine, wo man mir und zwei anderen Kollegen einen exklusiven Einblick in Dragonball: Raging Blast bot. Aber direkt eines vorweg: Wer die Vorgänger kennt, sollte keine Überraschungen erwarten. Raging Blast bietet nämlich gewohnte Dragonball-Action. Dazu gehören weite Areale, sowie bildfüllende Effekte. Immerhin hat man die Anzahl der Charaktere nun erheblich erhöht - insgesamt gibt es nun 70 verschiedene Kämpfer. Aber auch die Levels haben eine Generalüberholung bekommen. So sind die 10 Welten nicht nur doppelt so groß, wie die des Vorgängers, sondern auch deutlich interaktiver, wie man anhand der zerstörten Umgebungen im Spiel sehen konnte. In Sachen Story erwartet dem Spieler leider wieder gewohnte Kost: Im Rahmen von insgesamt 100 Einzelkämpfen darf man noch mal die gesamte Dragonball Saga Revue passieren. Eines der wenigen „neuen\" Highlights war unter anderem die Präsentation des SSJ3 Broly, den die Animationsfirma TOEI exklusiv für das Spiel entworfen hat. Dragonball: Raging Blast erscheint im kommende November.

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Borderlands

Nachdem ich von Beat Em Ups erstmal genug hatte, bekam ich gegen Mittag ein wenig Abwechslung geboten - und zwar in Form von Borderlands, welches ein Fallout 3-ähnlicher Ego-Shooter mit Rollenspieleinlagen ist. Entwickelt wird das Spiel von den Gearbox Jungs, die bereits an so Titeln, wie Brothers in Arms und Halo 2 (PC) arbeiteten. Wie auch Fallout 3 spielt das Szenario in einer verstaubten Endzeit-Welt. Das besondere Merkmal des Spiels ist jedoch die neue Cell-Shading Engine, die Borderlands einen äußerst bunten und alles andere als sterilen Look verpasst. Die Präsentation bestand aus einem 4-Spieler Co-Op Spiel, wo man uns unter anderem das MMORPG-ähnliche Missiondesign vorstellte. Trotz aller RPG-Elemente (Hitpoints, EXP usw.) ist Borderlands jedoch auch ein einwandfreier Ego-Shooter. Wer Fallout 3 also wegen des Gunplays nicht mochte, kann sich bei Borderlands auf ein deutlich angenehmeres Gameplay freuen. Und wo wir schon beim Thema Waffen sind: Das Spiel beinhaltet über eine Million verschiedener Waffenkombination. Genau so imponierend, wie die Anzahl der Waffen war aber auch die Schlussrede des Chef-Entwicklers, der nochmals klar machen wollte, dass der Herbst-Release von Borderlands ein großes Risiko für die Firma darstellt. So sagte er unter anderem, dass man sich der großen Konkurrenz durchaus bewusst sei. Man wollte jedoch mal wieder ein neues Produkt ohne großen Namen und Hintergrundgeschichte auf den Markt werfen. Und sollte das Spiel wirklich floppen, könnte man sich auf das X-te Halo oder Call of Duty für die Zukunft einstellen. Auch wenn das Ganze ein wenig populistisch klang - In gewisser Hinsicht hat der gute Mann durchaus Recht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Vollversion ebenso gelungen sein wird, wie die Demo, die uns gezeigt wurde.

Mafia II

Ähnlich, wie Borderlands gehört auch Mafia II nicht gerade zu den Spielen, die in Sachen Entwicklungszeit zu den Schnellsten der Industrie gehören. Nachdem die Enthüllung bereits einige Jahre zurück liegt, hat man die diesjährige GC genutzt, um den Hype mal wieder etwas zu schnüren. Und ich kann euch bereits jetzt sagen, dass die Jungs von 2K Czech ganze Arbeit geleistet haben. Die Präsentation, die uns gezeigt wurde, zeigte den Ablauf einer typischen Side-Mission. Eingeleitet durch eine schicke In-Game Zwischensequenz bekam man die Möglichkeit die Hauptmission kurzzeitig beiseite zu legen, um einer anderen Sache nachzugehen. In diesem Fall ging es darum ein Lager mit Nobelfahrzeugen außerhalb der Stadt in die Luft zu jagen. Obwohl die Version noch recht frisch war, überzeugte die Optik bereits jetzt schon durch interaktive und detaillierte Umgebungen. Hinzu kamen kaum vorhandene Langezeiten. Ein weiterer Teil der Demo bestand aber auch darin das Kampfsystem zu zeigen. Während man zum Beispiel im Nahkampf mit Hilfe der Aktionsknöpfe drei verschiedene Attacken ausführen kann, kann man natürlich auch jederzeit den Gang zum Waffenhändler wagen, um sich dort Nachschub zu holen. Aber auch Freunde des gepflegten Schleichens kommen nicht zu Kurz - So bietet Mafia 2 beispielsweise ein komplettes Deckungs- und Klettersystem an, was sich vor allem bei der Flucht vor der Polizei als recht hilfreich erweisen kann. Darüber hinaus wurde uns mitgeteilt, dass die Vollversion neben 50 authentischen Wagen (allesamt angelehnt an Originalmodelle aus der Zeit) auch noch einen komplett lizenzierten Soundtrack spendiert bekommen wird. Ein weiteres cooles Feature sind die dynamischen Wetter- und Tageszeiten, die nicht, wie in GTA, einen festen 24 Stunden Zyklus besitzen, sondern je nach Mission variieren. Dadurch soll vor allem die Atmosphäre der einzelnen Einsätze verbessert werden, da manche Aufträge bei Tageslicht nicht das gleiche Flair vermitteln würden, wie bei Nacht. Nachdem bereits Saints Row 2 den GTA Thron leicht ankratzen konnte, scheint 2K Games mit Mafia 2 einen potenziellen Spitzenreiter in der Mache zu haben.

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Ubisoft

Ich muss zugeben, dass mich der Besuch bei Ubi Soft zunächst am wenigsten gereizt hatte. So standen unter anderem nur Avatar - Das Videospiel, sowie das Echtzeit-Strategiespielspiel RUSE auf dem Programm. Und Termine für Assassins Creed 2 wurden nur an VIP\'s verteilt. Dennoch wird Ubi Soft ab sofort für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, da mir ausgerechnet Metal Gear Solid Mastermind Hideo Kojima dort über den Weg lief. Und nach zwei gescheiterten Versuchen den Herrn endlich mal nach einem Autogramm zu fragen, hatte es bei Ubi Soft endlich geklappt. Konami\'s Ken Imaizumi bezeichnete mich wohl nicht umsonst, als „lucky Guy\". Das Aufeinandertreffen zeigte aber auch mal wieder den Unterschied zwischen einem Entwicklergott, wie Kojima und einem popligen Online-Redakteur, wie mir. Während sich Hideo die 3D Version des Avatar Spiels anschauen durfte, ging es für mich nur in den Nebenraum, wo es zwar auch Avatar zu sehen gab; aber leider ganz ohne 3D-Effekte, die das Spiel vielleicht etwas interessanter hätten gestalten können...

Avatar

Avatar ist die Videospielumsetzung von James Cameron\'s neuestem Film der Ende des Jahres in die Kinos kommt. Und bereits jetzt kann man schon sagen, dass sich Avatar höchstwahrscheinlich neben so ruhmreichen Videospiel-Exemplaren, wie Quantum of Solace oder auch Watchmen einreihen kann. Da wäre nämlich zum einen die mittelmäßige Optik, die zwar im Gegensatz zu vielen anderen Spielen erfreulich bunt ausgefallen ist, aber trotzdem nicht wirklich schön aussieht. Und zum anderen konnte mich das Gameplay trotz zweier verschiedener Mechaniken (man steuert neben den Menschen und ihren Robotern unter anderem auch die agilen Na\'vi, welche die Bewohner Pandoras sind) nur bedingt überzeugen, da meist nur sinnlose Buttonsmasherei gefragt war.

Konami

Meinen letzten Termin hatte ich schließlich an dem Samstag, wo es nur noch darum ging den Kollegen von Konami einen Besuch abzustatten. Im Gegensatz zu vielen anderen Entwicklern sind die Japaner nämlich nicht schon am Freitag abgereist. Dementsprechend leer war dann auch die Business-Area. Am Stand angekommen ging es dann ohne große Umwege zum Hands-On Termin.

Pro Evolution Soccer 2010

Wie nicht anders zu erwarten war, hab ich mir natürlich erstmal das PlayStation3 Pad gekrallt, um die neueste Fassung der Pro Evolution Soccer Serie spielen zu können. Und nachdem der letztjährige Ableger in der Tat alles andere, als Champions-League reif war, scheint sich das Blatt tatsächlich gewendet zu haben. So merkt man bereits in den ersten Sekunden, dass das Spieltempo nun endlich nach unten geschraubt wurde, wodurch das Spielgeschehen nicht mehr ganz so hektisch und arcade-like wirkt. Aber auch das Pass- und Schusssystem wurden abermals korrigiert. Die einzelnen Aktionen wirken beispielsweise nicht mehr so an der Linie gezogen, wie beim vorherigen Teil. Meiner Meinung nach ist der Spielablauf ein wenig unberechenbarer geworden - und mir gefällt das. Um ehrlich zu sein, erinnerte mich das Spielgefühl ein wenig an FIFA 09; aber mit dem feinen Unterschied, dass die Ballphysik nicht vom Mond stammt.

SAW

Neben PES 2010 war SAW das zweite PS3 Spiel, was ich mir angucken durfte. Bei dem Spiel handelt es sich um ein 3rd Person Adventure, welches aufgrund der düsteren Optik und der bedrohlichen Atmosphäre durchaus ein wenig an Silent Hill erinnert. Anstatt sich jedoch durch eine vernebelte Kleinstadt zu bewegen, befindet man sich in einem mysteriösen Bunker, wo es darum geht sich aus den Fängen des irren Jigsaw zu befreien. Aufgelockert wird das Geschehen durch Quick Time Events und diverse Minispiele, die jedoch in Sachen Brutalität teilweise recht explizit ausfallen können (zum Beispiel wenn man eine Leiche nach einem Schlüssel durchsucht). Wer auf die Franchise steht, darf sich auf ein atmosphärisches, aber grafisch nicht überragendes Actionspiel freuen.


.:FAZIT:.


Köln hat es tatsächlich aus dem Stand geschafft die größte Videospielmesse des Jahres aufzustellen. Über 240.000 Besucher sind der beste Beweis dafür. Aber ist auch alles Gold, was glänzt? Gewiss nicht! So taten mir beispielsweise die normalen Besucher Leid, die sich am Freitag, Samstag und Sonntag nur im Schneckentempo durch die Hallen bewegen konnten. Hinzu kamen teils unmenschliche Wartezeiten an den Ständen. Immerhin waren die Publisher wieder mal recht großzügig, was das Verteilen von Merchandising anging. Und auch Stars, wie Hideo Kojima oder Peter Molyneux sorgten dafür, dass sich Köln keineswegs vor LA oder Tokio verstecken muss. Für mich persönlich war die Gamescom eine fantastische Erfahrung; und ich freu mich jetzt schon auf das kommende Jahr!

[ Special verfasst von Dimi ]

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